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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17 | |
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Die Insel wurde Mitte 1889 von England annektiert.
Hunde (Vorpostenhunde) im Vorpostendienst zum Überbringen von Nachrichten von Vorposten und Patrouillen an die Feldwachen zu verwenden, ist in Deutschland, Frankreich und anderwärts seit einigen Jahren versucht worden, und die erzielten Erfolge sind teilweise günstig gewesen und insofern bedeutsam, als die Schnelligkeit der H. die der Reiter und des Fahrrades übertrifft. Ob die Versuche zu dienstlichen Vorschriften führen werden, ist noch nicht abzusehen. Man hat auch vorgeschlagen, H. zum Herantragen von Munition nach den Schützenlinien zu verwenden.
✽ Hußár, Adolf, ungar. Bildhauer, geb. 1843 zu Neusohl in Ungarn, mußte schon als 14jähriger Knabe sein Brot im Eisenhammer zu Rehnitz verdienen und wanderte mit 17 Jahren nach Wien, wo er unter harten Entbehrungen in den Ateliers der Bildhauer Fernkorn und Gasser seine Lehrjahre durchmachte. Im J. 1869 erhielt er von der ungarischen Regierung ein Stipendium auf drei Jahre, und bald darauf errang er den ersten Preis in der Konkurrenz um das Eötvös-Denkmal für Budapest, dessen Ausführung ihm auch übertragen wurde. 1874 siedelte er nach Budapest über, wo er seitdem mit Unterbrechungen durch Studienreisen nach Deutschland, Frankreich und Italien thätig war. Außer zahlreichen Büsten (Kaiser Franz Joseph I., Franz v. Deák, Franz v. Pulszky u. a.) schuf er dort die Marmorgruppe: Venus und Amor, die Figuren der vier Jahreszeiten auf dem Gebäude des Ofener Schloßgartens und das Petöfi-Denkmal (1882 enthüllt). In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigten ihn das kolossale Denkmal der Arader Märtyrer und das ebenfalls kolossale Deák-Denkmal, an deren Vollendung er durch seinen 21. Jan. 1885 erfolgten Tod verhindert wurde. Seit 1881 war H. Professor der Bildhauerkunst an der Landes-Musterzeichenschule zu Budapest. In seinen Schöpfungen schloß sich H. vorzugsweise an die Antike an, doch hat auch Michelangelo großen Einfluß auf ihn geübt.
✽ Hutzler, Sarah, Schriftstellerin, s. Kainz (Bd. 17).
Huygens, 2) Christian, Physiker. Eine neue Gesamtausgabe seiner Werke veranstaltet die holländische Gesellschaft der Wissenschaften (Bd. 1 u. 2, Haag 1888–89).
✽ Hydracetīn (Pyrodin, Acetylphenylhydrazid) C8H10N2O entsteht beim Erhitzen von Phenylhydrazin mit Essigsäure und bildet farb-, geruch- und nahezu geschmacklose Kristalle, die in Wasser und Alkohol löslich sind, bei 128–129° schmelzen, stark reduzierend wirken und beim Kochen mit Salzsäure in Essigsäure und Phenylhydrazin zerfallen. Man benutzt es als Antipyretikum und Antineuralgikum, äußerlich gegen Psoriasis, muß indes sehr vorsichtig sein, da H. unzweifelhaft ein Blutgift ist.
✽ Hydrastis canadensis L., einzige Art einer Ranunkulaceengattung, welche in den Vereinigten Staaten und in Kanada heimisch ist, mit starkem, perennierendem Wurzelstock, mehr als fußhohem Stengel, zwei oder drei handförmig gelappten Blättern, kleiner, sehr hinfälliger, grünlichweißer Blüte und einer der Brombeere ähnlichen Sammelfrucht. Der Wurzelstock (Yellow root) dient zur Bereitung eines Fluidextrakts, welches gegen chronische Magenleiden, Dyspepsie, Wechselfieber, Katarrhe der äußern Schleimhäute und Menstruationsanomalien benutzt wird. Wirksamer Bestandteil ist das Hydrastin C22H23NO6, welches farblose Prismen bildet, in Alkohol und Äther, kaum in Wasser löslich ist, bitter schmeckt und in seinem chemischen Verhalten dem Narkotin sich nahe verwandt zeigt. Man benutzt es gegen typhöses Fieber, Augenleiden, Hautkrankheiten, Hämorrhoiden etc. Neben Hydrastin enthält der Wurzelstock noch Berberin, Kanadin, Xanthopuccin.
