Kurs:Elliptische Kurven (Osnabrück 2021-2022)/Definitionsabfrage
Es sei ein
Körper.
Eine ebene affin-algebraische Kurve über
ist das
Nullstellengebilde
eines nicht-konstanten Polynoms
in zwei Variablen, also
D.h. es ist
Es sei ein
Körper
und sei
,
,
eine Familie von
Polynomen
in
Variablen. Dann nennt man
das durch die Familie definierte Nullstellengebilde
(oder Nullstellenmenge).
Es wird mit bezeichnet.
Es sei ein
Körper
und sei
der
Polynomring
in
Variablen. Dann heißt eine Teilmenge
im affinen Raum affin-algebraisch, wenn sie die
Nullstellenmenge
zu einer Familie
,
,
von Polynomen
ist, wenn also
gilt.
Ein
Körper
heißt algebraisch abgeschlossen, wenn jedes nichtkonstante
Polynom
eine Nullstelle in
besitzt.
Es sei ein
Körper.
Eine
Körpererweiterung
heißt
algebraischer Abschluss
von
, wenn die Erweiterung
algebraisch
und
algebraisch abgeschlossen
ist.
Es sei ein
Körper
und
ein von
verschiedenes Polynom. Es sei
ein Punkt der zugehörigen affinen ebenen Kurve. Dann heißt
ein glatter Punkt von
, wenn
gilt. Andernfalls heißt der Punkt singulär.
Es sei ein
Körper
und
ein von
verschiedenes Polynom. Man nennt
eine glatte Kurve, wenn sie in jedem
-
Punkt
glatt
ist.
Ein
kommutativer Ring
heißt lokal, wenn
genau ein
maximales Ideal
besitzt.
Ein diskreter Bewertungsring ist ein
Hauptidealbereich
mit der Eigenschaft, dass es bis auf
Assoziiertheit
genau ein
Primelement
in
gibt.
Es sei ein
Körper.
Der projektive
-dimensionale Raum
besteht aus allen Geraden des
durch den Nullpunkt, wobei diese Geraden als Punkte aufgefasst werden. Ein solcher Punkt wird repräsentiert durch homogene Koordinaten
, wobei nicht alle
sein dürfen, und wobei zwei solche Koordinatentupel genau dann den gleichen Punkt repräsentieren, wenn sie durch Multiplikation mit einem Skalar
ineinander übergehen.
Die Abbildung
die einem Punkt die durch diesen Punkt und den Nullpunkt bestimmte Gerade zuordnet, heißt Kegelabbildung.
Es sei ein
Körper.
Zu einem
homogenen Polynom
bezeichnet man die Menge
als die projektive Nullstellenmenge zu .
Es sei ein Körper und
ein
Ideal.
Das Ideal heißt homogen, wenn für jedes
mit der homogener Zerlegung
auch
für alle homogenen Bestandteile
ist.
Zu einem
homogenen Ideal
nennt man
das projektive Nullstellengebilde oder die projektive Varietät zu .
Der
projektive Raum
wird mit der Zariski-Topologie versehen, bei der die Mengen
zu einem
homogenen Ideal
als
abgeschlossen
erklärt werden.
Eine projektive ebene Kurve ist die Nullstellenmenge
zu einem homogenen nicht-konstanten Polynom
.
Es sei ein
Körper
und
.
Dann heißt die
ebene projektive Kurve
die Fermat-Kurve vom Grad .
Es sei ein
Körper.
Eine
ebene projektive Kurve
zu einem
homogenen Polynom
heißt
glatt,
wenn sie in jedem
-
Punkt
glatt
ist.
Eine
glatte
ebene
projektive Kurve
mit
homogen
vom Grad
, die zumindest einen
-
rationalen Punkt
besitzt, heißt
elliptische Kurve
über
.
Eine natürliche Zahl
heißt
kongruent,
wenn sie als Flächeninhalt eines
rechtwinkligen Dreiecks
auftritt, dessen Seitenlängen allesamt
rationale Zahlen
sind.
Es sei eine
elliptische Kurve
über einem Körper
in kurzer Weierstraßform
Dann nennt man
die
Diskriminante
von .
Es sei eine
elliptische Kurve
über einem
Körper
in kurzer Weierstraßform
Dann nennt man
wobei die
Diskriminante
zu
bezeichnet, die
-Invariante
von
.
Man sagt, dass eine elliptische Kurve in Legendrescher Normalform vorliegt, wenn sie durch eine Gleichung der Form
mit
beschrieben wird.
