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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17

die Juden (14,3 Proz. der Gesamtbevölkerung) am stärksten in der Stadt Warschau (33,5 Proz.) und in den Gouvernements Suwalki (16,9 Proz.) und Sjedlez (16,3 Proz.) vertreten. Auffallend ist das unverhältnismäßige Überwiegen der weiblichen Bevölkerung, da auf 1000 Bewohner männlichen Geschlechts fast 1044 weiblichen Geschlechts kamen.

 Poliersteine (Schabsteine), längliche Steine mit gebogener Schneide an ihrem abgerundeten Ende, wurden in vorgeschichtlichen Ansiedelungen Englands, Frankreichs, Dänemarks, der Schweiz etc. gefunden und dienten hauptsächlich zur Glättung der Horn- und Knochengeräte.

Polignac, 2) Herzogin. Ihr Leben beschrieb H. Schlesinger (Par. 1889).

4) Armand, Herzog von (geb. 1817), starb 17. März 1890 in Paris.

Poljakow, Iwan Semenowitsch, russ. Reisender, starb 5. (17.) April 1887 in St. Petersburg.

 Pollard (spr. pollä̆rd), Edward, amerikan. Schriftsteller, geb. 27. Febr. 1828 in Nelson County im Staat Virginia, studierte seit 1849 Rechtswissenschaft, führte darauf ein unstetes Leben in Kalifornien, wo er bis 1855 als Journalist lebte, dann in Mexiko und Nicaragua, kehrte darauf nach dem Osten der Union zurück und trat von hier eine größere Reise nach Europa, China und Japan an. Unter Buchanans Präsidentschaft erhielt er eine Beamtenstelle im Repräsentantenhaus, die er als eifriger Sezessionist 1860 verlor. 1861–67 gab er den „Richmond Examiner“, später die „Southern Opinion“ heraus, siedelte dann nach New York über und starb 12. Dez. 1872 zu Lynchburg in Virginia. Er schrieb: „Black diamonds gathered in the darkey homes of the South“ (1859); „Letters of the Southern spy in Washington and elsewhere“ (1861); „Southern history of the war“ (1862–66, 4 Bde.); „The lost cause“ (1866); „Lee and his lieutenants“ (1867); „The lost cause regained“ (1868); „Life of Jefferson Davis“ (1869); „The Virginia tourist“ (1870).

Pondoland. Hier erwarb die Deutsche Pondolandgesellschaft von den Häuptlingen der das Land bewohnenden Kaffern ein großes Gebiet, das im SW. vom St. Johnfluß, im NO. vom Ubasi begrenzt und von der Küste hinauf zur Woldkabenidrift reicht, von wo die Grenze parallel mit der Küste bis zum Kamm der Imgodiniberge verläuft. Dies Gebiet, welches von der See terrassenförmig bis zur Höhe von 300 m ansteigt, ist sehr wasserreich und fruchtbar, bringt neben tropischen Produkten alle europäischen Halm- und Knollengewächse hervor und eignet sich auch zu Tabaks-, Kaffee- und Theepflanzungen. Das gemäßigt warme Klima ist fieberfrei und dem Europäer durchaus zuträglich. Die natürlichen Häfen sind St. John und Port Grosvenor, doch ist der letztere Hafen, welcher hauptsächlich zum Schmuggeln von Waffen benutzt wurde, geschlossen und das englische Protektorat über die ganze Küste ausgesprochen worden. Der einzige Schiffsverkehr an der Küste ist jetzt an der Mündung des St. Johnflusses, von wo eine fahrbare Straße nach Kokstad, Hauptort von Ostgriqualand, gebaut wird. Die Gebirgsformation von P. scheint sehr mannigfaltig zu sein und enthält nach den Untersuchungen von Einwald Kupfer, Eisen, Kohle und Gold. Große Waldungen sind vorhanden, namentlich enthält der Ekossiwald zahlreiche wertvolle Holzarten. Die eingebornen Kaffern, welche östlich des St. John unter dem Häuptling Sigcaw, westlich desselben unter Nquiliso stehen, sind große Viehzüchter, und der Viehhandel ist seit Jahren ein sehr einträgliches Geschäft einiger Kapkolonisten. Die Deutsche Pondolandgesellschaft, deren Besitz eine für Ackerbau verfügbare Fläche von 50,000 Hektar beträgt, hat am Umkwenifluß die Station Lambas (Port Grosvenor) angelegt.

