Serapis

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 Serapis.

Ein Räuber schlief an einer alten Wand;[1]
Da stand der Gott Serapis ihm im Traum

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Vor Augen und weissagend sprach der Gott:
„Elender, schläfst du hier? Erwach’ und flieh

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Von dieser Mauer.“ Er erwacht und floh:

Die Mauer stürzt’ herab mit schnellem Sturz.
Wie dankt nun der Errettete dem Gott!
Frühmorgens bringt er schon sein Opfer dar
Und wähnt – Der Bube wähnt, den Göttern sei

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Sein Leben lieb. Doch kaum entschlief er wieder,

Als abermals Serapis vor ihm stand
Weissagend: „Wie? Elender glaubest du,
Daß ich der Mörder pflege? Wenn ich dich
Von diesem Tod’ errettete, der schnell

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Und Schmerzlos auch den Unschuldgen trifft:

So wiß’: ich that es, daß ich dich damit
Dem rechten Tod’ aufsparete – dem Kreuz.


  1. Vermuthlich eines verfallenen Serapis-Tempels.