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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17

Schwerspat, Bleisulfat bleiben ungelöst zurück. Entwickelt sich beim Behandeln von M. mit Salpetersäure Kohlensäure, so ist Blei-, Calcium- oder Baryumcarbonat zugegen. Reine M. gibt an verdünnte Schwefelsäure nichts ab; Kupfer oder Eisen gehen beim Erwärmen in Lösung, und wenn man dann filtriert und mit Ammoniak übersättigt, so färbt sich die Flüssigkeit bei Gegenwart von Kupfer blau, während Eisen als braunes Hydroxyd gefällt wird. Um Gips nachzuweisen, kocht man die M. mit Wasser, filtriert und prüft das Filtrat mit Chlorbaryum auf Schwefelsäure und mit oxalsaurem Ammoniak auf Kalk. Nimmt M. beim Reiben einen gelblichen Farbenton an, so ist das Bleioxyd nur oberflächlich in M. verwandelt, und es ist noch viel Bleioxyd zugegen. Glüht man eine gewogene Menge M. im bedeckten Porzellantiegel bei nicht zu hoher Temperatur, so entspricht der Gewichtsverlust derjenigen Menge Sauerstoff, welche in der M. mehr als im Bleioxyd enthalten ist. Der Gewichtsverlust beträgt 1,3–2,34 Proz. Diese Methode ist ungenau, wenn Blei- und Calciumcarbonat zugegen ist, man zersetzt deshalb besser die M. durch Kochen mit Salzsäure, leitet das entwickelte Chlor in eine Jodkaliumlösung und bestimmt das ausgeschiedene Jod mit einer titrierten Lösung von unterschwefligsaurem Natron.

 Menzel, 5) Karl, Geschichtschreiber, geb. 3. Nov. 1835 zu Speier, studierte in München Geschichte unter v. Sybel, erwarb durch die gekrönte Preisschrift „Kurfürst Friedrich der Siegreiche von der Pfalz“ (Münch. 1861) die philosophische Doktorwürde, ward sodann Mitarbeiter an der Herausgabe der Reichstagsakten durch die Historische Kommission in München, für welche er archivalische Studien in Deutschland, Elsaß und der Schweiz unternahm, wurde 1866 als Sekretär an das Staatsarchiv zu Weimar berufen und 1873 zum Professor der Geschichte in Bonn ernannt, wo er sich auch an der politischen Bewegung im nationalen Sinn lebhaft beteiligte. Er schrieb: „Diether von Isenburg, Erzbischof von Mainz“ (Erlangen 1868); „Zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. Zwei Reden“ (Bonn 1888). Er gab Th. Knochenhauers „Geschichte Thüringens zur Zeit des ersten Landgrafenhauses“ mit Anmerkungen heraus (Gotha 1871) und setzte Schliephakes „Geschichte von Nassau“ („von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zur Gegenwart“, Wiesbad. 1879–89, 3 Bde.) fort. Auch schrieb er zahlreiche Beiträge zu Zeitschriften und zur „Allgemeinen Deutschen Biographie“.

Mercy-Argenteau, Florimund, Graf.[WS 1] Seine geheime Korrespondenz mit Kaiser Joseph II. und Kaunitz wird von Arneth und Flammermont herausgegeben (Par. 1889, Bd. 1).

 Merian, Peter, Geolog, geb. 20. Dez. 1795, studierte in Genf, Göttingen und Paris, war 1820–28 Professor der Physik und Chemie, seit 1835 Professor für Zoologie und Paläontologie in Basel, 1847–65 Präsident des Erziehungskollegiums und der Universitätskuratel und starb 8. Febr. 1883. Er lieferte mehrere Spezialarbeiten über die Juraformation: „Übersicht der Beschaffenheit der Gebirgsbildungen in der Umgebung von Basel“ (Basel 1821), „Geognostischer Durchschnitt durch das Juragebirge“ (das. 1829) und schrieb auch „Geognostische Übersicht des südlichen Schwarzwaldes“ (das. 1832). Außerdem lieferte er zwei Festschriften zur vierten Säkularfeier der Universität: „Die Mathematiker Bernoulli“ (1860) und „Äußere Schicksale der Universität Basel während des vierten Jahrhunderts ihres Bestandes“ sowie die weitere Festschrift „Geschichte der Naturforschenden Gesellschaft in Basel“ (Basel 1867). M. hatte sich große Verdienste um die Universität, die Bibliothek und die naturwissenschaftlichen Sammlungen erworben, auch entwickelte er als Mitglied des Großen und des Kleinen Rats eine bedeutende Thätigkeit. Ihm zu Ehren wurde eine Merian-Stiftung begründet. Vgl. L. Rütimeyer, Ratsherr Peter M. (Basel 1883).

 Merivale, 2) Herman Charles, engl. Schriftsteller, geb. 27. Jan. 1839 zu London als Sohn des Unterstaatssekretärs Herman M., studierte in Oxford, ward 1864 Rechtsanwalt und war 1870–78 Herausgeber des „Annual Register“. 1879 gab er seine amtliche Thätigkeit auf und widmete sich, in Eastbourne lebend, litterarischer Thätigkeit. Er schrieb eine Anzahl Bühnenstücke, so: „Alone“, das historische Drama „All for her“, „The white pilgrim“ (1883), „Forget me not,“ die Tragödie „Florien“ (1884), den Roman „Faucit of Balliol“ (1882, 3 Bde.), die Erzählung „Binko’s Blues“ (1884) u. a. Auch auf politischem Gebiet ist M. hervorgetreten.

 Merka, Stadt an der Somalküste von Nordostafrika, welche mit ihrem Gebiet zum Sultanat Sansibar gehört. Sie besteht aus einigen steinernen, sehr verfallenen Häusern, einem Dutzend Moscheen, einem alten Fort, dem Sitz des Gouverneurs, im übrigen aus ärmlichen Hütten, und hat nach Kinzelbach, der die Stadt 1867 besuchte, 6500 Einw. (800 Araber, 700 Somal, 5000 befreite Sklaven), wobei die Sklaven nicht gerechnet sind. Die Reede ist durch eine Barre fast geschlossen. Der Markt wird außerhalb der Stadt abgehalten, da man sich fürchtet, die Somal in die Stadt zu lassen. Durch einen 1888 zwischen dem Sultan von Sansibar und der Britisch-Ostafrikanischen Gesellschaft abgeschlossenen Vertrag wurde die Erhebung der Zölle in M. wie in den übrigen Besitzungen des Sultans an der Somalküste der genannten Gesellschaft überlassen.

 Merkel, 3) Gustav, Organist, geb. 12. Nov. 1827 zu Oberoderwitz bei Zittau, bildete sich unter J. Otto und Joh. Schneider in Dresden und verdankte Reissiger und R. Schumann weitere Förderung und Anregung. Nachdem er einige Jahre als Organist an der Waisenhauskirche und Kreuzkirche gewirkt hatte, wurde er 1864 Hoforganist an der katholischen Hofkirche und war daneben seit 1861 als Lehrer am Dresdener Konservatorium und 1867–73 als Dirigent der Dreyßigschen Singakademie thätig. Er starb 30. Okt. 1885. M. war ein vorzüglicher Orgelspieler und bedeutend als Komponist für die Orgel. Außer Klavierstücken, Motetten, Liedern etc. veröffentlichte er 6 Orgelsonaten, von denen Op. 30 von der Mannheimer Tonhalle 1858 preisgekrönt wurde, 3 Orgelphantasien und viele Choralvorspiele, Fugen etc. Vgl. Janssen, Gustav M. (Leipz. 1887).

Merswin,[WS 2] Rulmann, Mystiker. Vgl. Jundt, Rulman Merswin et l’ami de dieu de l’Oberland (Par. 1890).

 Mertwyi Kultuk („toter Golf“), großer Meerbusen des Kaspischen Meers, welcher den nordöstlichsten Teil desselben bildet, so benannt wegen der geringen Tiefe seiner Gewässer, die seine Benutzung durch Schiffe nicht zuläßt, zwischen der Halbinsel Busatsch im S. und der kleinen Insel Prorva im NO. An seinem Südostende entsendet er einen langen Arm ins Land zwischen der Halbinsel Busatsch und dem Plateau Ust-Urt, die Bai von Kaidak oder Tiukkarasu, deren Eingang zwischen Kap Blik im W. und dem Jaman-Airakbyberg im O. liegt.

 Merx, Adalbert, protest. Theolog und Orientalist, geb. 2. Nov. 1838 zu Bleicherode bei Nordhausen,

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Im Hauptteil, Band 11, im Artikel Mercy.
  2. Vorlage: Merswyn
Empfohlene Zitierweise:
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 565. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0569.jpg&oldid=- (Version vom 4.10.2025)