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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 9

chat gegen die Ungarn. Im Winterfeldzug von 1846. bis 1849 leitete er die Vewegungen, welche zur Be- setzung von Naab, Pest und Ofen führten. Im März 1849 zum Feldzeugmeister ernannt und beauftragt, seine Truppen mit der zusammengeschmolzenen Süd- armee zu vereinigen und die Operationen im Süden zu leiten; drängte er zwar die Ungarn unter Dem über die Nömerschanze und den Franzenskanal zu- rück und besetzte die Vachla, sah aber seinen Angrisf auf die überlegene ungarische Armee bei Segnes 14. Juli 1849 mit Verlust zurückgeschlagen und sich zum Rückzug gezwungen. Nach Beendigung des Ram- pfes kehrte er nach Agram zurück, wo er seitdem die Würde des Vans und Zivil- und Militärgouver- neurs von Kroatien und Stawonien bekleidete. Im Februar 1853 erhielt er den Oberbefehl über das we- gen der Unruhen in Montenegro an der untern Do nau zusammengezogene Heer und ward im April 1854 in den erblichen Grafenstand erhoben. In tiefe Gemütsverstimmung verfallen, starb er 20. Mai 1859. in Agram. Auch als Dichter hat er sich bekannt ge- gemacht. Seine-Gedichte-, darunter viele Soldaten- lieder, erschienen Wien 1851.

Jellinek, 1) Adolf, jüd. Gelehrter, geb. 26. Juni 1821 zu Orslowiß bei Ungarisch-Brod in Mähren widmete sich auf der Prager Universität und seit 1842 in Leipzig orientalischen, talmüdischen und phi- losophischen Studien und ward 1845 Prebiger bei der ipraelitischen Gemeinde daselbst, ging 1856 als Pre- diger nach Wien, woselbst er auch als Präsident des Veth ha Midrasch, einer Lehranstalt für talmüdische Wissenschaft, wirkt. Er gehört der Parteides gemäßig- ten Jortschritts im Judentum an und zählt zu den bedeutendsten israelitischen Gelehrten und Kanzel- rednern der Gegenwart. Äußer Predigten verössent- lichte er: -Sefat Chachamim, oder Erflärung der in den Talmuden 2c. vorkommenden persischen undarabi- schen Wörter- (Teipz. 1846, Nachtrag 1847); eine Einleitung zu Vachjas -Chobot-ha-Lebabot- (daj. 1846); 2usgaben der refigiösen Gedichte Salome Ibn Gabirols, des Wörterbuchs -Maarich- von Me- nachem Casano (das. 1853) 2c.; als Früchte seiner fab- balistischen Studien außer der Übersetzung von Francks Werk über die Rabbala (oas. 1844): -Veiträge zur Geschichte der Rabbala- (oaf. 1851—52, 2 Sefte) »Moses ben Schemn-Tod de Teon 2c.- (oas. 1851) und eine -Auswahl kabbalistischer Mystik- Coas. 1852) Vgl. Jost, Adolf J. und die Rabbala (Leipz. 1852). Besondere Verdienste erwarb sich J. um die Heraus- gabe älterer Midraschim in der Sammlung-Beth-ha- Midrasch- (Leipz. u. Wien 1853-78, Bd. 1-6). 2) Hermann, Bruder des vorigen, bekannt durch seine Beteiligung an der Wiener Oktoberrevolution geb. 22. Jan. 1823 zu Orslowit, widmete sich ebenfalle theclogischen Studien, wandte sich aber bald in Prag und seit 1842 in Leipzig der Philosophie zu. Sier 1847 wegen seiner Veteisigung an politischen und kirchlichen Parteikämpjen, dann auch aus Verlin aus- gewiesen, wandte er sich beim Ausbruch der März- revolution nach Wien, wo er eine-Kritische Geschichte der Wiener Revolution- (Wien1848) schrieb. Obwohl er nach dem Ausbruch der Oktoberrevolution sich nicht direkt am Widerstand gegen die Truppen beteiligt hatte, ward er dennoch vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und 23. Nov. 1848 mit Wecher standrechtlich erschossen. Von seinen Schriften sind -Die religiösen Zustände der Gegenwart oder Kritik der Religion der Liebe-(Zerbst1847),-Uriel 2costas Leben und Lehre- (daf. 1847) und -Kritisch-philosophische Schriften- (Leipz. 1849) zu nennen.