 Poorter, Willem de, holländ. Maler, geboren zu Haarlem, war Schüler von Rembrandt und malte in dessen Art religiöse Bilder, welche sich durch weiche Färbung, wirkungsvolle Beleuchtung und starke Betonung des Stofflichen und des Geräts auszeichnen. Er war noch 1645 in Haarlem thätig. Bilder von ihm besitzt die Dresdener Galerie (Esther vor Ahasver, die Ehebrecherin vor Christus), das Berliner Museum (Gefangennahme Simsons), die Münchener Pinakothek (Erweckung des Lazarus) u. a.

Pope, Alexander, engl. Dichter. Seine Biographie schrieb noch Courthope (als Schlußband der Ausgabe von Popes Werken, Lond. 1889).

 Porfirio Diaz, Ort in Mexiko, s. Piedras Negras (Bd. 17).

 Portaels (spr. -täls oder -tal), Jean François, belg. Maler, geb. 1. Mai 1818 zu Vilvorde bei Brüssel, erhielt seine Ausbildung bei Navez in Brüssel, ging dann zu P. Delaroche nach Paris und errang 1842 den großen Preis. Nach mehrjährigen Reisen in Syrien, Ägypten, Palästina, Griechenland, der Türkei ward er 1847 zum Direktor der Akademie in Gent ernannt, in welcher Stellung er drei Jahre verblieb. Dann nahm er sein Reiseleben wieder auf und durchzog ganz Europa. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Paris ward er Direktor der Akademie in Brüssel, welche Stelle er noch bekleidet. P.’ Bilder zeichnen sich durch gefällige Komposition und feine Charakteristik aus, sind aber sehr glatt und ausdruckslos gemalt. Seine Hauptwerke sind: Leichenzug in der Wüste von Suez, griechische Sklavin, die Tochter Jephthas, Flucht nach Ägypten, Lea und Rahel, Mädchen aus Istrien, die junge Hexe, der Samum.

 Port Durnford, Hafen an der Küste von Ostäquatorialafrika, im Somalland, unter 1°13′ südl. Br.; die weite, tief ins Land sich ziehende Mündung des Wubuschi (in seinem Oberlauf Scheri genannt) wurde durch Jühlke 1886 für die Deutsche Ostafrikanische Gesellschaft erworben, worauf hier die Station Hohenzollernhafen angelegt wurde.

 Porter, 2) Noah, amerikan. Philosoph, geb. 14. Dez. 1811 zu Farmington (Connecticut), studierte Theologie und wurde 1836 Pfarrer in seinem Heimatstaat; 1846 zur Professur für Philosophie am Yale College in Newhaven berufen, wurde er 1871 Präsident dieses College und erwarb sich durch seine Schriften den Ruf eines der bedeutendsten Philosophen der Vereinigten Staaten. Er schrieb: „The educational systems of the Puritans and the Jesuits compared“ (1851); „The human intellect“ (1868, vielfach aufgelegt); „Books and reading“ (1870); „Science of nature versus the science of man“ (1871, eine Darlegung der Philosophie Herbert Spencers); „Elements of intellectual science“ (1872); „American colleges and the American public“ (1878); „Science and sentiment“ (1882); „Elements of moral science“ (1885); „Kant’s Ethics, a critical exposition“ (1886).

Portugal, Geschichte. Das neue progressistische Ministerium de Castro, welches 19. Febr. 1886 gebildet worden war, sah sich Anfang 1887 genötigt, die Kammer aufzulösen, weil sie 4. Jan. ein Mitglied der Opposition zum Präsidenten gewählt hatte. Bei den Neuwahlen, welche 27. Febr. stattfanden, wurden 108 Anhänger der Regierung und nur 36 Konservative, ferner 2 Republikaner gewählt. Dennoch

Empfohlene Zitierweise:
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 665. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0669.jpg&oldid=- (Version vom 17.8.2025)