Kurs:Funktionentheorie/Logarithmus
Einleitung
In dieser Lerneinheit wird der Zusammenhang zwischen der Funktion und sowie die Definition eines Zweiges des Logarithmus und die Notwendigkeit der Einschränkung der Definitions- und Wertebereiche der Exponentialfunktion betrachtet, um eine bijektive Abbildung der Exponentialfunktion zu erhalten.
Zusammenhang zwischen Exponentialfunktion und Logarithmus
Die Exponentialfunktion ist eine ganze Funktion, dessen Definitionsbereich und Wertebereich einschränken muss, um eine bijektive Abbildung und zu erhalten, für die man eine Umkehrfunktion definieren kann.
Situation in der reellen Zahlen - Umkehrfunktion von exp(z)
ist injektiv aber nicht surjektiv. Durch die Einschränkung des Wertebereiches von auf ist die Funktion bijektiv und man kann nach einer Umkehrfunktion (den natürliche Logarithmus) suchen.
Aufgabe - Umkehrbarkeit der komplexen Exponentialfunktion
Erläutern Sie, warum weder injektiv noch surjektiv ist. Schränken Sie den Definitionsbereich und Wertebereich der komplexen Exponentialfunktion so ein, dass bijektiv ist und eine Umkehrfunktion besitzt!
Aufgabe - Stammfunktion von 1/x in den reellen Zahlen
In den reellen Zahlen der Logarithmus z.B. auf den positiven reellen Zahlen die Stammfunktion von . Welche Beziehung besteht zwischen eine Zweig des Logarithmus und einem Wegintegral über die Funktion .
Eigenschaften 1/z im Komplexen
Die holomorphe Funktion ist eine einfache rationale Funktion, die auf definiert ist. Sie besitzt aber auf keine Stammfunktion, denn sonst würde das Integral über den Kreis um 0 nicht den Wert sondern 0 liefern. hat eine Polstelle bei .
Definition eines Zweiges des Logarithmus
Der komplexe Logarithmus ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion. Das bedeutet, dass für alle . Allerdings ist der Logarithmus durch die Periodizität im Imaginärteil nicht injektiv, d.h. dass für alle gilt.
Einschränkung des Definitions- / Wertebereiches
- (injektiv) Um eine injektive Abbildung für Definition des Logarithmus zu erhalten, muss man den Definitionsbereich einschränken, damit die Element aus dem Definitionsbereich entfernt, die auf die gleichen Bildpunkt abgebildet werden.
- (surjektiv) Um eine surjektive Abbildung für Definition des Logarithmus zu erhalten, muss man den Wertebereich einschränken und "nicht getroffene" Elemente aus dem Wertebereich zu entfernen
Zweig des Logarithmus
Ein Zweig des Logarithmus ist eine Funktion , die auf einer Teilmenge von definiert ist und die Eigenschaft hat, dass für alle . Eine übliche Wahl für ist die Menge , die die negative reelle Achse ausschließt. In diesem Fall kann der Hauptzweig des Logarithmus definiert werden als:
wobei der Winkel von in der komplexen Ebene ist und .
Aufgabe - Integraldarstellung des Logarithmus
Sei beliebig gewählt und
- Skizzieren Sie die Menge
- Ist die folgende Funktion eine wohldefinierte Funktion und ein Zweig des Logarithmus?
Notwendigkeit der Einschränkung der Definitions- und Wertebereiche der Exponentialfunktion
Um eine bijektive Abbildung zu erhalten, müssen wir sowohl den Definitionsbereich als auch den Wertebereich der Exponentialfunktion einschränken. Die Exponentialfunktion ist periodisch mit der Periode , das heißt, für alle . Dies bedeutet, dass die Exponentialfunktion nicht injektiv auf der gesamten komplexen Ebene ist. Um eine bijektive Abbildung zu erhalten, können wir den Definitionsbereich der Exponentialfunktion auf ein horizontales Streifenmuster einschränken, zum Beispiel:
In diesem Fall ist die Exponentialfunktion bijektiv auf diesem Streifen und der Wertebereich ist . Zusammengefasst: - Die Exponentialfunktion ist nicht injektiv auf der gesamten komplexen Ebene. - Um eine bijektive Abbildung zu erhalten, müssen wir den Definitionsbereich der Exponentialfunktion einschränken, zum Beispiel auf ein horizontales Streifenmuster. - Ein Zweig des Logarithmus kann definiert werden, indem der Definitionsbereich des Logarithmus eingeschränkt wird, zum Beispiel auf .
Komplexer Logarithmus - Riemannsche Fläche


Definition des komplexen Logarithmus
Analog zur reellen Definition heißt jede komplexe Zahl , welche die Gleichung
erfüllt, ein natürlicher Logarithmus von . Für jedes existiert ein solches , das jedoch im Unterschied zum reellen Logarithmus wegen
- ,
nicht eindeutig bestimmt ist. Hat man also einen Logarithmus von gefunden, so ist damit auch
mit jeder ganzen Zahl ein Logarithmus von , denn es gilt
- .
Eindeutigkeit
Um Eindeutigkeit zu erreichen, wählt man aus den möglichen Werten für solche Werte aus, die in einem geeigneten Streifen der komplexen Zahlenebene liegen. Man kann z. B. den Streifen
verwenden. Ein Wert aus diesem Streifen heißt Hauptwert (engl. principal value) des Logarithmus, und man schreibt . Stellt man in Polarform dar, so erhält man eine einfache Darstellung des k-ten Zweiges der Logarithmusfunktion:
mit der Argument-Funktion . Im Summanden wird der bereits oben definierte reelle Logarithmus verwendet. Für erhält man den Hauptzweig des komplexen Logarithmus zurück:
- .
ist nicht stetig auf . Entfernt man jedoch die negative reelle Achse, so ist auf dem Gebiet
stetig und sogar holomorph.
- Zur Beachtung
Für den Hauptzweig des komplexen Logarithmus gelten nicht alle der weiter oben angeführten Rechenregeln für die reelle Logarithmusfunktion. Sie gelten nur . Diese Mehrdeutigkeit ist eine direkte Folge aus der Periodizität seiner Umkehrfunktion, der komplexen Exponentialfunktion. Der Vergleich von
mit
zeigt, dass
nicht für alle von verschiedenen komplexen Zahlen und richtig ist. Auch die Gleichung
ist nicht immer erfüllt, wie das Gegenbeispiel
beweist.
- Grafische Darstellung des komplexen Logarithmus
-
Betrag von -
Realteil von -
Imaginärteil von
Mit dem oben definierten Hauptzweig des komplexen Logarithmus kann man den Logarithmus für negative reellen Zahlen erklären:
Das setzt voraus, dass die Argument-Funktion negativen reellen Zahlen den Wert zuweist.
Diese Betrachtungen zeigen, dass die Mehrdeutigkeit des komplexen Logarithmus letztlich auf die Mehrdeutigkeit der Argument-Funktion zurückzuführen ist.
Seiten-Information
Wikipedia2Wikiversity
Diese Seite wurde auf Basis der folgenden Wikipedia-Quelle erstellt: