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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 14 | |
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gemeinsame Politik und hielten im Februar 1537 eine Bundesversammlung zu Schmalkalden, auf der die Schmalkaldischen Artikel (s.d.) verfaßt wurnen. Ihre Weigerung, das Trienter Konzil zu beschicken, führte 1546 den Schmalkaldischen Krieg herbei, der, von den Verbündeten in Süddeutschland lau geführt, infolge des Verrats des Herzogs Moritz von Sachsen mit der Auflösung des an der Donau aufgestellten Heers der Schmalkaldener (Dezember 1546), der Unterwerfung erst der süddeutschen Verbündeten und, nach dem Sieg der Kaiserlichen bei Mühlberg (24. April 1547), mit der Gefangennahme des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen und der Auflösung des Bundes endete. Herzog Moritz erhielt zum Lohn die sächsische Kur und den größten Teil des Ernestinischen Sachsen. Durch das Augsburger Interim suchte darauf Karl V. den kirchlichen Wirren in Deutschland ein Ende zu machen. Der Abfall des Kurfürsten Moritz 1552 brachte aber den Kaiser um alle Früchte des Siegs und rettete im Passauer Vertrag den Protestantismus. Vgl. G. Voigt, Die Geschichtschreibung über den Schmaldaldischen Krieg (Leipz. 1874); Maurenbrecher, Karl V. und die deutschen Protestanten (Düsseld. 1865).
Schmalkaldischer Krieg, s. Schmalkaldischer Bund.
Schmallenberg, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Meschede, an der Lenne und der Li- nie Altenhundem S. der Preußischen Staatsbahn, 407 m ü. M., hat Eisenwarenfabrikation, Wollspin- nerei, Jackenweberei, Strumpfstrickerei und (1885) 1524 meist kath. Einwohner. Schmalnasen (Catarrhini), s. Affen, S. 141. Schmalreh, s. Schmaltier. Schmalspießer, f. Geweih, S. 284 11. 286. Schmalte (Smalte, Robaltglas, blaue Farbe, Blaufarbenglas, Kobaltblau), ein intensiv blaues, wesentlich aus kieselsaurem Kali und tiefel- saurem Kobaltorybul bestehendes Glas, welches ge- mahlen in den Handel kommt und als blaue Farbe benutzt wird. Man bereitet die S. in den Blau- farbenwerken, indem man schwefel- und arsen- haltige Kobalterze (Speiskobalt, Glanzkobalt) rö- ftet, um das Kobalt möglichst in Drydul überzufüh- ren, ohne die Schwefel- und Arsenverbindungen der übrigen in den Erzen enthaltenen Metalle (Nickel, Eisen, Kupfer, Wismut, Silber 2c.) zu zersetzen. Die gerösteten Erze schmelzt man mit Bottasche und Quarzpulver in Tiegeln oder in einem Flammofen mit geneigter Sohle, wobei jene Schwefelverbindun gen sich als Speise abscheiden und ein Glas ent steht, welches in faltes Wasser ausgeschöpft wird. Das abgeschreckte Glas wird auf Walz- oder Stampf- werken zerkleinert, dann gemahlen und geschlämmt, wobei man mehrere Sorten von verschiedener Fein heit herstellt. Streublau(Streusand, Blau, B) ist gröberes, eckiges, Kouleur (C) mittelfeines und Eschel (E) das feinste Pulver. Die Zeichen H (hoch) und B (böhmisch) bezeichnen bei Streublau und Kou- leur feineres Korn. Die Intensität der Farbe wächst mit dem Kobaltgehalt, und von der Reinheit der Erze hängt die Reinheit der Nüance ab. F, M, O (fein, mittel, ordinär) bezeichnen den relativen Ko- baltgehalt. Die kobaltreichste S. heißt Königsblau (Kaiserblau), die dunkelste Azurblau. Die S. bil- det ein mehr oder weniger rein himmelblaues Pul- ver, ist sehr beständig, widersteht der Kalilauge, wird aber durch Säuren zersetzt und gibt beim Schläm: men kohlensaures und kieselsaures (auch arsensaures) Kali an das Wasser ab. Sie ist infolge des Gehalts - Schmalzöl. 