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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17 | |
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✽ Saadani, Hafenplatz an der ostafrikan. Küste, in dem vom Sultan von Sansibar der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft überlassenen Küstenstrich zwischen Pangani und Bagamoyo, an einer ins Innere führenden Karawanenstraße. Hier wurde Anfang 1889 der englische Missionär Brookes durch die aufständischen Araber ermordet und dafür 8. Juni d. J. der durch mehrfache Palissadenreihen, Schanzen und Gräben befestigte Ort von Wißmann mit Unterstützung seitens der Kreuzer Möwe und Schwalbe, des Avisos Pfeil und der Kreuzerfregatte Leipzig erstürmt und völlig zerstört.
Saarn, Dorf im Regierungsbezirk Düsseldorf, gehört seit 1887 zum Kreis Ruhrort.
✽ Saati, ein in Abessinien westlich von Massaua gelegener Höhenzug, auf dem am 26. Jan. 1887 bei Dogali eine 550 Mann starke Abteilung italienischer Truppen von den Abessiniern unter Ras Alula überfallen und mit Ausnahme von einem Offizier und 130 Mann, welche verwundet entkamen, niedergemetzelt wurde.
✽ Sabatier (spr. -tjeh), Louis Auguste, protestant. Theolog, geb. 22. Okt. 1839 zu Vallon (Ardèche), studierte an der theologischen Fakultät zu Montauban und auf deutschen Universitäten, wurde 1868 Professor der französischen Litteratur am Gymnasium zu Straßburg, wo er gleichzeitig Vorlesungen an der protestantisch-theologischen Fakultät hielt, und ging 1873 als Professor an die neuerrichtete protestantisch-theologische Fakultät zu Paris. Er schrieb: „Le témoignage de Jésus-Christ sur sa personne“ (1863); „Essai sur les sources de la vie de Jésus“ (1866); „Jésus de Nazareth, le drame de sa vie, la grandeur de sa personne“ (1867); „L’apôtre Paul, esquisse d’une histoire de sa pensée“ (1870, 2. Aufl. 1882); „Guillaume le Taciturne“ (1872); „De l’influence des femmes sur la littérature française“ (1873); „La notion hébraïque de l’esprit“ (1879); „De l’origine du péché dans la théologie de l’apôtre Paul“ (1887); „Le origines littéraires et la composition de l’Apocalypse de saint Jean“ (1888).
Sachs, 1) Hans, Dichter. Zur Litteratur: Kawerau, Hans S. und die Reformation (Halle 1889); Stein (Nietschmann), Hans S., ein Lebensbild (das. 1889); Schweitzer, Un poète allemand au XII. siècle. Étude sur la vie et les œuvres de Hans S. (Nancy 1889).
✽ Saenredam (spr. sahn-), Jan, holländ. Kupferstecher, geb. 1565 zu Zaandam, war Schüler von Goltzius in Haarlem und Jakob de Gheyn und stach in deren Manier 154 Blätter nach Corneliszen von Haarlem, Goltzius, Bloemart, Spranger u. a. Er starb 1607 zu Assendelft.
✽ Saffig, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Mayen, hat eine kath. Kirche, eine Privatirrenanstalt und (1885) 945 Einw.
✽ Saga, Stadt in der japan. Provinz Hizen, im nördlichen Teil der Insel Kiusiu, in einer fruchtbaren Ebene, hat (1884) 25,022 Einw., war aber früher als Residenz des Fürsten von Hizen von viel größerer Bedeutung.
✽ Sagaier, türk. Volksstamm im südlichen Sibirien, welcher, 2160 Köpfe stark, vom Askysfluß bis zu den Quellen des Abakan nomadisierend umherzieht.
✽ Sahwi (Sefwhi), Landschaft im Hinterland der englischen Besitzungen an der Goldküste, wird vom Tona durchflossen, an dessen linkem Ufer der große Ort Wiawoso liegt, und im W. vom Bia, im O. vom Ankoh begrenzt. Die Landschaft wurde 1887 unter englischen Schutz gestellt und damit ein Keil zwischen das französische Protektorat von Assini und Aschanti getrieben.
