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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 8 | |
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296 Heiligengrabe reich gestiftet, 1805 von Napoleon I. neu begründet und ist noch jest durch Missionen in Amerika, In- dien, China, Afrika 2c. wirksam. Heiligengrabe, Fräuleinlift impreuß. Regierungs bezirk Potsdam, Kreis Ostpriegnitz, westlich vom Dorf Techow, mit einer schönen Kirche der ehemaligen Cistercienser-Nonnenabtei (1289 gegründet), aus der das Stift 1542 hervorgegangen ist. Heiligen Grabes-Orden, 1) (regulierte Kano- niker vom Heiligen Grabe) von dem Patriarchen Arnold von Jerusalem 1111 gestiftet und vom Papst Urban VIII. 1637 einer neuen Regel unterworfen, hat sich nur in seinem weiblichen Zweig in Holland und Frankreich erhalten und beschäftigt sich vornehm- lich mit der Erziehung und dem Unterricht junger Mädchen. 2) (Orden vom Heiligen Grabe)päpst licher Orden; nach einigen schon 96 n. Chr., nach andern 1099 von Gottfried von Bouillon zur Be- wachung des Heiligen Grabes, wahrscheinlich aber erst von Papst Alexander VI. 1496 zur Belebung des Glaubens- und Wallfahrtseifers gestiftet und von einer Reihe von Päpsten bestätigt, griff er thätig in die Kämpfe gegen die Ungläubigen ein und war über ganz Europa verbreitet. Die Großmeister des Ordens waren immer die Päpste; aber der Pater Guardian der Minoriten des heil. Franziskus zu Jerusalem hatte von früh an das Recht, Ritter aufzunehmen. Benedikt XIV. erneuerte die Statuten 1746, und durch Defret vom 10. Dez. 1848 erhielt der lateinische Pa- triarchenstuhl das Recht, allein den Orden zu ver- leihen, immer freilich im Namen des apostolischen Stuhls. DerOrden ist seit langem nur noch eine Ehren- auszeichnung, die durch Dekret Pius' IX. vom 24. Jan. 1868 in drei Klassen geteilt wurde: Ritter erster, zwei- ter und dritter Klasse. Das Ordenszeichen besteht in einem rot emaillierten Krückenkreuz mit vier ähn- lichen kleinen Kreuzen in den Winkeln, welches früher an einer goldenen Krone, jest nur an dem schwarzen Band getragen wird. Die Großkreuze tragen Band und Kreuz über die rechte Schulter zur linken Hüfte, dazu einen Silberstern mit dem von einem goldenen Kranz umgebenen Kreuz in der Mitte; die Komture das Kreuz mit Krone am Hals, die Ritter im Knopf- loch. Vgl. J. Hermens, Der Orden vom Heiligen Grabe (2. Aufl., Köln 1870). Heiligenhafen, Stadt in der preuß. Provinz Schles- wig-Holstein, Kreis Oldenburg, an der Ostsee, der Insel Fehmarn gegenüber, hat eine alte gotische Kirche, eine landwirtschaftliche Schule, einen Hafen, eine gute Reede, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, Schiffbau, Schiffahrt, Landwirtschaft, Fischerei und (1885) 2313 evang. Einwohner. 1884 liefen 534 Schiffe mit 11,617 Ton. Ladung ein, 535 mit 11,710 T. aus. Der zwischen Kiel und Fehmarn verkehrende Dampfer legt hier an. H. ist in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. gegründet. Heiligen Herzens-Orden, s. Heiliges Herz Jesu. Heiligenholz (Lignum sanctum), f. Guajacum. Heiligenkreuz, Dorf in Niederösterreich, Bezirks- hauptmannschaft Baden, mit (1880) 465 Einw. Da- bei in einsamem Waldthal die berühmte Sister- cienserabtei H., die älteste Österreichs. Dieselbe wurde 1135 von Leopold III. gestiftet und späterhin durch die Vereinigung mit dem Cistercienserstift St. Gotthardt in Ungarn (1734) eine der reichsten Ab- teien. Neuerdings wurde (1880) das Stift Neukloster in Wiener Neustadt mit dem Stift H. vereinigt. Sehenswürdigkeiten sind: die Kirche (1136-87 er- baut), eine der bedeutendsten Bauten des streng ro- manischen Stils in Österreich, mit gotischem