Taube hält den Feind ab


[188]
124.
Taube hält den Feind ab.
Mündlich, aus Höxter.

Im dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt Höxter oder Huxar im Corvei’schen von den kaiserlichen Soldaten eingeschlossen und konnte nicht eingenommen werden; endlich kam der Befehl, sie sollte mit schwerem Geschütz geängstigt und gezwungen werden. Wie nun bei einbrechender Nacht der Fähndrich die erste Kanone losbrennen wollte, flog eine Taube und pickte [189] ihm auf die Hand, so daß er das Zündloch verfehlte. Da sprach er: „es ist Gottes Willen, daß ich nicht schießen soll“ und ließ ab. In der Nacht kamen die Schweden und die Kaiserlichen mußten abziehen; so war die Stadt diesmal gerettet.