Wehmut

[141]

Wehmut

Die Abendglocke tönet,
vom Himmel sinkt die Ruh,
das Auge grambethränet
nur schliesset sich nicht zu.
     

5
Dass meine Jugend fliehet

allein und ungeliebt,
dass jeder Kranz verblühet,
das ist, was mich betrübt.
     
Und als ich sie gefunden,

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war [142] Herz und Welt nur Lust,

und seit sie mir entschwunden,
ist Athmen ein Verlust.
     
Der Strom aus Felsen quillend,
Die Berge lieben nicht;

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nur’s arme Herz, das fühlend,

so leicht von Kummer bricht.
     
O töne, sanft Geläute,
In’s [143] stille Thal hinaus,
der Morgen deckt das Heute,

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den Gram das Grabeshaus.