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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 5 | |
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554 Elftausend Jungfrauen El Hibfcht. das Län von einer ehemaligen wichtigen Festung, 1815; deutsch u. d. T.: »Elgins Erwerbungen in welche bei Gotenburg lag und 1645 geschleift wurde. Griechenland«, Leipz. 1817). Vgl. Michaelis, Der Dann wurde auf einer Insel in der Göta-Elf zum Parthenon (Leipz. 1871, mit Anhang IV: »Aftenstücke Schutz Gotenburgs das Fort Neu-E. (Nya E.) ange- über Lord Elgins Erwerbung der Bildwerke vom legt (1646-54); da es aber den Anforderungen Parthenon«). unsrer Zeit nicht entspricht, so ist es dem Verfall überlassen. An der Spize der südlichen Bastion wurde 1859 ein kleiner Leuchtturm errichtet.
Elftausend Jungfrauen, s. Ursula.
Elgersburg, Pfarrdorf im gothaischen Amt Liebenstein, südöstlich von Ohrdruf, an der Arnstadt-Gehrener Eisenbahn, in schöner Waldumgebung, 545 m ü. M., mit einem romantisch auf hohem Porphyrfelsen gelegenen Schloß (aus dem 12. Jahrh.), einer Porzellan-, Steingut- und Lampenglasfabrik, Bergbau auf Braunstein, Kienrußbrennerei, einer berühmten Kaltwasserheilanstalt (seit 1837, mittlere Temperatur des fast chemisch reinen Wassers nur 7,5° C.) u. (1880) 898 evang. Einwohnern. Vgl. die Führer von Otto (Jena 1869) und Marc (Ohrdr. 1877); Derselbe, Die Kaltwasserheilanstalt E. (Wiesb. 1876).
Elgersburger Steingut, s. Emilian.
Elgin, 1) Hauptstadt von Elginshire (Schottland), am Lossie, 7 km oberhalb deffen Mündung bei Loffie- mouth, in einer Ebene, die als »Schottlands Garten bezeichnet wird. E. hat ein geologisches Museum, die Ruine einer gotischen Kathedrale, Brauereien, Bren- nereien und Gerbereien und (1881) 6286 Einw. 2) Stadt im nordamerikan. Staat Illinois, am For River, im NW. von Chicago, hat Uhrmacherei 2c., ein Irrenhaus und (1880) 8789 Einw. Elgin, 1) Thomas Bruce, Graf von E. und Kincardine, berühmt als Sammler antiker Kunst- werke, geb. 20. Juli 1766 aus edler, vom König Robert Bruce stammender Familie, eröffnete seine diplomatische Laufbahn 1792 als englischer Gesand- ter am österreichischen Hof in Brüssel und ging 1799 in gleicher Eigenschaft nach Konstantinopel. Von dort zurückberufen, bereiste er im folgenden Jahr Griechenland und beschäftigte daselbst auf eigne Kosten mehrere Künstler mit Ausmessung und Zeichnung der merkwürdigsten Ruinen. Daneben entriß er der Ber- störungswut der Türken von dem Parthenon,Theseus- tempel, der Akropolis 2c. viele Statuen, Inschriften, architektonische Bierformen und andre Denkmäler und ließ das Unbewegliche in Gips abformen. Außer- dem brachte er eine kostbare Sammlung marmorner Bildwerke, Vasen, Bronzen, Kameen, Intaglios und griechischer Münzen zusammen, die er 1814 nach Eng- land überführte. Die Art der Erwerbung dieser Kost barkeiten ging freilich nicht ohne Vandalismus ab und fand strenge Tadler; indes wurde durch Parla- mentsbeschluß 1816 die ganze Sammlung für 35,000 Pfd. Sterl. angekauft und unter dem Namen »E. Marbles dem Britischen Muſeum einverleibt. Die vorzüglichsten Stücke dieser Sammlung, die unter Leitung des Phidias gearbeitet wurden und zu den vollkommensten Schöpfungen der griechischen Plastik gehören, sind die Trümmer von 14 Statuen und mehr als 60 Basreliefs vom Parthenon zu Athen, eine koloffale Statue von dem Denkmal des Thrasyl- los 2c. Sie wurden veröffentlicht in den Stichwerken über das Britische Museum und neuerdings beschrie- ben von Newton. Abgüsse befinden sich in den Mu- seen zu Berlin, Dresden 2c. E. war schottischer Wahl- peer, Generalleutnant in der britischen Armee, Mit- glied des Geheimen Rats und Kurator des Britischen Museums. Er starb 14. Nov. 1841 in Paris. E. schrieb: Memorandum on the subject of the Earl of Elgin's pursuits in Greece (Sond. 1811, 2. Aufl. | 2) James Bruce, Graf von E. und Kincar dine, brit. Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 20. Juli 1811, erzogen zu Eton und Oxford, ward 1841 von der Stadt Southampton ins Parlament gewählt. Im J. 1842 zum Gouverneur von Ja- maica ernannt, erwarb er sich hier allgemeine Ach- tung, vertauschte aber im August 1846 sein Amt mit dem eines Generalgouverneurs von Kanada. Es ge- lang ihm, daselbst die gestörte Ruhe wiederherzu- stellen und den materiellen Zustand der Kolonie zu heben. Unter seiner Verwaltung kam die erste kana- dische Eisenbahn zu stande, und durch ihn ward 1854 der Reciprozitätsvertrag zwischen Kanada und der nordamerikanischen Union abgeschlossen. 1849 ward er für seine Verdienste durch die Ernennung zum eng- lischen Peer belohnt, während er bisher nur eine schottische Peerswürde gehabt hatte. Jm März 1857 ward er infolge der wegen der Zerstörung der Fak- toreien zu Kanton entstandenen Konflikte als Kom- missar mit außerordentlichen Vollmachten nach China gesandt, um die Interessen des englischen Handels wahrzunehmen. Da hier seine versöhnlichen Schritte erfolglos blieben, schritt er zu militärischen Opera- tionen gegen China, nahm Kanton, schlug die über- legenen chinesischen Streitkräfte an der Mündung des Beiho und nahm mit seiner Flottille eine Stellung ein, von der aus er Peking beherrschte. Hier schloß er 26. Juni 1858 den für England überaus günstigen Vertrag von Tientsin ab (s. China, Geschichte, S. 20). Nachdem er 27. Aug. 1858 noch mit Japan einen Handelsvertrag abgeschlossen, kehrte er im Mai 1859 nach England zurück, ward im Ministerium Palmer- ston Generalpostmeister, aber schon 1860 abermals nach China gesandt, wo er den von neuem ausge- brochenen Kampf mit Hilfe der Franzosen durch die Be- ſegung Pekings beendete (s. China, S. 21). Durch Energie und Umsicht hatte er sich der Regierung in so hohem Grad empfohlen, daß sie ihn nach Cannings Rücktritt im Februar 1862 zum Vizekönig von Indien ernannte. Auch hier entwickelte er eine umfassende und kraftvolle Thätigkeit, starb aber schon 20. Nov. 1863 zu Dhuramſalla im Pandschab. Vgl. »Letters and journals of Lord E. (2. Aufl., Lond. 1873). Von Elgins Brüdern war der ältere, Robert Bruce, militärischer Gouverneur des Prinzen von Wales und starb als Generalmajor 1862. Der jüngere, Sir Frederick William Bruce, zählte zu den hervor- ragendsten Diplomaten Englands, wurde 1859 Ge- sandter in China, 1865 in New York und starb da- selbst 19. Sept. 1867.
Elgin Marbles, f. Elgin 1).
Elginshire (früher Moray), Grafschaft in Mittel- schottland, hat ein Areal von 1248 qkm (22,5 M.) und (1881) 43,788 Einw. Im wesentlichen liegt sie zwischen den reißenden, lachsreichen Flüssen Spey und Findhorn, die sich in den Moray Firth ergießen. Das Innere wird von Zweigen der silurischen Mo- nadhliadhberge (Findlay Seat, 340 m) erfüllt. Nur längs der Küste kommen größere Strecken kultur- fähigen Landes vor. 1884 waren 32,5 Proz. Acker- land, 1,8 Proz. Weide, 16,2 Proz. Wald; es gab 22,775 Rinder, 57,738 Schafe. Die Industrie ist gering. Hauptstadt ist Elgin (s. d.).
El Golea, Ort, s. Golea.
El Bidjchr, Landschaft, f. Dibschr.
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 5. Bibliographisches Institut, Leipzig 1886, Seite 554. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b5_s0554.jpg&oldid=- (Version vom 21.7.2025)