Seite:Meyers b15 s0432.jpg

Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 15

432 Sultan Sulze. von Sulla (j. d. 1) auf Marius übertragen werden | auf Petroleum, Asphalt und Eisen, eine Petroleum- sollte. Sulla aber schlug seine Gegner innerhalb der raffinerie, Hopfenbau und (1885) 1566 Einw. -4) Mauern Roms und ächtete die vornehmsten dersel- Bad, f. Schongau. ben, darunter auch S., der auf seiner Villa entdeckt und getötet wurde. Der Sklave, der ihn verraten, ward von Sulla zwar freigelassen, aber darauf vom Tarpejischen Felfen geftürzt. Sultan (arab., Herr, Mächtiger), gewöhnlicher Titel mohammedan. Herrscher im Orient, besonders des osmanischen Reichs. Auch den Frauen der Sul- tane wird der Titel Sultanin beigelegt, in der Türkei aber nur der wirklichen Gemahlin des Sul- tans sowie seinen Töchtern, welche Chanimsultanin- nen (Frauen von Geblüt«) genannt werden. Die Mutter des Großherrn heißt Walide S. Sultanabad, Hauptstadt der pers. Provinz Frat Adschmi, 1844 m ü. M., wurde erst zu Anfang dieses Jahrhunderts gegründet, hat die Form eines Recht- ecks, durch zahlreiche Türme verstärkte Mauern und treibt lebhaften Handel mit Teppichen, von denen die meisten nach Europa gehen; der Wert dieser Aus- fuhr belief sich 1877 auf 1,600,000 Mt. Sultanshuhn, s. Purpurhuhn. Sultepec, Bergwerksort im merikan. Staat Mexiko, 2340 m ü. M., in engem Thal, mit (1880) 7613 Einw. Dabei kamen Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei, Zinn, Antimon, Zinnober und andre Metalle vor. Sulu (Joloinseln), eine Gruppe kleiner gebirgi ger, aber fruchtbarer Inseln im Ostindischen Archipel zwischen der Nordostspitze von Borneo und der Süd- westspige von Mindanao, 2456 qkm (45 DM.) groß mit 75,000 malatischen Bewohnern, die sich zum Js- lam bekennen und früher als fühne Seeräuber weit- hin berüchtigt waren. Trotzdem sie mehrmals durch französische, spanische und niederländische Schiffe, auch vom Radscha Brooke von Borneo, schwer ge- züchtigt wurden, hörten ihre Seeräubereien nicht auf, bis Spanien von den Philippinen aus 1876 die Hauptinsel S. besetzte und den ganzen Archipel dem Generalfapitanat der Philippinen einverleibte. Das Recht Spaniens auf den Archipel wurde auch 1885 vertragsmäßig von Deutschland und England anerkannt. Seitdem bilden das Einsammeln eßbarer Vogelnester und die Perlenfischerei die ergiebigste Einnahmequelle der Insulaner, deren geringer Han- del fast ganz in den Händen von Chinesen aus Ma- nila ruht. Die Stadt S. wurde bei ihrer Einnahme 1876 durch die Spanier niedergebrannt, aber von spanischen Genieoffizieren neu aufgebaut und durch Sträflingsarbeit befestigt. Nach dem Archipel führt der südlich bis Celebes sich erstreckende Meeresteil den Namen Sulusee. S. Karte »Hinterindien<. Sulz, 1) Oberamtsstadt im württemberg. Schwarz- waldkreis, am Neckar und an der Linie Plochingen- Villingen der Württembergischen Staatsbahn, 427 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, ein Hauptsteuer- und ein Kameralamt, eine Saline, ein Solbad und (1885) 1895 meist evang. Einwohner. 2) (Obersulz, franz. Souly) Stadt und Kantons- hauptort im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Geb- weiler, an der Eisenbahn Gebweiler-Lautenbach, hat eine alte fath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Über- försterei, Seidenspinnerei, Seiden- und Baumwoll weberei, Eisengießerei und (1885) 4511 meist kath. Einwohner. Westlich der 1432 m hohe Sulzer Bel- chen, der höchste Gipfel der Vogesen. 3) (S. un- term Wald) Stadt und Kantonshauptort im deut- schen Bezirk Unterelsaß, Kreis Weißenburg, an der Eisenbahn Straßburg-Weißenburg, hat eine evange- lische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, Bergbau | Sülz, Dorf im preuß. Regierungsbezirk und Land- freis Köln, 2 km südwestlich von Köln, hat Spinnerei, Fabrikation von Maschinen, Goldleisten, Buchdrucker- schwärze, Bürsten und Lack, Ziegelbrennerei und (1885) 2496 Einw.

