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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 5 | |
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fenswerteste; sie ist in brahmanifchem Stil gehalten, die darin aufgestellten phantastischen Gottheiten sind siwaitische und die Erbauer wohl Siwaiten. Ele fanten in Lebensgröße, kolossale Löwen und barocke Tiergestalten, zum Teil in Relief, zum Teil in voller Gestalt aus dem Felsen gehauen, scheinen, aus eini- ger Ferne betrachtet, das Ganze zu tragen. »Die Skulpturen zeichnen sich vor allen sonstigen indischen Werken dieser Art durch ihre Schönheit und die Vor- trefflichkeit ihrer technischen Ausführung aus und kön- nen den vorzüglichsten Leistungen der Griechen un- bedenklich gleichgesetzt werden. (S. die Tafeln »Bau- funft I, Fig. 8-10; »Bildhauerkunst I«, Fig. 12.) Vgl. Lassen, Indische Altertumskunde, Bd.4 (Leipz. 1861), und die architektonischen Werke von Fergusson.
Ellrich, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Nordhausen, Hauptort der Grafschaft Hohnstein, an der Zorge und am südlichen Abhang des Harzes sowie an der Linie Northeim-Nordhausen der Preußischen Staatsbahn, in reizender Gegend, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht, ein Spital und (1880) 3038 Einw., welche Ackerbau, Wollzeugweberei, Schuhleisten- und Gipsfabrikation treiben. In der Nähe Gipsbrüche.
Ellstätter, Mori, bad. Minister, geb. 11. März 1827 zu Karlsruhe, besuchte das Lyceum daselbst, stu- dierte in Heidelberg und Bonn die Rechte, lernte so- dann bei der Diskontobank in Berlin das Bankgeschäft, ließ sich in Durlach als Rechtsanwalt nieder, trat 1864 in den Staatsdienst über und ward Rat am Kreis- und Hofgericht in Mannheim, 1866 von Mathy als Rat in das Finanzministerium berufen, nach Mathys Tod 1868 dessen Nachfolger als Chef des Finanzmini- fteriums, 1871 Mitglied des Bundesrats und Refe- rent über die Münzgesetze.
Ellwangen, Hauptstadt des württemberg. Jagstkrei- ses, eine der sogen. guten Städte, in einem freund- lichen Thal (Virngrund) an der Jagst und Obern Jagstbahn, ist Siz der Kreisregierung, eines Land- gerichts (für die sieben Amtsgerichte zu Aalen, E., Gmünd in Württemberg, Heidenheim, Neresheim, Schorndorf und Welzheim) und eines Oberamtes, hat ein Gymnasium, eine Realschule, reiche Stiftungen, mehrere ehemalige Klöster und 6 Kirchen (darunter eine evangelische und unter den katholischen die Stifts- firche in romanischem Stil [1100-1124] und die St. Wolfgangskirche) und (1880) 4697 meist kath. Ein- wohner, welche Pergamentpapier-, Blechspielwaren-, Klärspäne- u. Schachtelfabrikation, Wachsbleicherei, Gerberei, Bierbrauerei, Hopfenbau treiben und bedeu- tende Viehmärkte unterhalten (der sogen. Kalte Markt, im Januar, ist ein berühmter Pferdemarkt). Die zahl- reichen Türme geben der Stadt ein großartiges An- sehen. Auf einem der beiden Hügel, zwischen denen die Stadt liegt, steht das 1354 erbaute Schloß Hohen- E. (jeit 1843 Sig einer Ackerbauſchule für den Jagst- freis), auf dem andern, dem Schönen Berg, die im Jesuitenstil erbaute Wallfahrtskirche der Maria von Loreto. E. war bis 1802 die Hauptstadt der ge- fürsteten Propstei E., die vor 1803: 385 qkm (7 m.) mit 25,000 Einw. und ungefähr 120,000 Gulden Einkünften umfaßte. Das Kloster soll bereits 764 von Herulf, Bischof von Langres, gestiftet sein, ist aber erst 814 urkundlich nachweisbar. Später ge- wann es ausgedehnte Besitzungen und Lehnrechte in Schwaben, Baden und Bayern. Unter den übten ragt Runo (1188-1221), ein vertrauter Ratgeber König Friedrichs II., hervor. 1459 wurde die Abtei mit Bewilligung des Papstes Pius II. säkularisiert und in ein Ritterstift verwandelt, an dessen Spize Elm. der bisherige Abt nun als gefürfteter Propst trat, der seinen Siz im Reichsfürstenrat auf der geistlichen Fürstenbank hatte. Durch den Reichsdeputations: hauptschluß von 1803 kam E. an Württemberg. Von seiner Stiftung an bis 1803 zählte E. 50 Äbte und 20 Fürstbischöfe, deren letter Klemens Wenzel, Prinz von Sachsen (gest. 1812), war. Vgl. Seckler, Beschrei bung der gefürsteten Reichspropftei E. (Stuttg. 1864).