Es sei
eine
elliptische Kurve
über
und sei
ein fixierter
-
Wendepunkt
der Kurve. Zu
-Punkten
sei
die projektive Gerade durch
und
,
die bei
als
Tangente
durch
zu interpretieren ist, und sei
der neben
und
dritte Punkt auf der Kurve. Dann nennt man
das
Negative
zu und
die Summe der beiden Punkte.
Es seien
linear unabhängige
Vektoren im
. Dann heißt die
Untergruppe
ein Gitter im
.
Unter einem
Gitter
in den
komplexen Zahlen
versteht man ein
vollständiges Gitter
.
Eine
komplexe Mannigfaltigkeit
, die zugleich eine
Gruppe
ist, für die die Gruppenverknüpfung
und die Inversenbildung
holomorph sind, heißt komplexe Lie-Gruppe.
Unter einem
komplexen Torus
versteht man den
Quotientenraum
zu einem
Gitter
.
Zwei
Gitter
heißen
streckungsäquivalent,
wenn es eine komplexe Zahl
mit
gibt.
Die
Gruppenoperation
der Gruppe auf der
oberen Halbebene
durch
heißt Modulsubstitution.
Zu
komplexen Tori
und
nennt man einen
holomorphen Gruppenhomomorphismus
eine
Isogenie
Komplexe Tori
über
heißen
isogen,
wenn es eine nichtkonstante
Isogenie
gibt.
Es sei
ein
Gitter
und
der zugehörige
komplexe Torus.
Man nennt
mit der Addition und der Hintereinanderschaltung von Isogenien den
Endomorphismenring
von .
Es sei
ein
Gitter.
Eine
meromorphe Funktion
heißt
elliptisch
bezüglich oder
-doppeltperiodisch,
wenn
für alle
gilt.
Es sei
ein
Gitter.
Die Menge aller
elliptischen Funktionen
bezüglich
mit der natürlichen Addition und Multiplikation nennt man den
Körper der elliptischen Funktionen.
Es sei
ein
Gitter.
Man nennt die
meromorphe Funktion
die
Weierstraßsche
-Funktion
zum Gitter
.
Es sei
ein
Gitter
und
.
Dann heißt
die
Eisensteinreihe
zum Gitter und zum Gewicht
.
Es sei
ein
Gitter.
Wir setzen
und nennen dies die
Diskriminante
des Gitters .
Es seien
und
irreduzible
algebraische Kurven
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
und sei
eine
endliche Abbildung.
Dann nennt man den
Grad
der zugehörigen
Körpererweiterung
der
Funktionenkörper
den
Grad
von
.
Zu einem injektiven
Ringhomomorphismus
zwischen
diskreten Bewertungsringen
nennt man die
Ordnung
einer
Ortsuniformisierenden
von
in
die
Verzweigungsindex
der Erweiterung.
Ein injektiver
Ringhomomorphismus
zwischen
diskreten Bewertungsringen
heißt
verzweigt,
wenn seine
Verzweigungsordnung
ist.
Es seien
und
irreduzible
algebraische Kurven
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
und sei
eine
endliche Abbildung.
Man nennt
separabel,
wenn die zugehörige
Körpererweiterung
der
Funktionenkörper
separabel
ist.
Es seien
und
elliptische Kurven
über einem
Körper
. Eine
Isogenie
ist ein
Morphismus
mit
.
Zu einer
elliptischen Kurve
über dem Körper
nennt man
mit der Addition und der
Hintereinanderschaltung
von Isogenien den
Endomorphismenring
von .
Es sei eine
irreduzible
glatte Kurve
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
. Unter einem
Weildivisor
versteht man eine formale endliche Summe
.
Es sei eine
irreduzible
glatte Kurve
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
und sei
,
,
ein Element des
Funktionenkörpers.
Man nennt
den
Hauptdivisor
zu
.
Es sei eine
irreduzible
glatte Kurve
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
mit
Funktionenkörper
. Dann nennt man die
Restklassengruppe
die
Divisorenklassengruppe
von .
Es sei eine
glatte
projektive Kurve
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
. Zu einem
Weildivisor
auf
ist der
Grad
als
definiert.
Zu einem nichtkonstanten Morphismus
zwischen
glatten Kurven
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
und einem
Weildivisor
auf
nennt man
den zurückgezogenen Weildivisor.
