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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 7

Großbodungen, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, Kreis Worbis, an der Bode, hat ein Amtsgericht, eine evang. Kirche und (1883) 1071 Einw.

Großbottwar, Stadt im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Marbach, 206 m ü. M., an der Bottwar, hat eine Lateinschule, ein Schloß, Acker- und Weinbau und (1885) 2275 evang. Einwohner. Vgl. Kübler, Chronik der Stadt G. (Marbach 1861).

Großbreitenbach (Breitenbach), Stadt in der schwarzburg-sondershäus. Oberherrschaft, Landratsamt Gehren, 634 m ü. M., in einem waldlosen Hochthal des Thüringer Waldes, an der Eisenbahn Ilmenau-G., hat eine kunstgewerbliche Zeichen- und Modellierschule, 2 Porzellanfabriken, bedeutende Porzellanmalerei, Holzspielwarenfabrikation und (1885) 2801 evang. Einwohner.

Großbritannien (Great Britain, hierzu Karte »Großbritannien 2c.<), die große, England, Wales und Schottland umfassende Insel, ein Name, der bei der Vereinigung Schottlands mit England zu Einem Reich (6. Mai 1707) wieder geltend gemacht wurde, im Gegensatz zu Kleinbritannien oder der Bre- tagne (. d.). G. mit Irland aber bildet seit 1800 das Vereinigte Königreich von G. und Frland (Uni- ted kingdom of Great Britain and Ireland), wel ches die gesamten Britischen Inseln, ausgenommen die Insel Man, umfaßt. Die statistischen Angaben der folgenden Seiten beziehen sich auf dieses Verei- nigte Königreich. Für alle weitern Angaben verwei- sen wir aber auf die Artikel »England«, »Wales, »Schottland, Irland und Man<. übersicht des Inhalts: Lage und Grenzen. Bodenbeschaffenheit. Klima Areal und Bevölkerung S. 761 Schiffahrt. S. 773 761 Berkehrsw., Geldinstitute. 773 774 761 Nationaleinkommen 2c. . 762 Etaatsverfassung Aus- und Einwanderung 762 Parlament. Bevölkerungsverhältnisse. 763 Stände, polit. Rechte. Religion Kriminaljustiz Bildung. Nahrungszweige. Landwirtschaft Fischfang 764 Staatsverwaltung 764 Rechtspflege 765 Finanzen 765 Heerwesen. 766 Marine . . 768 Wappen, Orden. Bergbau u. Hüttenwesen. 768 Kolonien Induſtrie Handel. 769 Geogr. Litteratur 770 Geschichte 775 776 778 779 Großbritannien. 761 bas real 217,841 km (3958 D.M.), wozu noc 11,633 qkm (211 M.) für 931 Nebeninseln kom- men. Von letztern sind die bedeutendsten die Orkney- und Shetlandinseln im N., die Hebriden längs der Westküste Schottlands, Anglesey an der Küste von Wales, die Scillyinseln und die Insel Wight an der Südküste Englands. Bodenbeschaffenheit. Die Britischen Inseln steigen von einem unterſeei- schen Plateau an, welches mit Frankreich, den Nieder- landen und Deutschland zusammenhängt, von Nor wegen aber durch eine 365 m tiefe Rinne geschieden wird. Ein Sinken des Meeresspiegels um nur 31 m würde eine Landenge zwischen England und den Nie- derlanden entstehen lassen, und die jest wegen ihrer Fischereien bekannten Doggerbänke in der Mitte der Nordsee würden als eine unförmliche Insel empor- ragen. Ein Sinken der See um weitere 24 m würde genügen, um die ganze Südhälfte der Nordsee und einen Teil des Englischen Kanals in trocknes Land zu verwandeln. In einer Entfernung von 150-370 km im W. und NW. der Britischen Inseln nimmt die Mee- restiefe rasch zu, und zwischen der Küste Irlands und dem Eiland Rockall im Atlantischen Ozean übersteigt sie 2926 m. G., schon den klassischen Schriftstellern als Britan nien (s. d.) bekannt, in seiner nördlichen (kleinern) Hälfte aus dem Königreich Schottland, in der süd- lichen aus dem Königreich England und dem Fürsten- tum Wales bestehend, zeigt eine große Mannigfaltig- keit in der Oberflächengestalt. Gebirge wechseln zahlreich mit wellenförmigen Ebenen ab. Die Ge- birge liegen vorwiegend im N. und W. und erreichen ihre bedeutendste Höhe in der Nähe der Westküsten, wo sie oft steil ins Meer abfallen, während sie sich in östlicher Richtung allmählicher verflachen. Fast ganz Schottland ist ein Gebirgs- oder Hügelland. 