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| verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 9 | |
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starb, so fiel sein Land erst an Eisenach und 1741 zugleich mit diesem an das weimarische Stammhaus zurück. Am 15. Aug. 1858 ward das 300jährige Jubiläum der Universität gefeiert und dabei zugleich die oben genannte Statue des Gründers enthüllt. Vgl. Ortloff, J. Umgegend (3. Aufl, Jena 1876); Ritter, Führer durch J. und Umgegend (das. 1885); Schreiber und Färber, J. von seinem Ursprung bis zur neuesten Zeit (2. Aufl., das. 1858); Eichstädt, Annales Academiae Jenensis, Bd. 1 (das. 1823); Biedermann, Die Universität J. (das. 1858); Keil, Geschichte des jenaischen Studentenlebens (Leipz. 1858); Schwarz, Das erste Jahrzehnt der Universität J. (Jena 1858).
[Schlacht bei Jena.] Besonders ist J. geschichtlich denkwürdig durch die verhängnisvolle Schlacht 14. Okt. 1806 zwischen den Preußen und Franzosen. Militärisch ist die gleichzeitige Schlacht bei Auerstädt (s. d.) nicht weniger wichtig; weil indes Napoleon selbst bei J. befehligte, haben die Franzosen ihre beiden entscheidenden Siege nach diesem Namen benannt und in Deutschland wird die ganze Epoche des furchtbaren Sturzes der Monarchie Friedrichs d. Gr. mit ihm bezeichnet. Das Korps Hohenlohe, das bei Beginn des Kriegs von 1806 an der mittlern Saalestand, konzentrierte sich nach dem unglücklichen Gefecht bei Saalfeld (10. Okt.) auf den Höhen zwischen Weimar und J., un der Hauptarmee bei ihrem Linksabmarsch nach der Unstut die Flanke zu decken und ihr dann zu folgen. Es waren 43,000 Mann Preußen und Sachsen. Hohenlohe ließ es indessen ruhig geschehen, daß die Franzosen unter Lannes nicht nur 13. Okt. J. besetzten, sondern sich auch des Höhenrandes, des Landgrafenbergs und des sogen. Windknollens, der die preußische Aufstellung beherrschte, bemächtigten, weil er, von Massenbach verleitet, glaubte, aus Rücksicht auf den Befehl des Hauptquartiers eine Schlacht vermeiden zu müssen. Einer solchen gar nicht gewärtig, begab er sich ruhig zur Nachtruhe nach Kapellendorf zurück während Napoleon, der am Nachmittag in J. eintraf, noch in der Nacht das Geschütz des Lannesschen Korps und der Garden auf die Höhe schaffen ließ und am Morgen des 14. seine Disposition zur Schlacht traf: Lannes im Zentrum sollte den Angriff beginnen, Ney ihm eiligst nachrücken, Augereau mit dem linken Flügel durch das Mühlthal, Soult mit dem rechten durch das Rauhthal in die Flanken des Feindes fallen; es waren im ganzen 125,000 Mann. Um 6 Uhr morgens wurden die Dörfer Klosewitz und Lüteroda, die Tauenzien mit 8000 Mann besetzt hielt von den Franzosen angegriffen und nach zweistündigem Widerstand genommen; Tauenzien zog sich mit Verlust, aber in guter Ordnung auf das Gros nach Vierzehnheiligen und Krippendorf zurück. Das Korps des Generals Soltendorf (6000 Mann) wurde von Soult seitwärts nach Apolda gedrängt. Hohenlohe hatte inzwischen seine Truppen aufgestellt, die Preußen unter Grawert bei Vierzehnheiligen, die Sachsen bei Isserstädt, und Rüchel, der mit 15,000 Mann bei Weimar stand, zu Hilfe gerufen. Noch am Mittag griff Ney Vierzehnheiligen an und nahm es im ersten Anlauf. Zwar hatte er anfangs Mühe, es gegen die tapfer tämpfende preußische Infanterie zu behaupten; indes erhielt er von allen Seiten Verstärkungen, und Augereau und Soult umklammerten bereits die Flanken des Feindes, so daß trotz heldenmütigen Widerstandes nach Vernichtung der berittener Artillerie die vom mörderischen Feuer gelichteten Regimenter Hohenlohes wichen; von der französischen Reiterei bedrängt, artete ihr Rückzug bald in wilder Flucht aus. Rüchel, der um 2 Uhr auf dem Schlachtfeld anlangte und vergeblich durch einen mutigen Angriff die Franzosen aufzuhalten suchte, wurde in die allgemeine Flucht mit fortgerissen. Die Trümmer des preußisch-sächsischen Heers retteten sich teils nach Erfurt, teils nach Kölleda und Buttelstädt und vermischten sich mit denen der bei Auerstädt geschlagenen Hauptarmee. Vgl. Müffling, Darstellung der Schlacht bei J. und des Treffens bei Auerstädt (Weimar 1807); Klopfleisch, Die Schlacht bei J. (Jena 1862); v. d. Goltz, Roßbach und J., kriegsgeschichtliche Studie (Verl. 1883).
