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| Schr.: Olympische Grüsse | |
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Doch der Göttervater schüttelt
Seine Locken wild wie nie.
„Ha! Das ist mir lieb zu hören,
Denn zerschmettern will ich sie.
Kein Geheimnis ist mehr sicher
Im Gebiete der Natur,
Jede Faser wird durchleuchtet,
Allem ist man auf der Spur.
In die weit’sten Himmelsfernen
Spähen sie mit langem Rohr,
Holen aus der Erde Tiefen
Gold und Edelstein hervor;
Selbst den Blitz, den Himmelsfunken,
Sperren sie in Gläser ein,
Und die Luft des hehren Weltalls
Wird verflüssigt – wie gemein!“
Und an ihres Vaters Seite
Tritt Athene lächelnd hin:
„O Kronide“, spricht sie freundlich,
Streichelnd zärtlich ihm das Kinn,
„Lass die wack’ren Männer pflegen
Ungestört ihr Forschertum,
Denn je mehr sie noch ergründen,
Desto höher steigt Dein Ruhm.“
Da spricht schmunzelnd drauf der Alte:
„Recht hast Du, mein kluges Kind,
Darum Hermes bringe ihnen
Uns’re Grüsse jetzt geschwind!
Doch damit bei ihrem Treiben
Sie nicht allzu siegsgewiss
Und sie recht bescheiden bleiben,
Sorg’ für manches Hindernis.“
Schr.: Olympische Grüsse. Naturwissenschaftliche Gesellschaft zu Chemnitz, Chemnitz 1899, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Olympische_Gr%C3%BCsse_1899.pdf/3&oldid=- (Version vom 6.1.2026)