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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17

bei dem höchsten Gerichtshof in Indiana angestellt, trat 1862 als Leutnant bei einem freiwilligen Regiment in die Nordarmee und kämpfte für die Union während des ganzen Bürgerkriegs; im Januar 1865 ward er zum Brigadegeneral bei den Freiwilligen ernannt. Nach dem Krieg trat er wieder in sein Amt ein. 1876 war er bei der Wahl des Gouverneurs von Indiana Kandidat der republikanischen Partei, unterlag aber dem Demokraten Hendricks. Präsident Hayes ernannte ihn 1878 zum Mitglied der Mississippiflußkommission. 1881–86 war er Bundessenator für Indiana. Er galt für einen eifrigen Republikaner von streng kirchlicher Richtung und uneigennützigem Charakter, aber von mittelmäßiger Begabung. Als es sich im Sommer 1888 auf der republikanischen Parteikonvention in Chicago um die Aufstellung eines Präsidentschaftskandidaten handelte, wurden wie gewöhnlich die hervorragendsten Führer der Partei durch die gegenseitige Eifersucht zurückgedrängt, u. im achten Wahlgang wurde der verhältnismäßig unbedeutende H., dem nur sein Name zu statten kam, als republikanischer Kandidat aufgestellt. In der Erklärung, mit welcher H. 11. Sept. 1888 die Kandidatur annahm, sprach er sich für den Schutzzoll und gegen die Einwanderung mittelloser Leute aus, getreu dem neuen republikanischen Programm, daß Amerika den Amerikanern gehören müsse. Wider Erwarten erhielt er 6. Nov. 239 Wahlstimmen gegen 162 demokratische und wurde für gewählt erklärt. Er trat sein Amt 4. März 1889 an.

Hartenstein, Gustav, philosoph. Schriftsteller, starb 2. Febr. 1890 in Jena, wo er langjähriger Leiter der Universitätsbibliothek war.

 Harthau (H. im Erzgebirge), Dorf in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Chemnitz, an der Würschnitz, hat eine evang. Kirche, Kammgarn- und Flachsspinnerei, Eisengießerei, Maschinen- und Strumpfwarenfabrikation und (1885) 2071 Einw.

Hase, 2) Karl August von, Kirchenhistoriker, starb 3. Jan. 1890 in Jena. Sein Sohn Karl Alfred wurde im September 1889 zum Garnisonpfarrer und Hofprediger in Potsdam ernannt.

 Haeseler, Gottlieb, Graf von, preuß. General, geb. 19. Jan. 1836 auf dem väterlichen Gut Harnekop bei Wriezen, besuchte die Ritterakademie in Brandenburg und das Pädagogium in Halle, sodann das Kadettenkorps, trat 1853 als Leutnant in das Zietensche Husarenregiment ein, ward bald in den Generalstab versetzt und machte die drei Kriege 1864, 1866 und 1870/71 im Stab des Prinzen Friedrich Karl mit, wurde 1873 Kommandeur des 11. Ulanenregiments in Perleberg, dann Generalmajor und Kommandeur einer Kavalleriebrigade, 1886 Kommandeur der 6. Division und Generalleutnant, 1889 Oberquartiermeister im Großen Generalstab und 1890 kommandierender General des 16. Armeekorps.

Hasenclever, 2) Wilhelm, sozialdemokrat. Agitator, verfiel 1887 in Geisteskrankheit, weswegen er sein Reichstagsmandat niederlegen mußte, und starb 3. Juli 1889 in Schöneberg.

 Hassaurek, Friedrich, Schriftsteller, geb. 8. Okt. 1832 zu Wien als Sohn des Lustspieldichters H., besuchte das Piaristengymnasium und war im Begriff zu absolvieren, als die 48er Revolution in Wien ausbrach. Er trat der Studentenlegion bei, ward bei deren Kämpfen im Prater verwundet und wanderte 1849 nach Amerika aus, wo er in Cincinnati verschiedene Blätter redigierte. Seine religiösen Debatten mit einem methodistischen Prediger, ein merkwürdiger Prozeß, den er, sich kurze Zeit der Rechtspraxis widmend, als Verteidiger gewann, lenkten die Aufmerksamkeit auf ihn. Er bekleidete 1861–65 unter dem Präsidenten Lincoln den Posten eines Gesandten in Ecuador, war dann wieder als Redakteur des „Cincinnati-Volksblatts“ thätig und starb 3. Okt. 1885 in Paris. Seine Hauptschriften sind: „Four years among the Spanish Americans“ (4. Aufl., Cincinn. 1886; deutsch, Dresd. 1887), der Roman „The secret of the Andes“ (1879) und ein Band „Gedichte“ (in deutscher Sprache, Cincinn. 1878).