✽ Saigô Kichinosuke Takamori, japan. Staatsmann, geb. 1826 zu Kagoshima als Sohn eines Samurai, war schon früh von Haß gegen den Shôgun von Jedo und die Fremden erfüllt, dagegen ein eifriger Anhänger des Mikado. Nachdem er mit Mühe den Nachstellungen des Shôgun entgangen war, stellte ihn Shimadzu Saburô an die Spitze der Verwaltung von Satsuma. Bei dem Kampf gegen den Shôgun befehligte er die Krieger von Satsuma im Gefecht bei Fushimi (28. Jan. 1868) und war Beirat des Oberbefehlshabers bei der Einnahme von Jedo; er hieß das Herz und Schwert der Mikadosache. Doch war er mit den Regierungsgrundsätzen des neuen Herrschers nicht einverstanden, obwohl er Mitglied des Staatsrats wurde. Als Höchstkommandierender der Armee betrieb er eifrigst den Krieg gegen Korea und trat, als dieser 1873 vereitelt wurde, von seinen Ämtern zurück. Er zog sich nun nach Satsuma zurück und betrieb hier mit großem Eifer die kriegerische Ausbildung der Samurai, um sie für die große Empörung gegen die Neuerungen und Reformen der Regierung vorzubereiten. Diese brach Anfang 1877 aus, und S. stellte sich an ihre Spitze. Doch blieb die kaiserliche Armee treu, die Samurai der übrigen Landschaften schlossen sich nicht an. S. wurde 20. März 1877 geschlagen und zog sich nach Kiusiu zurück, wo er sich nach Vernichtung seiner letzten Truppen im September von einem Freunde den Kopf abhauen ließ.
✽ Saint-Gilles (spr. ssäng-schihl), Vorstadt im S. von Brüssel, an der Staatsbahnlinie Brüssel-Herbesthal (Aachen), mit der Kirche St.-Gilles, der Münze, dem Zellengefängnis und (1889) 41,198 Einw.
✽ Saintin (spr. ssängtä́ng), Jules Emile, franz. Maler, geb. 14. Aug. 1832 zu Lemé im Aisnedepartement, wurde Schüler von Drolling, Picot und Leboucher in Paris und debütierte 1850 im Salon mit drei Porträten und Zeichnungen. Alsdann trat er eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika an, blieb dort zehn Jahre und sandte von dorther Ölgemälde und Zeichnungen zu den Pariser Ausstellungen. Seitdem nahm er an allen Salons teil, anfänglich mit Genrebildern, in letzter Zeit auch mit Bildnissen und Einzelfiguren in landschaftlicher Umgebung. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten seit 1862 gehören: Kolonistenfrau von Rothäuten entführt, der Kriegspfad, Indianerszene, Martha, Karmella, Michellina, Vittoria, Unentschiedenheit, Enttäuschung, der 2. November 1871, die beiden Augurn, Blumen von Nizza, die Roussotte (Frau Judic in dieser Rolle), Träumerei (1885), die Hausfrau, das letzte Gebet (1887) und in der Oper (1889). Seit 1877 ist er Ritter der Ehrenlegion.
✽ Saint-Josse ten Noode (spr. ssäng-schoss, täng nohd’), Vorstadt im O. von Brüssel, an der Staatsbahnlinie Brüssel-Herbesthal (Aachen), mit großem, 1568 gestiftetem Findelhaus und (1889) 30,101 Einw.
✽ Saint-Marceaux (spr. ssäng-marssoh), René de, franz. Bildhauer, geb. 1845 zu Reims, war 1863 Schüler der École des beaux-arts und Jouffroys
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 17. Bibliographisches Institut, Leipzig 1890, Seite 715. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b17_s0719.jpg&oldid=- (Version vom 6.12.2025)