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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 18 | |
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Österreich-Ungarns wirkten in derselben Richtung. Frankreich hat bedeutende Posten italienischer Wertpapiere abgegeben. Ein bedeutender Teil derselben ist von Deutschland aufgenommen. Die Effektenarbitrage war ebenfalls ein den Wechselmarkt beeinflussender Faktor. Die deutschen Handelsbilanzen trugen gleichfalls dazu bei, die Wechselkurse zu beeinflussen. In dieser Beziehung ist das Resultat der Handelsbilanz von 1889 sehr bemerkenswert. Deutschland hat infolge der durch Kartelle und Konventionen eingetretenen einseitigen Preisfestsetzung vieler Artikel seine Stellung auf dem Weltmarkt teilweise verloren. Die stattgehabte Umgestaltung des Saldos war aber auch eine Folge des Eintritts Hamburgs und Bremens in das deutsche Zollgebiet. Im J. 1888 wurde von den Zollanschlüssen an der Elbe und Weser in den freien Verkehr des deutschen Zollgebietes für 808,13 Mill. Mk. ein- und für 854,99 Mill. Mk. Waren und Produkte nach diesen Zollanschlüssen ausgeführt. Der Verbrauch derselben erscheint in den 1889er Listen nicht mehr als Ausfuhr. Während der Wert der Ausfuhr in den Vorjahren meist einen Überschuß ergeben hatte, blieb er im J. 1889 um 83,27 Mill. Mk. gegenüber der Einfuhr zurück. Im J. 1889 ist der Wert der Einfuhr auf 4087,06 Mill. Mk. gestiegen und derjenige der Ausfuhr auf 3256,42 Mill. Mk. gefallen. Der Überschuß des Einfuhrwertes betrug also 830,64 Mill. Mk. Deutschland war in der Lage, diesen Überschuß aus dem dem Besitz fremder Wertpapiere entspringenden Guthaben decken zu können. Die russische und österreichisch-ungarische Valuta waren steigend, obgleich der 1889er Ernteausfall die Ausfuhr dieser Länder ungünstig beeinflußte. Rußland hat mit alten Vorräten einen Teil dieses Ausfalls gedeckt. In Österreich-Ungarn wirkte die Absicht einer Valutaregulierung und in neuester Zeit die durch die Silberfrage in den Vereinigten Staaten veranlaßte Steigerung des Silberpreises in London. Die italienische Valuta stand unter dem Einfluß großer finanzieller Operationen, an welchen große deutsche Banken und Bankhäuser beteiligt sind. Die Kursbewegung am Wechselmarkt war folgende:
| Anfang des Jahres | Höchster | Niedrigster | Ende des Jahres | |
| Kurs | ||||
| Amsterdam | 168,85 | 169,65 | 168,25 | 168,50 |
| London | 20,380 | 20,485 | 20,32 | 20,380 |
| Paris | 80,60 | 81,35 | 80,55 | 80,85 |
| Wien | 168,75 | 173,60 | 167,75 | 172,40 |
| Petersburg | 208,90 | 219,05 | 206,10 | 218,25 |
| Italien | 79,80 | 81,10 | 78,85 | 79,90 |
Die große Bedeutung der Berliner Börse als Geld-, Wechsel-, Kapital- und Spekulationsmarkt sprach sich zunächst in dem 1889er Jahresbericht der Bank des Berliner Kassenvereins aus. Es betrug der Inkasso-Verkehr (in Tausenden Mark):
| Einlieferungen | ||||
| Insgesamt | Höchste | Niedrigste | Durchschnittlich | |
pro Tag | ||||
| 1889 | 14099176 | 528664 | 10954 | 46226 |
| 1888 | 10165171 | 389868 | 549 | 33438 |
| 1887 | 7178059 | 221510 | 4657 | 27051 |
| 1886 | 8277699 | 275606 | 4300 | 24507 |
| 1885 | 7450279 | 258786 | 3446 | 25877 |
| 1880 | 7354595 | 249579 | 3279 | 19236 |
| 1872 | 13433402 | 268082 | 15657 | 43900 |
Hiervon fielen auf Ultimo-Einlieferungen 5121,61 Mill. Mk. in 1889 gegen 3214,72 Mill. Mk. in 1888 und 2001,02 Mill. Mk. in 1887. Beachtenswert ist, daß von den eingelieferten Summen durch Abrechnung geordnet sind in 1889: 88,32 Proz., in 1888: 86,02 Proz., in 1887: 80,076 Proz. Es betrug der Gesamtumsatz im Giroverkehr 12,465 Mill. Mk. gegen 10,577,42 Mill. Mk. in 1888 und 8417,71 Mill. Mk. in 1887.