✽ Hydrochinōn (Dioxybenzol) C6H6O2 entsteht bei trockner Destillation von Chinasäure, bei Reduktion von Chinon, bei der Spaltung von Arbutin etc. Zu seiner Darstellung behandelt man Anilin mit chromsaurem Kali und Schwefelsäure, setzt saures schwefligsaures Natron zu, um das entstandene Chinon zu reduzieren, filtriert, schüttelt die Lösung mit Äther und verdampft letztern. H. bildet farblose Kristalle, löst sich schwer in kaltem Wasser, leicht in heißem, in Alkohol und Äther, schmeckt süßlich, schmilzt bei 169°, ist flüchtig, wirkt reduzierend, die Lösung, besonders die alkalische, bräunt sich an der Luft und gibt mit Eisenchlorid kantharidenglänzende Kristalle von Chinhydron. Man benutzt es als antipyretisches Mittel, da es die Temperatur ohne Nebenwirkungen herabsetzt.
✽ Hydrolokomobile, s. Wasserrad (Bd. 17).
Hydromedusen. Die großen Meeresexpeditionen haben besonders über die Verbreitung der H. viel Neues gebracht. Aus der ersten Ordnung, den Akalephen (Scyphomedusen), wurden mehrere Arten aus 1100, 2000 und 2160 Faden Tiefe bekannt. Es sind zum Teil eigentümliche Formen. Von den Rhizostomeen ist Häckel der Ansicht, daß sie auf dem Meeresboden selbst in größerer Tiefe vorkommen, während andre wohl in verschieden tiefen Schichten frei schwimmend sich finden. Diese Tiefenformen stammen aus dem Atlantischen und dem Stillen Ozean wie aus der antarktischen See. Was die Horizontalverbreitung der Oberflächenformen anbelangt, so sind die Scyphomedusen gleich den andern Cölenteraten sehr zahlreich an den australischen Küsten, doch treten nur wenig Arten in großen Massen und Schwärmen vereint auf, die Mehrzahl findet sich nur vereinzelt. Nach den Jahreszeiten ist der Tiefenaufenthalt auch der Oberflächen-Scyphomedusen ein verschiedener, indem sie im Winter in größerer Tiefe leben und nur im Sommer an die Oberfläche steigen. Die Schwimmpolypen (Siphonophoren) waren bisher nur als oberflächlich pelagische Tiere bekannt, unter dem Challenger-Material aber haben sich echte Tiefseeformen gefunden. Einige derselben (Auranekten) sind ausgezeichnet durch einen einzigartig hochentwickelten Schwimmapparat, indem eine der großen Schwimmglocken, die Aurophore, derartig umgebildet ist, daß sie zur Regelung der Gasverhältnisse in der Luftkammer, der Pneumatophore, dient; der ganze Apparat befähigt das Tier, schnell und ausgiebig in vertikaler und horizontaler Richtung zu schwimmen. Nach Untersuchungen im Mittelmeer unternehmen auch die Schwimmpolypen, je nach den Jahreszeiten, meist ausgedehnte vertikale Exkursionen, so daß sie nicht an bestimmte Tiefen gebunden erscheinen. Die Tiefsee-Schwimmpolypen wurden in allen drei Ozeanen gefunden. Die Neubearbeitung der Schwimmpolypen hat Häckel nicht nur zur Errichtung eines neuen Systems geführt, sondern auch zur Aufstellung einer neuen Hypothese über das Wesen dieser eigenartigen Geschöpfe. Nach der Polyorgantheorie sind die Schwimmpolypen ein einfaches medusenartiges Tier, welches sich von den typischen Medusen nur durch die Multiplikation und Differenzierung seiner Organe unterscheidet. Nach dieser Theorie besitzt die medusenförmige Larve des Schwimmpolypen, die sich
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 443. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0447.jpg&oldid=- (Version vom 9.11.2025)