Hassenpflug, 2) Karl, Bildhauer, starb 18. Febr. 1890 in Kassel.

 Hatzfeld, 5) Hermann, Fürst von H.-Trachenberg, geb. 14. Febr. 1848 zu Trachenberg in Schlesien, besuchte die Erziehungsanstalt Schnepfenthal, dann das Gymnasium zu Sagan, studierte in Genf, Göttingen und Berlin die Rechte und trat als Kammergerichtsreferendar in den preußischen Justizdienst, nahm am Kriege gegen Frankreich teil und folgte seinem Vater, dem Fürsten Hermann von H., 20. Juli 1874 als Fürst und Haupt der Linie H.-Trachenberg. In das Herrenhaus trat er 1878 als erbliches Mitglied ein; in den Reichstag wurde er im April 1878 gewählt und schloß sich der Reichspartei an.

Haubourdin, (1886) 6556 Einw.

 Hauke, Moritz, Graf von, poln. General, geb. 1775 in Sachsen als Sohn von Friedrich von H., flandrischem Edelmann und Sekretär des Grafen Aloys von Brühl, dem er 1782 nach Warschau folgte, besuchte die Artillerie- und Ingenieurschule daselbst, trat 1794 in die unter Kosziuszko stehenden Truppen, kämpfte in den Napoleonischen Kriegen in der polnischen Legion, war bei der Belagerung von Danzig 1807 Oberst und Generalstabschef des Generals Dombrowski, ward 1809 zum Kommandanten der Festung Zamosc ernannt und erlangte durch seine tapfere Verteidigung derselben 1813 eine ehrenvolle Kapitulation. Nach Errichtung des Königreichs Polen unter russischer Oberhoheit ward er vom Zaren Alexander I. 1816 zum Generalquartiermeister der polnischen Truppen, Chef der Artillerie u. des Ingenieurkorps und vom Zaren Nikolaus 1826 zum Kriegsminister, Woiwoden und Senator ernannt. Auch wurde er 1825 in den polnischen Adel aufgenommen und 1829 in den erblichen Adelstand erhoben. Als er beim Ausbruch der polnischen Revolution (29. Nov. 1830) den aufrührerischen Truppen entgegenritt und sie ermahnte, ihrem Eide treu zu bleiben, wurde er von denselben ermordet. – Seine jüngste Tochter, Julie (geb. 12. Nov. 1825), Hoffräulein der Großfürstin, spätern Kaiserin Maria Alexandrowna, vermählte sich 28. Okt. 1851 morganatisch mit dem Prinzen Alexander von Hessen (gest. 15. Dez. 1888) und erhielt den Titel einer Fürstin von Battenberg, der auf ihre Kinder überging.

Hauser, 2) Kaspar, der Findling. Vgl. v. d. Linde, Kaspar H., eine neugeschichtliche Legende (Wiesbad. 1886, 2 Bde.).

3) Miska, Violinspieler, starb 9. Dez. 1887 in Wien.

 4) Walter, schweizer. Bundesrat, geb. 1837 zu Wädenswyl am Züricher See, besuchte das Gymnasium in Zürich, mußte jedoch bald in das Geschäft des Vaters, eine große Gerberei, eintreten, deren Leiter und Inhaber er später wurde. Die Heimatsgemeinde Wädenswyl zog seine Arbeitskraft früh in ihre Dienste, indem sie ihm ein Amt nach dem andern anvertraute und ihn 1868 in den züricherischen Verfassungsrat, 1869–81 in den Kantonsrat sandte, wo er eine der führenden Persönlichkeiten der demokratischen Partei wurde. Nachdem er wiederholt die

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 420. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0424.jpg&oldid=- (Version vom 20.4.2025)