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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 2

mit der Reiterei und die Division Schmettau, welche um 6 Uhr morgens von A. aufgebrochen waren, sich bei dichtem Nebel Hassenhausen näherten, trafen sie bereits auf feindliche Truppen und erkannten, da mehrere Angriffe zurückgewiesen wurden, daß sie auf die feindliche Hauptmacht gestoßen seien. Erst nach der Ankunft der Division Wartensleben, gegen 9 Uhr, schritten die Preußen zum Angriff auf das Dorf Hassenhausen, das sie aber trotz heftigen, verlustreichen Kampfes nicht zu erobern vermochten. Während desselben wurde Herzog Karl durch beide Augen geschossen, Schmettau tödlich verwundet. Es fehlte nun jede oberste Leitung, vereinzelt drangen die preußischen Truppen, Infanterie und Reiterei, vor, wurden aber von dem inzwischen verstärkten Feind immer zurückgewiesen. Endlich, als die Flügel entblößt und bedroht, die Munition verschossen war, trat die preußische Armee, obwohl inzwischen die Division Oranien herangekommen und noch über zwölf frische Bataillone vorhanden waren, den Rückzug in guter Ordnung an, bis in Buttstädt, wo sie auf die Trümmer der Armee von Jena stieß, auch bei ihr die Auflösung begann. Die Preußen zählten bei A. 47 tote und 221 verwundete Offiziere; von ihrer Infanterie war fast die Hälfte der zum Kampf Gekommenen tot oder verwundet. Die Franzosen hatten einen Verlust von 7000 Mann, darunter 270 Offiziere.

Auerzwald, 1) Hans Jakob von, Landhofmeister von Preußen, geb. 25. Juli 1757, trat schon 1770 in die preußische Armee, besuchte 1774 die Universität Königsberg und schieb 1783 aus dem Militärdienst aus. Als landrätlicher Assistent in den Zivildiens eingetreten, wurde er 1787 Mitglied der westpreußi- schen Landschaft, dann Landschaftsdirektor des Ma- rienwerderschen Departements, 1797 zum Präsidenten der westpreußischen Kammer ernannt, 1802 als Prä- sident der ostpreußischen und litauischen Kammer nach Königsberg versetzt, 1806 zum Wirklichen Geheimen Oberfinanz-, Kriegs- und Domänenrat und Kurator der Universität Königsberg, 1808 zum Geheimen Staatärat und Oberpräsidenten von Ost- und West- preußen und Litauen befördert. In dieser Stellung nahm er an der Neform des Staates durch Stein und Hardenberg hervorragenden Anteil. Als 1810 die Oberpräsidentenstellen aufgehoben wurden, trat A. als Präsident an die Spitze der ostpreußischen Re- gierung und erhielt 1811 die Würde eines Landhof- meisters des Königreichs Preußen. Um die Erhebung der Provinz zu befördern, magte er es auf Steins An- raten, im Januar 1813 ohne tönigliche Genehmigung den Landtag einzuberufen, welcher die Grrichtung der Landwehr und den Weginn des Befreiungskampses beschloß. Nachdem er für das Gemeinwohl des Lan- des und das Gedeihen der 1806—19 seiner Ruratel. anvertrauten Universität Königsberg unausgesetzt. thätig gewesen, zog er sich 1824 aus dem Staatzdienst auf sein Gut Faulen zurück, siedelte aber 1832 wieder nach Königsberg über, wo er 3. April 1833 starb. 2) Hans 2dolf Erdmann von, preuß. General- major, Sohn des vorigen, geb. 19. Ott. 1792 auf dem väterlichen Gut Jaulen, widmete sich auf der Uni- versität Königsberg 1810—13 juristischen und kame- ralistischen Studien, trat im Januar 1813 als Frei- williger in das 2. westpreußische Dragonerregiment und machte in demselben die Schlachten bei Groß- beeren, Dennewitz und Leipzig und den Feldzug in Solland als Leutnant mit, ward 1815 nach der Schlacht bei Waterloo Bülows Adjutant und trat- 1818 in den Generalftab, in welchem er- 1831 zum Major befördert wurde. Im . 1841 waro ei zum ördert wurd