777 Die einzige Ebene von größerer Ausdehnung ist 779 jene, welche sich vom Forth bis zum Clyde erstreckt und welche das nordschottische Hochland (mit 781 dem Ben Nevis, 1343 m, dem höchsten Punkte der 783 Britischen Inseln) von dem südschottischen Hügel- 784 land trennt (813 m). Den Norden Englands, bis 785 Derbyshire hin, durchzieht rückgratartig die Pen- 785 ninische Rette (892 m), welche eine Einsattelung mit dem westlich gelegenen Cumbrischen Gebirge (984 m) verbindet, während es die Thalebene von York von den als York Moors und Wolds genannten Höhen scheidet. Ganz Wales ist von Gebirgen er füllt, deren Gipfelpunkt der dicht beim Meer anstei gende Snowdon (1094 m) ist. Auch die jenseit des Bristoltanals gelegene Halbinsel Devon-Cornwall ist ein malerisches Hügelland. Diese Gebirgslandschaf= ten Großbritanniens zeichnen sich durch ihre Heide- strecken und Torfmoore aus. Nur die niedern Ge- hänge sind bewaldet. Die Thäler aber prangen in saftigem Grün und sind teilweise durch Fruchtbarkeit ausgezeichnet. Der größte Teil Englands hat eine wellige Oberfläche, die einesteils in wirkliche Tief- ebenen übergeht, andernteils sich zu malerischen Hü gelzügen erhebt. Über Irlands. den besondern Artikel. 786 Lage und Grenzen. Die Insel G. wird im D. von der Nordsee, im W. vom Atlantischen Ozean bespült. Der Kanal (Eng- lish Channel) trennt sie von Frankreich und ist an seiner schmälsten Stelle, der Straße von Dover (Pas de Calais, Fretum gallicum), nur 33 km breit. Die Frländische See (Mare hibernicum) scheidet G. von Irland, sie verengert sich im St. Georgsfanal, im S., und im Nordkanal auf bez. 76 und 15 km. Die In- sel G. verjüngt sich von der breiten südlichen Basis, welche sich durch neun Längengrade erstreckt, nach N., doch unter wiederholter Berengerung und Auswei- tung und zwar so, daß sich in seltenem Parallelis- mus Halbinsel und Meerbusenpaare auf der Ost- und Westküste entsprechen. Die größte Länge (vom Kap Wrath in Sutherland bis zum Beachy Head in Suffer) beträgt 890 km; die größte Breite (von Walsham in Norfolk bis Milfordhaven in Wales) etwa 482 km, die geringste 96 km. Der nördlichste Punkt ist Dunnet Head (58° 41' nördl. Br.), der süd- lichste Lizard Head (49° 56' nördl. Br.), der westlichste Ardnamurchan Point (6° 14' weſtl. 2. v. Gr.) und der östlichste Lowestoft Neß (1° 45' östl. 2. v. Gr.). Der Küstenumfang der Insel G. beträgt 4749 km, Die größten Flüsse sind: Humber, Shannon, Se- vern, Themse, Barrow, Große Duse, Bann, Tay, Tweed, Mersey und Clyde; die größten Seen: Loughs Erne, Corrib und Ree in Irland und Loch Lomond in Schottland. Klima. G. und Irland haben ihrer Lage gemäß ein Insel- klima, das durch gleichmäßige Verteilung der Tem- peratur, durch trüben Himmel und große Feuchtig-

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 7. Bibliographisches Institut, Leipzig 1887, Seite 761. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b7_s0761.jpg&oldid=- (Version vom 15.8.2025)