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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 14

eben nur während der Brutzeit beisammen; der Hahn beteiligt sich weder am Brüten noch an der Füh- rung der Jungen. Das Weibchen nistet unter einem Strauch und legt 9-16 rotgelbe, dunkel gefleckte Eier, welche es in etwa 3 Wochen ausbrütet. Zum Winter vereinigen auch sie sich zu großen Scharen, streifen weit umher und treten in Amerika weite Wanderun- gen an. Sie werden von den nordischen Völkerschaf- ten jährlich zu Hunderttausenden erbeutet.

Schneefater, Misteldrossel, s. Drossel, S. 158.

Schneekönig, s. v. w. Zauntönig.

Schneekopf, zweithöchster Gipfel des Thüringer Waldes (983 m), in der Zentralregion des Gebirges (im Gothaischen) gelegen, mit 21 m hohem Aussichtsturm. Nahebei das Gasthaus Schmücke.

Schneekoppe (Riesenkoppe), der höchste Gipfel im Riesengebirge, im mitteldeutschen Bergland und im preußischen Staat, 1603 m hoch, 230 m über dem Kamm des Gebirges, liegt in der Grenze des Granits (nördlich) und des Glimmerschiefers (süd- lich). Auf dem Gipfel, welcher von D. nach W. 55 m und von N. nach Süden 43 m breit ist, steht eine kleine runde Kapelle, deren Bau schon 1668 vom Grafen Schaffgotsch, der sich mit dem Grafen Clam Gallas in den Besitz fast des ganzen Riesengebirges teilte, begonnen ward, und die dem heil. Laurentius gewid met ist. Seit 1824 diente die Kapelle als eine Gast- herberge für die Reisenden, welche die Koppe bestie gen; nachdem aber 1850 neben ihr ein besonderes Gasthaus aufgeführt worden, ist sie dem Kultus zurückgegeben. Das neue Gasthaus und die Kapelle (beide auf preußischem Gebiet) wurden wiederholt ein Raub der Flammen, aber immer wieder aufgebaut, und ersterm zur Seite wurde ein zweites Gasthaus auf böhmischem Boden errichtet; in jenem befindet sich während des Sommers eine Postanstalt, in die sem eine Telegraphenstation. Südlich, gegen Böh- men hin, fällt der Blick von der S. aus in einen Schroff hinablaufenben, 600 m tiefen Thalgrund, den Aupagrund. Die Aussicht von der S. ist groß und mannigfaltig, da der Gesichtskreis, welcher sich hier dem Beschauer öffnet, über 300 km im Durchmesser beträgt. Man übersieht einen großen Teil von Nie- derschlesien, den östlichen Teil der Oberlausit und be- deutende Teile von Böhmen sowie die Gebirge der Grafschaft Glaz.

Schneefraut, s. Cerastium.

Schneelilie, . v. w. Leucojum vernum.

Schneelinie (Schneegrenze), s. Schnee, S.576.

Schneeortolan, s. Ammer, S. 489.

Schneerose, s. v. w. Rhododendron hirsutum; auch 5. v. m. Helleborus niger.

Schneeschuhe, hölzerne, schlittschuhähnliche Vor- richtungen von 1,50-2 m Länge, deren man sich in Norwegen und andern nördlichen Ländern naments lich bei der Jagd bedient, um, ohne einzusinken, schnel- ler über den oben mit einer Kruste überzogenen Schnee hinwegzukommen, wobei man sich zur Unterstügung eines unten mit einer Scheibe versehenen Stockes bedient.

Schneetröpfchen, f. v. 1. eneeglödden, Galan- thus nivalis.

Schneevogel, Schneeammer, s. Ammer, S. 489.