Die zweite Hälfte des Jahres 1889 brachte für die Banken ein sehr lebhaftes, fast noch niemals zuvor erreichtes Geschäft und infolgedessen auch fast durchweg höhere Dividenden. Aber auch die Reserven wurden mit ganz außerordentlichen Beträgen bedacht, durch welche sich die Situation der Banken nicht unerheblich gebessert hat. Diejenigen Banken, welche ihr Kapital erhöht haben, konnten aus dem Agiogewinn ebenfalls bedeutende Summen den Reserven überweisen. Im Laufe des Jahres 1889 erhöhten folgende in Berlin domizilierende Banken das Kapital:
| Diskonto-Gesellschaft um | 15 | Mill. | Mk. |
| Bank für Handel und Industrie um | 20 | „ | „ |
| Berliner Handels-Gesellschaft um | 10 | „ | „ |
| Dresdener Bank um | 12 | „ | „ |
| Deutsche Genossenschaftsbank um | 6 | „ | „ |
| Nationalbank für Deutschland um | 9 | „ | „ |
Über die in Berlin mit einem Gesamtkapital von 702,939,800 Mk. vertretenen Banken geben wir in nachstehendem eine Zusammenstellung, welche über das Kapital und die in den letzten Jahren gezahlten Dividenden Auskunft gibt.
| Banken | Kapital | Dividende | |
| Mk. | 1888 | 1889 | |
| Allgemeine Deutsche Handelsgesellschaft | 1000000 | 4 | 10 |
| Bank für Sprit und Produktenhandel | 5000400 | 32/3 | 21/3 |
| Berliner Bank | 5000000 | – | 71/2 |
| „ Kassenverein | 9000000 | 51/3 | 6 |
| „ Handelsgesellschaft | 40000000 | 10 | 12 |
| „ Maklerverein | 3000000 | 10 | 10 |
| „ Produkten- u. Handelsbank | 4200000 | 5 | – |
| Börsen-Handelsverein | 3000000 | 101/2 | 12 |
| Bank für Handel u. Industrie (Darmstädter) | 80000000 | 9 | 101/2 |
| Deutsche Bank | 75000000 | 9 | 10 |
| „ Genossenschaftsbank | 21000000 | 71/2 | 8 |
| „ Grundschuldbank | 3000000 | 6 | 61/2 |
| „ Hypothekenbank | 9000000 | 61/4 | 61/4 |
| Diskontogesellschaft | 75000000 | 12 | 14 |
| Dresdener Bank | 60000000 | 9 | 11 |
| Internationale Bank | 20000000 | – | 9 |
| Maklerbank | 3000000 | 8 | 9 |
| Mitteldeutsche Kreditbank | 30000000 | 6 | 7 |
| Nationalbank für Deutschland | 36000000 | 9 | 10 |
| Norddeutsche Grundkreditbank | 4500000 | – | – |
| Preußische Bodenkreditbank | 30000000 | 61/3 | 61/2 |
| „ Zentral-Bodenkreditbank | 36000000 | 91/2 | 10 |
| „ Hypothekenaktienbank | 6000000 | 61/2 | 61/2 |
| „ Hypothekenversicherungsgesellschaft | 13500000 | 8 | 8 |
| „ Immobilienbank | 1500000 | 7 | 71/3 |
| Preußisches Leihhaus | 1995200 | – | 10 |
| Realkreditbank | 2200000 | 9 | 81/2 |
| Reichsbank | 120000000 | 5,4 | 7 |
| Rheinisch-Westfälische Bank | 1669200 | – | 9 |
| Vereinsbank (Berlin) | 2000000 | – | – |
| Weimarische Bank | 3375000 | 23/4 | 81/2 |
| Gesamtes Nominalkapital: | 702939800 | ||
An die schon oben gemachten Bemerkungen über die Reichsbank anschließend, sind noch folgende Daten aus dem 1889er Jahresbericht derselben von Bedeutung. Die folgende Aufstellung gibt die außerordentliche Zunahme, welche der Verkehr bei der Reichsbank, ganz besonders aber bei der Zentrale in Berlin erfahren hat. Die Umsätze bei der Reichsbank betrugen:
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 18. Bibliographisches Institut, Leipzig 1891, Seite 330. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b18_s0346.jpg&oldid=- (Version vom 1.5.2025)