Es sei eine
glatte
projektive Kurve
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
. Man nennt
die
Divisorenklassengruppe vom Grad 0
zu .
Zu einem nichtkonstanten Morphismus
zwischen
glatten Kurven
über einem
algebraisch abgeschlossenen Körper
und einem
Weildivisor
auf
nennt man
den vorgeschobenen Weildivisor.
Es sei eine
elliptische Kurve
über einem
Körper
. Dann nennt man den
Rang
der kommutativen Gruppe
den
Rang
von
.
Es sei eine
kommutative Gruppe
und
eine
Primzahl.
Unter dem
-adischen
Tate-Modul
von
versteht man die Gruppe
wobei die
Torsionsuntergruppe
der Ordnung
bezeichnet.
Zu einer
elliptischen Kurve
über einem
Körper
und einer
Primzahl
versteht man unter dem
-adischen
Tate-Modul
den
projektiven Limes
Es sei eine
kommutative Gruppe
und sei
eine Funktion.
Wir nennen eine
schwache Höhenfunktion,
wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.
- Zu
gibt es eine reelle Zahl
derart, dass
für alle
gilt.
-
- Es gibt eine natürliche Zahl
und eine Konstante
derart, dass
für alle
gilt.
-
- Für jede Schranke
ist die Menge
endlich.
-
Es sei ein
Körper.
Eine Funktion
heißt
Betrag
(oder
Absolutbetrag)
auf , wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind.
- Es ist
für alle
.
- Es ist
genau dann, wenn
ist.
- Es ist
-
- Es ist
-
Ein Betrag
auf einem
Körper
heißt
archimedisch,
wenn die Menge
in
nicht
beschränkt
ist.
Unter versteht man die Menge bestehend aus dem archimedischen Standardbetrag
und aus den Beträgen zu jeder Primzahl
, die durch
gegeben sind.
Es sei ein
Zahlkörper.
Mit
bezeichnet man die Menge der
Beträge
auf
, deren Einschränkung auf
mit einem
rationalen Standardbetrag
übereinstimmt.
Es sei ein
Zahlkörper
und sei
ein
-Punkt mit den
homogenen Koordinaten
.
Dann versteht man unter der
Höhe
(über
)
von
die reelle Zahl
Es sei
und sei
ein
Zahlkörper,
über den der Punkt
definiert ist. Dann nennt man
die
absolute Höhe
von .
Zu
nennt man
wobei die
absolute Höhe
von
bezeichnet, die
logarithmische Höhe
von
.
Es sei eine
Varietät
über einem
endlichen Körper
und es bezeichne
die Anzahl der Punkte von
.
Dann nennt man
die
Zeta-Funktion
von .
Es sei
eine
elliptische Kurve
über
mit einem homogenen kubischen ganzzahligen Polynom
und sei
eine
Primzahl.
Man sagt, dass
gute Reduktion
modulo
besitzt, wenn
glatt ist, und andernfalls, dass
schlechte Reduktion
modulo
besitzt.
Es sei
eine elliptische Kurve über
mit
und sei
eine
Primzahl.
Man sagt, dass
additive Reduktion
modulo
besitzt, wenn
irreduzibel ist und einen singulären Punkt mit einer Tangentenrichtung besitzt.
Es sei
eine
elliptische Kurve
über
mit
und sei
eine
Primzahl.
Man sagt, dass
multiplikative Reduktion
modulo
besitzt, wenn
irreduzibel ist und einen singulären Punkt mit zwei Tangentenrichtungen besitzt.
Es sei
eine
elliptische Kurve
über
mit
und sei
eine
Primzahl.
Man sagt, dass
spaltende multiplikative Reduktion
modulo
besitzt, wenn
irreduzibel ist und einen singulären Punkt mit zwei Tangentenrichtungen besitzt, die über
definiert sind.
Zu einer
elliptischen Kurve
über
in ganzzahliger Darstellung definiert man die
-Reihe
unter Verwendung der
Definition 26.11
durch
Es sei
.
Eine
meromorphe Funktion
auf der
oberen Halbebene
heißt
Modulfunktion
vom Gewicht
, wenn
für alle
gilt und wenn
meromorph
in
ist.
Eine
Modulfunktion
auf der
oberen Halbebene
vom Gewicht
heißt
Modulform,
wenn sie
holomorph
in
und
holomorph
in
ist.
Es sei
.
Die
Untergruppe
heißt
Hauptkongruenzgruppe
zur Stufe .