Versöhnung (Hertz)


[101]
Versöhnung.

O laß mich stehn an deinem Grabe!
     Ach, nicht das Grab ist’s, das uns schied,
Du bist’s, die ich geliebet habe,
     Und die so bitter mich verrieth.

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Du bist dahin. – Dir sei vergeben,

     Warst du doch einstens all’ mein Glück!
Die ich verlor im wilden Leben,
     Giebt mir der sanfte Tod zurück.

Wie oft ein Hauch verklung’ner Lieder

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     Uns plötzlich durch die Seele wallt,

So schau’ ich nun dein Antlitz wieder
     Und deine liebliche Gestalt.
Doch wird dein Lächeln trüb’ und trüber,
     Dein schelmisch Auge thränenschwer,

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Du reichst wie einst die Hand herüber,

     Und fragst mich: Liebst du mich nicht mehr?

[102]

Da kommen all’ die sel’gen Tage,
     Sie flehen, ach, so süß für dich.
Ich seh’ dich steh’n in stummer Klage

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     Und seh’ dich weinen bitterlich.

Wie mich dein leichter Sinn betrübe,
     Gewiß, du warst dir’s nicht bewußt. –
So drück’ ich dich in alter Liebe
     Und fest und ewig an die Brust!