547 an diesen Salzen etwas hygroskopisch und ballt sich; auch erhält sie dadurch eine fattere Farbe und die Fähigkeit, länger in Wasser suspendiert zu bleiben. Die S. eignet sich besonders zur Waffermalerei auf Mauerwerk; sie wird auch in der Porzellanmanufak tur und in der Töpferei benust, ist dagegen als Farb- stoff für Papier und Wäsche durch das Ultramarin fast vollständig verdrängt worden. Durch Kobalt blau gefärbte Gläser wurden schon von den alten Ägyptern dargestellt. Eine bewußte Verwendung der Kobalt- erze zum Blaufärben von Glas datiert indes wohl erst aus dem 16. Jahrh. und soll von Schürer zuerst ausgeführt worden sein. 1571 gründete Preußler das erste Blaufarbenwerk zwischen Platten und Eiben- stock, auf welchem Kobaltglas zu S. vermahlen wurde. Seitdem erhielt sich die S. im allgemeinen Gebrauch, bis um die Mitte dieses Jahrhunderts das Ultra- marin mehr und mehr Eingang fand. Auch s. v. w. Schmelz und Email (s. d.). Schmalte, grüne, durch Chromoryd intensiv ge- färbtes, nach Art der Schmalte bereitetes Glas, wel- ches gepulvert als Farbe benutzt wird. Schmaltekraut, 1. Clitoria. Schmaltier, ein noch unbeschlagenes weibliches Stück Rot-, Dam- oder Elchwild vom Januar bis zur nächsten Brunft; in einigen Gegenden werden die Kälber schon vom November ab als Schmaltiere an- gesprochen. Beim Rehwild werden sie Schmalrehe genannt. Schmalz, weiches Tierfett, besonders von Schwei- nen. Das Schweineschmalz wird im großen namentlich im Mississippithal, in Ungarn und Serbien gewon nen. In Nordamerika konzentriert sich die Schweine- schlächterei in Cincinnati und Chicago, und man ver- arbeitet dort einen großen Teil der geschlachteten Schweine bis auf die Schinken nur auf Fett, indem man alle übrigen Teile auspreßt, das abfließende Fett aber läutert und bleicht. Das amerikanische S. stammt also nicht, wie das bei uns gewonnene, nur aus dem Nierenfett und ist daher weicher, oleinreicher, worauf indes auch die Art der Mästung Einfluß ausübt. Sehr viel S. wird auch in Nordamerika durch Pressen in einen flüssigen Teil (Specöl, Schmalzöl, Lard-oil) und in starres Fett (Solarstearin) ge teilt, und man benutzt das Öl als Schmiermittel, Brennöl, zum Verfälschen des Olivenöls 2c., das Stearin aber zu Kerzen. Ungarisches S. wird für Küchenzwecke dem amerikanischen vorgezogen. S. auch s. v. w. Schmelzbutter (Butter, S. 697). Schmalz, Pflanze, s. Camelina. Schmalz, Theodor Anton Heinrich, Schrift: steller im Gebiet der Rechts- und Staatswissenschaft, geb. 17. Febr. 1760 zu Hannover, studierte in Göttin- gen erst Theologie, dann Jurisprudenz, wurde 1787 Professor der Rechte zu Rinteln, 1789 zu Königs- berg, 1803 zu Halle, kam 1809 in den Oberappella- tionssenat des Rammergerichts in Berlin und wurde bei der Stiftung der Universität daselbst 1810 zum Ordinarius der Juristenfakultät und ersten Rektor ernannt. Er starb hier 20. Mai 1831. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: »Das Recht der Na- tur (Königsb. 1795, 3 Bde.; neu bearbeitet von Jarcke u. d. T.: »Die Wissenschaft des natürlichen Rechts, Leipz. 1831); Encyklopädie der Kameral- wissenschaften (Königsb.1797,2. Aufl. 1819); >>Hand- buch des kanonischen Rechts (Berl. 1815, 3. Aufl. 1834); »Das europäische Völkerrechte (das. 1817); »Lehrbuch des deutschen Privatrechts (das. 1818); »Das deutsche Staatsrecht (das. 1825, 2 Bde.). Schmalzöl, s.Rüböl, Schmalz, Schmiermittel 85*
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