Chor- - Heiligenstadt. anbau, herrlichen Glasmalereien, einer berühmten großen Orgel 2c.; die Gräber von 13 babenbergischen Fürsten im alten Kapitelhaus, die Schazkammer, die Bibliothel (80,000 Bände), die Bildergalerie, ein Kunst- und Naturalienkabinett, der Kreuzgang mit dem sogen. Bleibrunnen u. a. Auch befinden sich hier ein Konvikt, Untergymnasium und eine theologische Hauslehranstalt. Vgl. Weis, Urkunden des Cister- cienserstifts H. (Wien 1853-59, 2 Tle.). - Heiligen Kreuzes, Töchter des, 1) von Frau v. Ville- neuve (gest. 1650) und dem Pfarrer Guérin zu Roge in der Picardie 1625 gestifteter und 1640 als Kon- gregation konstituierter Verein, der mit seinen Her- bergen über Frankreich, Belgien und Kanada verbrei- tet und für den Unterricht junger Mädchen wirksam ist. 2) Jm J. 1634 ebenfalls von Guérin zu dem selben Zweck gestifteter und noch bestehender welt- licher Verein ohne Gelübde. 3) Orden für be- schauliches Leben und gute Werke, insbesondere zur Verbreitung christlichen Sinnes bei dem weiblichen Geschlecht, Ünterweisung armer Mädchen im Spital- dienst, 1639 von Marguerite Senaux de Garibal zu Toulouse gestiftet, erhielt sich in Paris selbst während der Revolution und wurde 1816 wieder als Kongre- gation anerkannt. Heiligenlegenden, s. Heilige, S. 294. Beiligenpflanze, . Santolina. Heiligenschein (Gloria, Nimbus), in der bildenden Kunst ein Lichtkreis oder Strahlenkranz um die Ge- stalt oder das Haupt göttlicher oder heiliger Perso- nen als charakterisierendes Zeichen. Bei Agyptern, Persern, Indern, Griechen und Römern war der H. als Attribut ihrer Götter, Heroen und Könige auf Statuen, Münzen 2c. im Gebrauch. Vgl. Stephani, Nimbus und Strahlenkranz (Petersb. 1859). Seit dem 4. Jahrh. aber eignete sich die christliche Kunst denselben an, indem sie ihn erst den göttlichen Per- sonen der Dreieinigkeit, dann auch der Maria und den Engeln, Aposteln und Heiligen und endlich auch den christlichen Symbolen, später auch allegorischen Figuren, ja selbst dem Satan zuteilte. Einen nur das Haupt umgebenden H. pflegte man als Nimbus, den die ganze Gestalt umfließenden aber als Aureole (f. d.) zu bezeichnen. Doch ward dieser Unterschied nicht genau festgehalten. Der Nimbus als Attribut des göttlichen Auges oder der göttlichen Hand, wo- durch Gottes Gegenwart oder Wirksamkeit bezeich net werden sollte, hat gewöhnlich die Form eines Dreiecks, während der Christus umfließende rund ist mit eingezeichnetem Kreuz. Auf ältern Gemälden findet sich der H. häufig als ein nach außen ohne schar fen Umriß sich verlierender Strahlenschein dargestellt. Die spätere Kunst brachte den H. gewöhnlich als durch- sichtige horizontale oder schräge Scheibe oder auch nur als helle Kreislinie über dem Haupte der Heiligen an. In der Malerei wurde der H. anfangs plastisch mit Blattgold auf Kreidegrund, bei byzantinischen und russischen Kirchenbildern sogar noch bis in die neueste Beit durch Edelmetall (meist Goldblech), wel- ches auf der Holztafel oder der Leinwand befestigt wurde, dargestellt. Heiligenschrein, ein größeres Reliquiarium in Form eines Schreins, der den eigentlichen Reli- quienbehälter einschließt und in einer eignen Kapelle steht, aus welcher er nur bei feierlichen Prozessionen fortbewegt wird.
Heiligenstadt, 1) Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, 266 m ü. M., an der Leine und an der Linie Halle-Münden der Preußischen Staatsbahn, hat ein Schloß (jekt Sit mehrerer Behörden), eine
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 8. Bibliographisches Institut, Leipzig 1887, Seite 296. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b8_s0296.jpg&oldid=- (Version vom 23.7.2025)