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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 7

Bald als accessorischer Bestandteil, bald in Schichten und Gängen kommt Binnstein vor. Durch Aufnahme von Feldspat geht G. in Granit über, welchem er auch an den Orten seines Vorkommens (Erzgebirge, Cornwall) stockförmig eingelagert ist. Ein verwandtes und mit ihm auch lokal verknüpftes Gestein (Altenberg in Sachsen) hat man 3witter- gestein (Stockwerksporphyr) genannt; in einer dichten Grundmasse, aus eisenschüssigem Quarz be- stehend, liegen Chlorit, Zinnstein und Arsenkies.

Greifenalter, s. Alter, S. 419.

Greisenbogen, . v. w. Greisenring, s. Altersring.

Greifenbrand,.v.w. Altersbrand,s. Brand,S. 314.

Greisenkaktus, s. v. w. Cereus senilis, 1. Cereus.

Greifenring der Hornhaut, f. Altersring.

Greisler (eigentlich s. v. w. Grießhändler, Graupner), in Österreich und Bayern Bezeichnung des Klein- händlers für Haushaltungsbedarf.


Wappen von Greiz.

Greiz, Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Reuß ältere Linie, 285 m ü. M., im freundlichen Thal der Weißen Elster, Knotenpunkt der Linien G.-Neumark und Wolfsgefärth-Weischlitz der Sächsischen Staatsbahn, hat ein fürstliches Residenzschloß, ein altes, hoch über der Stadt gelegenes Bergschloß, ein Sommerpalais mit großem englischen Garten, eine Pfarrkirche (von 1225), bedeutende Kammgarnwarenfabrikation (Kaschmir, Merino, Konfektionsstoffe etc., 7491 mechanische Webstühle in 14 größern und mehreren kleinern Wappen von Greiz. Fabriken, jährlicher Umsatz etwa 60 Mill. Mk.), Dampffärberei und Appreturanstalten und (1885) 17,288 meist evang. Einwohner. G. hat ein Gymnasium mit Realprogymnasium, ein Lehrerseminar und ist Sitz der fürstlichen Regierung, eines Landratsamtes, eines Landgerichts (für die drei Amtsgerichte zu Burgk, G. und Zeulenroda), einer Handelskammer und einer Reichsbanknebenstelle.-G., ehemals Grewcz, ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs. Schon im 12. Jahrh. regierten daselbst Vögte von G., von denen die Stadt zunächst an Gera, dann an die jüngere Linie des Hauses Plauen kam. Ein großer Brand legte G. 1802 fast ganz in Asche. Vgl. Wilke, G. und seine Umgebung (Greiz 1875); Meyner, Vogtländische Wanderungen (2. Aufl., Plauen 1881).

Grell, August Eduard, Komponist, geb. 6. Nov. 1800 zu Berlin als Sohn des Organisten an der dortigen Parochialkirche, erhielt seine wissenschaftliche Erziehung am Gymnasium zum Grauen Kloster und seine musikalische Ausbildung durch Zelter. Bereits im Alter von 16 Jahren erhielt er auf Empfehlung dieses Meisters die Organistenstelle an der Nikolai- firche, und im folgenden Jahr ward er Mitglied der Singakademie, mit welcher Anstalt er während seiner weitern Künstlerlaufbahn immer inniger verbunden wurde, namentlich nachdem er 1832 neben Rungen- hagen zum Vizedirigenten erwählt und nach dessen Tod 1853 in seine Stelle gerückt war. Inzwischen war er auch als Hofdomorganiſt und als Lehrer des neuerrichteten Domchors angestellt und (1841) zum Mitglied der königlichen Akademie der Künste er- nannt worden, vermochte jedoch mit allen dieſen Pflichten noch eine überaus erfolgreiche Thätigkeit als Kompositionslehrer und schaffender Künstler zu vereinen. In letterer Eigenschaft hat er sich nament- lich durch seine im Geiste der ältern italienischen Meister gehaltenen Vokalwerke ein Verdienst erworben, welches um so höher zu schäßen ist, als die kostbaren Traditionen jener Zeit in dem seit Mendelssohns Auftreten herrschend gewordenen einseitigen Kultus der Instrumentalmusik verloren zu gehen drohten. Alle seine zahlreichen vortrefflichen Arbei- ten dieser Gattung (Motetten, Kantaten, Psalmen, ein Dratorium: »Die Israeliten in der Wüste, vier- stimmige Lieder für gemischten und Männerchor) über- ragt aber seine 16stimmige Messe a cappella, ein Meisterwerf kontrapunktischer Arbeit, zugleich aus- gezeichnet durch überraschende Klangschönheit und Tiefe der Empfindung, seit seiner ersten Aufführung 1861 ein mehr und mehr bewundertes Repertoireſtück der Berliner Singakademie. Anfang der 70er Jahre in den Ruhestand versetzt, starb er 10. Aug. 1886.

