Umsonst!


[34]

 Umsonst!

 I.

Ich sehne mich aus dem dumpfen Weh
Nach jenen unseligen Tagen,
Wo meine Seele, so riesengroß,
Riesenschmerzen getragen!

5
Oft fürcht’ ich fast, Ihr habet geahnt,

Wenn Schmerz und Trotz erst gewichen,
Könnt Ihr mich tödten, elendklein,
Mit tausend Nadelstichen!

[35]
 II.

Freilich sah vorbei ich fluthen

10
All’ die jammervollen Stunden,

Freilich sind die alten Schmerzen
Durchgekämpft und überwunden!
Freilich hab’ vor Euren Herzen
Ich Vergebung nun gefunden –

15
Aber ich muß doch verbluten,

Schmerzlos an den alten Wunden!