Zelling, dän. Dorf in Jütland, Amt Veile, mit einem Schullehrerseminar, war einst ein Königshof und enthält noch jetzt (bei der Kirche) zwei berühmte Nunensteine, einen von König Gorm dem Alten (. d.1 über seine Gemahlin Thyra und einen von Sarald Blauzahn zu Ehren jener beiden, seiner Eltern. Gorm und Thyra haben an beiden Seiten der alten Kirche großartige Grabhügel, welche in diesem Jahr- hundert geöffnet und untersucht worden sind.

Jellit, s Granat

Jelna, Kreisstadt im russ. Gouvernement Sio- lenst, an der Desna, mit 3 Kirchen, einer Kreditbant, Tuchfabrikation und (1881) 5458 Ginw. In der Um- gegend Eisengrüben. Die Bewohner des Kreises sind meistens Weiprüssen.

Jelschau, s. Jolsva


Jemappes Gpr. schömapp), Fabrikort in der belg. Provinz Sennegau, Arrondissement Mons, an der Saine und der Eisenbahn Brüssel-Valenciennes, mit Industrieschule, Rohlengrüben, Steingutfabriken, Glashütten, chemischen Fabriken u. (1s83)11,322 Ginw. Hier 6. Nov. 1792 Sieg der Franzosen unter Du- mouriez und dem damaligen General Ggalité (nach- mals König Ludwig Philipp) über die Osterreicher unter dem Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen und General Clerfait. Der Herzog von Sachsen-Teschen hatte mehrere Detachements entsenden müssen, nahm daher mit den ihm verbliebenen, noch aus 26,000 Mann bestehenden Truppen eine feste Söhenstellung bei J., um die versprochenen Verstärkungen zu er- warten, und wurde hier am Morgen des 6. Nov. von den Franzosen, welche gegen 50,000 Mann starl waren, heftig angegrisfen. Der Kampf hatte mehrere Stunden ohne Entscheidung nur in einer fortwäh- renden Kanonade bestanden, als Dumouriez gegen Mittag den Befehl zum Angriss geb. Während er selbst die Redouten des linken, Thouvenot die des rechten Flügels erstürmte, nahm Ludwig Philipp im Zentrum das Dorf S. Die Österreicher zogen sich mit einem Verlust von 7000 Mann und 8 Kanonen über Mons zurück. Die Sieger hatten 4000 Mann. eingebüßt. Infolge dieser Schlacht fiel das ganze österreichisch-belgische Land mit Brüssel und Lüttich in die Gewalt der Franzosen. S

Jemba, Flus, 1 Emba


Jemen, Landschaft, s. Arabien, S. 722.


Jemtland (Jämtland), Landschaft im Innern des nördlichen Schweden, welche mit der südlicher gelegenen Landschaft Serjeädalen (s. d.) und dem Kirchspiel Piterhogdal (von Selsinglans) das Zemt- land3- oder Ostersundslän, 52,218,7 qkm (948,1 AM.) groß mit (Ende 1884) 90,631 Ginw., bildet. Dieses grenzt im W. an Norwegen, im N. an Wester- botten, im D. an Westernorrland und Gefleborg und im S. an Kopparberg. 63 umfaßt das Gebiet des obern Zjusneelf, des Indalzelf und des Storsees und ist abwechselnd mit Vergen, Thälern, Seen und Flüs- sen, großen Wäldern und kleinen fruchtbaren Kultur- strecken bedeckt. Das ziemlich rauhe Alima hat sich in neuerer Zeit etwas gemildert, was man der Aus- trocknung vieler Sümpfe zuschreibt. Ackerbau und Viehzucht (ausgezeichnete Pferdezucht) sind die Haupt- beschäftigungen; demnächst betreibt man Handel, be- sonders mit Leder, Waldwirtschaft, Weberei, Vergbau auf Kupjer, Blei und Vergkristall, Jagd und Zische- rei in den zahlreichen Landseen. Neuerdings wird J. von der Eisenbahn Stockholm-Drontheim durch- schnitten. Die einzige Stadt Jemtlands ist Ostersund.


Jena, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar, Verwaltungsbezirk Apolda, liegt, rings von hohen,

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verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 9. Bibliographisches Institut, Leipzig 1887, Seite 190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b9_s0190.jpg&oldid=- (Version vom 12.12.2025)