Gremiale (neulat.), das Tuch, mit welchem der Schoß des messelesenden Bischofs bedeckt ist, wäh- rend er ſixt.

Gremium (lat., »Schoß«), Kollegium, Korpora- tion, Zunft, Geſellſchaft; Handelsgremium, ſ. v. w. Handelskammer; aus dem G. wählen, aus dem Kollegium, der Gesellschaft selbst wählen."

Grenaa, Hafenstadt an der Ostküste der dän. Pro- vinz Jütland, Amt Randers, an der Eisenbahn Aar- hus-G., mit (1880) 2423 Einw.

Grenache (franz., spr. grönása), starker, dunkel- roter, dicklicher Roussillonwein.

Grenada, britisch-westind. Insel, eine der Kleinen Antillen, ist vulkanischer Natur und hat in der Mitte den Mount Catherine (838 m), an den sich fruchtbare Thäler lehnen, und mehrere Kraterseen, darunter den Grand Etang, 530 m ü. M. G. hat ein Areal von 396 qkm (7,2 M.) und (1884, mit Carriacou) 42,403 Einw., worunter 835 Weiße. Seine Haupt- produkte sind: Kakao, Baumwolle, Zucker, Gewürze, Kaffee und Südfrüchte. Ausfuhr 1884: 213,116 Pfd. Sterl., Einfuhr 153,421 Pfd. Sterl. Die repräsen- tative Verfassung wurde 1877 beseitigt. Die Revenue belief sich 1884 auf 50,216, die Kolonialschuld auf 5440 Pfd. Sterl. Hauptstadt ist St. George (3766 Einw.). Carriacou und andre der Grenadinen (s. d.) gehören zu G.-G. wurde 1493 von Kolum bus entdeckt, 1650 von den Franzosen kolonisiert, 1762 von den Engländern erobert und 1783 förmlich an dieselben abgetreten.

Grenade (pr. grönád), Stadt im franz. Departe- ment Obergaronne, Arrondissement Toulouse, an der Save, nahe deren Mündung in die Garonne, ist regelmäßig gebaut, hat (1876) 2674 Einw., welche Fabrikation von Hüten, Nudeln und Mehl und an- sehnlichen Handel betreiben. G. wurde 1291 erbaut und macht noch einen mittelalterlichen Eindruck.

Grenadiere (franz. Grenadiers, von grenade, Granate), ursprünglich Soldaten, welche bei Orts- verteidigungen Handgranaten gegen den Feind schleu- derten (daher Granatiere genannt). Als der schwedische General Lars Kagge 1634 in Regens- burg belagert wurde, forderte er zu diesem Dienst Freiwillige auf, denen er eine bedeutende Soldzu lage gewährte, und wurde so der Schöpfer der G. Ludwig XIV. gab dann 1667 jeder Kompanie des Kö- nigs-Infanterieregiments vier G., die 1670 zu einer Kompanie vereinigt wurden. 1672 erhielt jedes In- fanterieregiment eine Kompanie G. Ludwig XIV. errichtete 1676 auch zwei Kompanien G. zu Pferde als Gardetruppen unter der Benennung G. des Kö nigs. Neben dem Reiterdienst wurden diese G. noch besonders wie Pioniere verwendet. 1749 wurden aus den Grenadieren aufgelöster Regimenter die unter dem

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 7. Bibliographisches Institut, Leipzig 1887, Seite 662. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b7_s0662.jpg&oldid=- (Version vom 8.7.2025)