Vorfrühling (Haller)


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Vorfrühling


Schon harren tausend Knospen
Am noch verschloßnen Tor,
Dann bricht an allen Enden
Das junge Laub hervor.

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     Schon wandelt an den Hängen

     Ein hoffnungslauer Wind,
     Wo bald die Anemonen
     Vom Schlaf erstanden sind.

Nun breitet bald die Erde

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Ihr bräutlich Linnen aus

Und wartet froh des Liebsten,
Der kommt mit Sturmgebraus

     Er kommt mit hellem Pfeifen
     Und singt nicht gern allein.

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     Er springt durch’s offene Fenster

     Der Braut ins Haus hinein.

Schon flüstern durch die Stauden
Die Wünsche rings im Land;
Am Walde seh ich flattern

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Der Freiheit Fahnenband.


     Schon harren tausend Knospen
     Am noch verschloßnen Tor,
     Dann bricht an allen Enden
     Die neue Zeit hervor!