Sulza (Stadtsulza), Stadt im sachsen-weimar. Verwaltungsbezirk Weimar II (Apolda), an der Ilm, Knotenpunkt der Linie Neudietendorf-Weißenfels der Preußischen Staatsbahn und der Eisenbahn Straußfurt-Großheringen, 134 m ü. M., hat eine evang. Kirche, eine Baugewerkschule, ein besuchtes Solbad (1887: 2225 Kurgäste), Wollwarenfabrikation und (1885) 2105 Einw. Dabei die zu Meiningen gehörige Saline Neusulza mit drei Gradierwerken. Vgl. Rost, Führer und Ratgeber durch Bad S. (Sulza 1881).

Sulzbach, 1) Bezirksamtsstadt im bayr. Regie rungsbezirk Oberpfalz, an der Linie Nürnberg-Furth i. 23., 400 m ü. M., hat 3 Kirchen, ein Schloß (jetzt Gefängnis für weibliche Sträflinge), ein Amtsgericht, starken Hopfenbau und (1885) mit der Garnison (ein Infanteriebataillon Nr.6) 4670 meist kath.Einwohner. In der Nähe die Wallfahrtskirche Annaberg, zahl= reiche Eisensteingruben und ein großes Eisenhütten- werk. Das ehemalige gleichnamige deutsche Fürsten- tum, dessen Hauptstadt S. war, und das 1028 qkm (19 m.) mit 32,000 Einw. umfaßte, erscheint am Ende des 11. Jahrh. als Grafschaft, kam 1305 an Bayern und fiel dann mit der Oberpfalz an die Pfalz. Die Pfalzgrafen von S. waren eine Nebenlinie derer von Pfalz-Neuburg (seit 1614) und folgten unter Karl Theodor 1742 in der Kurpfalz, 1777 in Bayern (vgl. Pfalz, S. 933).-2) Flecken im würt- temberg. Nectarkreis, Oberamt Backnang, an der Murr und der Linie Waiblingen-Hefsenthal der Würt- tembergischen Staatsbahn, 260 m ü. M., zur Grafschaft Löwenstein gehörig, hat eine evang. Kirche, ein Schloß (autered), Gerberei, Schuhmacherei, Holzhandel, Viehzucht und (1885) 2660 Einw.-3) Dorf im deut- schen Bezirk Oberelfaß, Kreis Kolmar, in einem Thal der Vogesen, hat eine fath. Kirche, eine Mineralquelle mit Bad und (1885) 756 Einw. 4) Dorf im preuß. Regierungsbezirk Trier, Kreis Saarbrücken, an der Linie Wellesweiler - Saarbrücken der Preußischen Staatsbahn und einer Industriebahn, hat eine evan- gelische und eine kath. Kirche, ein Amtsgericht, eine Steinkohlengrube, Eisenerzbergbau, Koks- und Glas- fabrikation, eine chemische Fabrik und (1885) 11,177 meist kath. Einwohner. Sulzbacher Alpen, f. Steiner Alpen. Sulzbad, Dorf im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Molsheim, an der Eisenbahn Babern-Schlett- stadt, hat eine kath. Kirche und (1885) 772 Einw. In der Nähe das Bad S. mit zwei Mineralquellen, welche Chlor, Soda, Brom, Jod und Eisenoxyd enthalten und namentlich gegen Hautkrankheiten und Rheu- matismus angewendet werden, sowie der besuchte Wallfahrtsort Avolsheim. Vgl. Eissen, Soultz- bad près Molsheim (Par. 1857). Sulzberg (Val di Sole), s. Noce. Sulzburg, Stadt im bad. Kreis Lörrach, am Sulz- bach und am Fuß des Schwarzwaldes, 339 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein altes Schloß, eine Bezirks- forſtei, vortrefflichen Weinbau, Weinhandel, eine Dampfsägemühle und (1885) 1152 meist evang. Ein- wohner. Nahebei in einem hübschen Waldthal das Bad S. mit alkalischer Kochsalzquelle von 15° C. Sulze, s. Salzlecke.

Empfohlene Zitierweise:
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 15. Bibliographisches Institut, Leipzig 1889, Seite 432. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b15_s0432.jpg&oldid=- (Version vom 15.8.2025)