Seite:Meyers b17 s0138.jpg
| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17 | |
|
|
mit einer Geschwindigkeit zu ziehen. Ergibt sich dabei ein Widerstand von kg, so ist der zu erwartende Schiffswiderstand bei 5 m Geschwindigkeit kg.
Übrigens ist, sobald ein Schiff im strömenden Wasser fahren soll, zu die Stromgeschwindigkeit zu addieren oder davon zu subtrahieren, je nachdem das Schiff stromauf oder stromab fährt. Ferner kommt zum Widerstand, wo merkliches Gefälle vorhanden ist, noch ebenso wie bei Landfahrzeugen die vertikale Schwerkraftkomponente , wobei das Gefälle u. das Gewicht des beladenen Schiffs bedeutet. Außerdem vermehrt sich der Widerstand in engen Kanälen, weil das Wasser nicht frei ausweichen kann, und zwar beträgt nach Bourgois, wenn der Querschnitt des Kanals das 6fache, 8fache, 111/2fache des Hauptspants ist, der Widerstand das 3,3fache, 1,8fache, 1,7fache. Soll das obige Schiff bei einem Gewicht von kg in einem Kanal fahren, dessen Strom eine Geschwindigkeit von 1 m hat, dessen Gefälle und dessen Querschnitt das 8fache des Hauptspants beträgt, so ist mit Rücksicht auf den Strom und nach Rankine der Widerstand kg, wozu wegen des Gefälles kg kommen. Das Ganze ist dann wegen der Enge des Kanals mit 1,8 zu multiplizieren, also der Gesamtwiderstand kg.
III. Luftschiffe. Über den Bewegungswiderstand der Luftschiffe sind Versuche noch nicht angestellt. Man rechnet jedoch gewöhnlich nach der dem luftförmigen Medium entsprechend modifizierten Compaignacschen Formel. Beispielsweise setzt Wellner den Widerstand , wobei den größten Ballondurchmesser in Metern, den Widerstandskoeffizienten einer senkrecht gegen die Luft bewegten Fläche (nach Wellner = 1/8), einen von der Zuschärfung des Ballons abhängigen Koeffizienten (1/10–1/15) und die Geschwindigkeit in Metern bedeutet, und wobei die Windgeschwindigkeit in derselben Weise zu berücksichtigen ist wie bei den Schiffen die Stromgeschwindigkeit. Der Widerstand eines Ballons, der bei 10 m Durchmesser und einer Zuschärfung, der etwa entspricht, mit 8 m Geschwindigkeit einem Wind von 2 m Geschwindigkeit entgegen bewegt werden soll, würde demnach einen Wert rund 80 kg annehmen. Bei 1 m Geschwindigkeit würde in ruhender Luft nur 0,8 kg betragen. Hierzu käme jedoch noch stets der Widerstand der Gondel und des Tauwerkes.
Bei allen Landfuhrwerken ist eine bedeutende Kraft erforderlich, um überhaupt eine ganz geringe Bewegung herbeizuführen, während die erforderliche Zugkraft für erhöhte Geschwindigkeiten nur langsam zunimmt. Dagegen werden Wasser- und Luftfahrzeuge schon durch eine minimale Kraft in geringe Bewegung gesetzt; für wachsende Geschwindigkeit nimmt jedoch hier der Bedarf an Zugkraft sehr stark zu.
Vgl. Weisbach-Herrmann, Ingenieur- und Maschinenmechanik, Teil 3, Abt. 2 (2. Aufl., Braunschweig 1880); Rühlmann, Allgemeine Maschinenlehre (2. Aufl., das. 1875–85); Brix, Über den Widerstand der Fuhrwerkes („Verhandlungen des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen“, Bd. 29, Berl. 1850); White, Handbuch für Schiffbau (deutsch von Schlick und van Hüllen, Leipz. 1879); Busley, Die Schiffsmaschine (Kiel 1883–86); Wellner, Über die Möglichkeit der Luftschiffahrt (Brünn 1880); Derval, Étude sur la navigation aérienne (Par. 1889).