Schneewürmer, auf Schneedecken oft massenhaft erscheinende Insektenlarven, welche zu den verschie densten Deutungen Veranlassung gegeben und beson- ders auch durch den Aberglauben ausgebeutet wor- den sind. Es sind hauptsächlich die mit dunklem, Samtartigem Fils aberzogenen Techöbeinigen Larven des gemeinen Weichkäfers (Warzenkäfers, Telephorus fuscus L.) aus der Familie der Weichkäfer (Malacoderma), welche unter Steinen, Laub oder an Baumwurzeln überwintern, durch Regengüffe, warme Tage, Arbeiten im Wald oder andre Störungen her- vorgelockt, durch einen Sturm fortgeführt wurden und auf dem Schnee besonders in die Augen fallen. Die Larven vertilgen viele andre Insektenlarven und verpuppen sich im April oder Mai. Der Käfer ist 1,3 cm lang, schwarz, fein grau seidenartig behaart, am Hinterleib, Borderkopf, an der Fühlerbasis und dem Thorax, mit Ausnahme eines schwarzen Flecks am Vorderrand des lettern, hell mennigrot. Man findet ihn im Frühjahr besonders an blühenden Sträu- chern, wo er Insekten erbeutet; doch frißt er auch an jungen Eichentrieben, die dadurch getötet werden.

Schneidelholzbetrieb, dem Kopfholzbetrieb ähnliche forstliche Betriebsart, bei welcher die Stämme ganz oder bis zu größerer Höhe unverstümmelt bleiben und die Nutzung sich nur auf die Wegnahme der Afte erstreckt. Die Verjüngung erfolgt durch Ausschläge an den Abhiebsstelfen.

Schneidelftreu, s. v. w. Waldstreu (s. d.).

Schneidemühl (poln. Pila), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Bromberg, Kreis Rolmar, an der Küd- dow, Knotenpunkt der Linien Berlin-S., S.-Dir= schau, S.-Deutsch Krone, S.-Thorn und Posen- Stettin der Preußischen Staatsbahn, 62 m ü. M., hat eine evangelische, eine katholische und eine frei- religiöse Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium, eine Taubstummenanstalt, ein Landgericht, eine Reichsbanknebenstelle, Eisengießerei, Maschinen-, Stärke, Knochenmehl- und Dachpappenfabritation, Dampfmahl- und Schneidemühlen, Waffermühlen, Dampftischlerei, Bierbrauerei, Biegelbrennerei und (1885) 12,406 meist evang. Einwohner. Hier wurde 19. Okt. 1844 von Joh. Czerski die erste deutschkatho- lische Gemeinde gegründet. Zum Landgerichts- bezirk S. gehören die 13 Amtsgerichte zu Czarnikau, Filehne, Märkisch Friedland, Jaftrom, Kolmar i. B., Deutsch-Krone, Lobfens, Margonin, Nakel, Schloppe, S., Schönlante und Wirsiz.

Schneidemühle, Sägemühle, s. Sägemaschine, S. 174.

Schneiden, im Whistspiel 2c., s. Impasse.

Schneider, junger Hirsch von sechs Enden.

Schneider, 1) Johann Gottlob, Philolog, geb. 18. Jan. 1750 zu Kollmen bei Wurzen (daher Saxo), vorgebildet in Schulpforta, studierte in Leipzig und Göttingen, ging 1774 nach Straßburg, um Brund bei der Herausgabe griechischer Dichter zu unter- stützen, wurde 1776 Profeffor der Beredsamkeit in Frankfurt a. D., siedelte 1811 bei der Verlegung der Universität mit nach Breslau über, ward dort 1816 auch Oberbibliothekar und starb 12. Jan. 1822. Einem besondern Interesse für die naturgeschichtlichen Ver- hältnisse bei den Alten entsprangen nicht bloß: »Ich- thyologiae veterum specimina (Frankf. 1782), »Litterarische Beiträge zur Naturgeschichte aus den alten Schriftstellern (das. 1786), Analecta ad hi- storiam rei metallicae veterum (bas. 1788), »Eclo- gae physicae ex scriptoribus praecipue graecis ex- cerptae (Jena 1801, 2 Bde.) u. a., es war auch von Einfluß auf die Auswahl der von ihm herausgege benen Schriftsteller. Wir nennen von seinen Aus- gaben die von Oppian (Straßb. 1776 u. Leipz. 1813); lians De natura animalium (das. 1784, 2 Bde.); Xenophon (das. 1790-1815, 6 Bde.; neu hrsg. von Bornemann u. Sauppe, 1825 ff.); Nitanders » Alexi- pharmaca (Dalle1792) und Theriaca (2eips.1816); Orpheus' »Argonautica (Jena 1803); Aristoteles'


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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 14. Bibliographisches Institut, Leipzig 1889, Seite 578. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b14_s0578.jpg&oldid=- (Version vom 19.7.2025)