Oberst des litauischen Oragonerregiments, 1846 zum Prigadekommandeur in Reiße ernannt und 1848 in gleicher Stellung nach Breslau versetzt. Im J. 1848. zum Mitglied der deutschen Nationalversammlung gewählt, beschäftigte er sich hier vorzugsweise mit mi- itärischen Fragen. Der den Beratungen des Parla- ments zu Grunde gelegte Entwurf zu einem die deutsche Wehrverfassung betreffenden Geseßzrührte von ihm her. Das ihm im April 1848 angetragene Porte- feuille des Kriegs lehnte er ab, weil sein Bruder be- reits Mitglied des Rabinetts war. Seiner Gesinnung nach gehörte erdemrechten Zentruman. A1s 18. Sept. 1848 der Straßenkampf in Frankfurt ausbrach, rit er mit dem Fürsten Lichnowsti vor das Friedberger Thor, um sich nach den erwarteten hessischen Trup- pen umzusehen. Von einer Schar Aufständischer an- gefallen, die Lichnowati suchten, ward A. durch einen Pistolenschus sofort getötet. Kurz zuvor hatte A. seine Gemahlin, geborne v. Vardeleben, verloren. Für seine hinterlassenen Kinder, vier Söhne und eine Tochter, wurde eine Nationalsammlung durch ganz Deutschland veranstaltet. 3) Rudolf von, preuß. Minister, Bruder des vorigen, geb. 1. Sept. 1795 zu Marienwerder, wurde von 1807 bis 1812 mit den Königlichen Prinzen im Schloß zu Königsberg erzogen und war namentlich mit dem Prinzen Wilhelm (dem später Kaiser Wi- helm I)eng befreundet. Im J. 1812 trat er in ein Su- jarenregiment, machte den rüssischen Feldzug und die FFreiheitskriege mit und verließ 1821 als Nittmeister den Militärdienst, um seine Güter Reimkallen und Weschinen in Ostpreußen zu bewirtschaften. Ase Landrat des Kreises Heiligenbeil 1824—34 und dann als Generallandschaftsrat von Ostpreußen er- warb er sich allgemeines Vertrauen, wurde zum Ober- bürgermeister von Königsberg gewählt und wohnte seit 1837 den Landtagen der Provinz Preußen als Abgeordneter und Stellvertreter des Landtagsmar- schasts bei. Im S. 1842 zum Mitglieb des vereinigten ständischen Ausschusses in Verlin gewählt, ward er in demselben Jahr zum Regierungspräsidenten in Trier ernannt, in welcher Stessung er bis zum März 1848. blieb. Gnde März ward er zum Oberpräsidenten der Provinz Preußen, 25. Juni aber zum Ministerpri sidenten und Minister der auswärtigen Angelegen- heiten ernannt. Trotz seiner verfassungstreuen Hal tung gelang es ihm nicht, der überflütenden Demo- fratie einen Damm zu setzen. Nachdem der Steinsche Antrag wegen eines Griasses an die Armee in der preußischen Nationalversammlung 7. Sept. angenom- men war, trat er zurück und übernahm wieder das Oberpräsidium in Ostpreußen, blieb jedoch Mitglieb der Nationalversammlung und unterstützte als Mit- glied des rechten Zentrums überall die monarchisch- konstitutionellen Anträge. In den Sessionen der preußischen Ersten Kammer 1849 und 1850 sowie im Staatenhaus zu Grfurt leitete er, zum Präsidenten ge- wählt, die Verhandlungen mit Geschäftskenntnis und Umsicht; dann wurde ihm das Oberpräsidium der Rheinprovinz übertragen, welches er vom 3. Aug.1850. bis zum Sommer 1851 verwaltete. Vom Ministerium Westfalen zur Disposition gestellt, weil er die Neak- ivierung der Provinziallandtage widerriet, gehörte er seitdem als Mitglied des Abgeordnetenhauses zur Opposition gegen das bestehende Ministerium, bis dieses vom Prinz-Regenten bei der Übernahme der Regentschaft entlassen wurde, worauf A. 6. Nov. 1858. als Minister ohne Portefeuille in das Ministerium Ura eintrat der sogen. neuen in dem er als licher Freund des Negenten hervorragenden Ein-

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 2. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b2_s0051.jpg&oldid=- (Version vom 13.12.2025)