Beyer, 1) Gustav Friedrich von, preuß. General, starb 7. Dez. 1889 in Leipzig.
Beyle, Marie Henri. Aus seinem Nachlaß erschien: „Journal de Stendhal 1801–14“ (Par. 1888).
✽ Bezecny (spr. bésetznü), Joseph, Freiherr von, österreich. Generalintendant, geb. 5. Febr. 1829 zu Tabor, studierte in Prag die Rechte, wurde 1855 daselbst zum Doktor der Rechte promoviert und trat als Konzeptspraktikant bei der Finanzprokuratur in Prag, dann zu Wien in den Staatsdienst. 1858 wurde er zum Finanzministerium versetzt, 1859 zum Konzeptsadjunkten, 1860 zum Generalsekretär-Stellvertreter bei der Börsenkammer, 1864 zum Ministerialkonzipisten, 1866 zum Ministerialsekretär, 1869 zum Generalsekretär der Börsenkammer und 1872 zum Sektionsrat und Chef des Präsidialbüreaus im Finanzministerium ernannt. 1873 wurde er Ministerialrat, 1874 Sektionschef, 1878 Gouverneur der Allgemeinen Österreichischen Bodenkreditanstalt und 1885 nach dem Tod Hofmanns Generalintendant der kaiserlichen Hoftheater. 1877 wurde er in den Freiherrenstand erhoben, 1879 Mitglied des Herrenhauses und 1881 Geheimrat.
✽ Bezettelung, der amtliche Ausweis, welcher den unter Zollkontrolle stehenden Warentransporten beigegeben ist. Bezettelungsgelder, die früher für die B. wie Begleitschein, Passierzettel etc., gezahlte Gebühr.
Béziers, (1886) 40,162 Einw.
Bezirkskommandos.[WS 1] Die Bezeichnung „Landwehrbezirkskommando“ wurde 1888 in B. umgewandelt. Es bestehen jetzt (1889) in Preußen 209, Sachsen 19, Württemberg 17 und Bayern 32, Summa 277 B., bei welchen die Bezeichnung nach Regimentern oder Bataillonen der Nummer nach aufgehört hat, es heißt nur z. B. „Bezirkskommando Zittau“. Die B. sind den Infanteriebrigaden, bez. der Landwehrinspektion Berlin direkt unterstellt. Den B. sind inaktive Hauptleute als „dienstthuende Bezirksoffiziere“ zur Leitung der Geschäfte bei den Meldebüreaus (deren Name an den Ortstafeln verzeichnet ist) und Abhaltung der Kontrollversammlungen in ihrem Bezirk zugeteilt; sie sind den B. unterstellt, haben aber Strafgewalt über die Mannschaften des Beurlaubtenstandes.
✽ Bezold, Friedrich von, deutscher Geschichtsforscher, geb. 26. Dez. 1848 zu München, studierte unter Giesebrecht daselbst, unter Waitz in Göttingen und unter Droysen in Berlin 1867–71 Geschichte, habilitierte sich als Dozent der Geschichte daselbst 1875 und ward 1884 als ordentlicher Professor an die Universität Erlangen berufen. 1878 ward er zum korrespondierenden Mitglied der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, 1881 zum außerordentlichen und 1884 zum korrespondierenden Mitglied der bayrischen Akademie der Wissenschaften und 1883 zum außerordentlichen Mitglied der Historischen Kommission ernannt, in deren Auftrag er 1874–84 mehrere Studienreisen nach auswärtigen Archiven unternahm. Außer Abhandlungen in Sybels „Historischer Zeitschrift“ veröffentlichte er: „König Siegmund und die Reichskriege gegen die Hussiten“ (Münch. 1872–77, 3 Bde.); „Zur Geschichte des Hussitentums“ (das. 1874); „Briefe des Pfalzgrafen Johann Kasimir mit
Anmerkungen (Wikisource)
- ↑ Vgl. Bezirkskommando im Hauptteil (Band 2).
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0138.jpg&oldid=- (Version vom 29.7.2025)