Elm (Elmwald), ein 22 km langes, 8 km brei- tes Waldgebirge im Herzogtum Braunschweig, nörd- lich vom Harz, mit dem 327 m hohen Kurberg im Hörnchen. Am Fuß des Gebirges finden sich bedeu- tende Braunkohlenlager vor. Elm, Kirchdorf im schweizer. Kanton Glarus, 980 m ü. M., im obern Sernfthal, meist am linken Ufer des Sernf (zur Linth) gelegen, rings von hohen Gebirgen (Freiberge mit dem 2797 m hohen Kärpfstock im W., Hausstock, 3152 m, im SW., Vorab, 3025 m, im S., Piz Segnes oder Tschingelspit, 3118 m, im D.) um- geben, durch Poststraße mit Schwanden an der Eisen- bahn Glarus-Linththal verbunden, hatte 1880 noch 1028 meist reform. Einwohner, ist aber durch den Bergsturz vom 11. Sept. 1881 teilweise zerstört wor den. Südöstlich vom Dorf E. erhebt sich der Tschingel, ein sehr steil gegen N. abfallender Berg, an dessen Fuß die Gemeinde einen Schieferbruch ausbeutete. Von diesem Berg löfte sich am genannten Tag der ganze Nordrand ab und begrub alles unter mächtigen Schutt- und Felsmassen. Das Hauptabrißgebiet iſt 400 m, die tiefste entstandene Nische 350 m breit. Die Länge des Schuttstroms, der sich über den ziemlich ebenen bebauten Thalboden ausgebreitet hat, beträgt 1500m, die Breite schwankt zwischen 300 und 400 m, die mit Schutt bedeckte Thalbodenfläche mißt ca. 570,000 qm, und die Masse des Schuttes berechnet sich auf wenig- ftens 10 Min. cbm. Der oberste Rand des Abrisses liegt 620 m über der Thalsohle. Es sind 22 Wohn- häuser, 50 Ställe, 4 Magazine und 4 Arbeitshäuser verschüttet und 114 Menschen getötet worden. Die Ursache des Bergsturzes ist vornehmlich in dem geologischen Bau des obern Sernfthals zu suchen. Von Engi ab bis über E. hinaus besteht die Haupt- masse der Berge aus grauem, weichem, nur lokal durch härtere Bänke unterbrochenem Schiefer, wel- cher der untern Tertiärformation angehört. Nur die höchsten Spigen der das Thal umgebenden Berge tragen eine Decke oder Kappe von rotem Sernf- sandstein, in der Regel durch eine Kalkschicht vom unterliegenden Schiefer scharf getrennt. Das Kalf- gestein, welches als Unterlage des Sandsteins auf- tritt, gehört zur obern Juraformation, der verstei- nerungslose Sernfsandstein aber zur Perm- oder Dyasformation, und somit zeigen sich im Sernfthal die Sedimente in vollkommen verkehrter Stellung: die jüngsten Schichten liegen in der Tiefe, von den Schichten älterer Formationen überlagert. In der That sind von NW. und in gleicher Weise von SO. die ältern Sedimente, vorab Sernfsandstein und der Hoch- gebirgstalk, über die weit jüngern eocänen Schiefer in doppelter Falte heraufgehoben u. herübergedrängt worden. Während zwischen Schwanden und Engi die Schiefer an der Thalsohle auftreten, steigen sie thalauf- wärts immer böher und erreichen über E. die Höhe von mehr als 2200 m, d. h. sie finden sich noch 600 m höher als die Abrißstelle des Bergsturzes. Immer aber geht die Fallrichtung der einzelnen Schieferschichten nach SD. oder SSD., so daß dieselben im Platten- bruch und in Abhängen oberhalb E. nicht gegen das Dorf, sondern in den Berg hinein sich senken. Dabei ist das Gestein aber von sehr vielen Klüften quer
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 5. Bibliographisches Institut, Leipzig 1886, Seite 568. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b5_s0568.jpg&oldid=- (Version vom 21.7.2025)