Jenatsch, Georg, der Netter Graubündens im Dreisigjährigen Kriege, geb. 1596 zu Samaden, war evangelischer Pfarrer zu Scharans, beteiligte sich seit 1618 an den wilden Parteikämpfen seines Landes, wütete durch sogen. Strafgerichte gegen die spa- nisch-katholische Partei und erschlug nach dem Velt- Einer Protestantenmord 1620 den Pompejus Planta, das Haupt derselben. Bei der Groberung Bündens durch die Osterreicher griff er 1621 zum Wassenhand- werk und führte bald einen kühnen Parteigängerkrieg. gegen den Zeind in der Heimat, bald kämpfte er mit Auszeichnung im Dienst Mansfelds, Benedigs und Frankreichs. Als der Herzog von Rohan im Auftrag Nichelieus 1635 Bünden besetzte, war J. als Oberst. eines Regiments seine rechte Hand. Da aber Niche- Tieu Miene machte, Bünden und seine Unterthanen- länder als Pjand für den Friedensschluß zu behalten, knüpfte J. zur Befreiung seiner Heimat Unterhand- Jungen mit Osterreich-Spanien an, trat zu diesem Zweck zur katholischen Kirche über, wußte in meister- hafter Weise Rohan zu täuschen und zugleich die beim französischen Heer befindlichen Bündner sowie das ganze Land für seinen Plan zu gewinnen, bis er, von Spanien unterstüßt und zum General der drei- Bünde ernannt, im stande war, die Franzosen 5. Mai 1637 zum Abzug zu zwingen. Zugleich gelang es seinem diplomatischen Geschick, von Spanien die Rückgabe des Veltlins an Bünden zu erwirken. Von da an der politische und militärische Lenker seines Landes, als-Direktor- des spanisch-österreichischen Bündnisses mit Reichtümern überschüttet und von Philipp IV. geadelt, beschloß J. schon 24. Jan. 1635 sein der Befreiung seiner Heimat geweihtes, aber durch wilde Grausamkeit beflecktes Leben, indem er bei einem nächtlichen Gelage in Chur von Verschwor- nen ermordet wurde, unter denen sich der Sohn und nach der Sage auch die Tochter des erschlagenen Planta befanden. Vgl. Neber, Georg J. (in den -Beiträgen zurvaterländischen Geschichte-, Bas.1860). J. ist auch der Geld des Nomans von R. J. Meyer: -Georg J., eine alte Bündnergeschichte- (Leipz.1876).
Jenbach, Dorf in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Schwaz, im Unterinnthal, 559 m ü. M., an der Gisen- bahn Äufstein-Innsbruck, mit Schloß, Eisenberg- bau und Süttenwerk, Fabrikation von Maschinen und Drahtstiften und (isso) 1061 Ginw. G. ift a13 Sommerfrische beliebt und bildet den Ausgangs- punkt für das ins Unterinnthal von S. mündende Ziller- und in das von N. mündende Achenthal. Westlich von J. liegt das wohlerhaltene alte Schloß Tratberg, nördlich das Dorf Eben mit vielbe- suchter Wallfahrtskirche der hier 1313 verstorbenen heil. Nothburga.
Jeni (türf.), in zusammengesetzten Ortanamen oft vorkommend, bedeutet »neu-.
Jenichen, Balthasar, Kupferstecher und Form- schneider, war um 1560—90 in Nürnberg thätig und kopierte manche Plätter nach Dürer, stach ab
verschiedene: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Band 9. Bibliographisches Institut, Leipzig 1887, Seite 192. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_b9_s0192.jpg&oldid=- (Version vom 12.12.2025)