- Die Normalkrümmung der Fläche in Richtung
wird gegeben durch
(1)

- Ist
erfüllt, so wird die Normalkrümmung in Richtung
minimiert und in Richtung
maximiert.
Definition 1
- Einen Punkt
der Fläche
nennen wir Nabelpunkt, falls
erfüllt ist.
Definition 2
- Wir erklären die Gaußsche Krümmung der Fläche als
(2)

- Unter der mittleren Krümmung verstehen wir
(3)

§2 Zweidimensionale parametrische Integrale
Satz 1 (Rellich)
- Eine gemäß
(1)
in 
- konform parametrisierte Fläche
hat genau dann die vorgeschriebene mittlere Krümmung
, wenn sie dem
-Flächensystem
(2)

- genügt.
Satz 2 (Lagrange-Gauß)
- Der Graph
hat genau dann die vorgeschriebene mittlere Krümmung
, wenn
die nicht parametrische Gleichung vorgeschriebener mittlerer Krümmung
(3)
in 
- erfüllt.
§3 Quasilineare hyperbolische Differentialgleichungen und Systeme zweiter Ordnung (Charakteristische Parameter)
Satz 1 (Lineare hyperbolische Differentialgleichungen)
- Für die hyperbolische Differentialgleichung
(1)
in 
- mit
(2)
in 
- gibt es eine Variablentransformation

in 
mit der Umkehrabbildung 
- mit
in
.
- Die Differentialgleichung erscheint dann in der hyperbolischen Normalform
(3)

- und die Parametertransformation
genügt dem System
(4)

- erster Ordnung.
- Die quasilineare Differentialgleichung
(5)

- welche gemäß
in 
- hyperbolisch bezüglich ihrer Lösung
ist, kann durch die lokale Parametertransformation auf die charakteristischen Parameter äquivalent überführt werden in das System erster Ordnung
(6)

(6)

(6)

- Für die Funktion
ergibt sich ein hyperbolisches System zweiter Ordnung
(7)

- wobei die rechte Seite quadratisch in den ersten Ableitungen
ist.
Beweis
1. Ausgehend von einer Lösung (6) wollen wir die Gültigkeit der Differentialgleichung (1) zeigen. Zunächst liefern die ersten beiden Gleichungen aus (6) wegen

die Beziehungen

Somit folgt


woraus sich
ergibt.
2. Differenzieren wir alle Gleichungen von (6), in denen nur
-Ableitungen vorkommen, nach
und umgekehrt, so erhalten wir
(8)

(8)

(8)

(8)

(8)

Auf der rechten Seite stehen nur quadratische Terme in den ersten Ableitungen von
. Wir fassen (8) als lineares Gleichungssystem in den Unbekannten
auf. Die Koeffizientenmatrix dieses Systems ist nicht singulär wegen
(9)

Somit können wir das System (8) in der Form (7) auflösen.
q.e.d.
§4 Das Cauchysche Anfangswertproblem für quasilineare hyperbolische Differentialgleichungen und Systeme zweiter Ordnung
§5 Die Riemannsche Integrationsmethode
Definition 1
- Die Funktion
heißt Riemannsche Funktion, falls folgendes gilt:
genügt der Differentialgleichung
in
.
- Wir haben
.
- Längs
gilt
bzw.
.
- Längs
gilt
bzw.
.
Satz 1 (Riemannsche Integrationsmethode)
- Eine Lösung der hyperbolischen Differentialgleichung
kann mit Hilfe ihrer Riemannschen Funktion
wie folgt durch ihre Cauchydaten dargestellt werden: Für
gilt

§6 Das Bernsteinsche Analytizitätstheorem
Satz 1 (Analytizitätstheorem von S. Bernstein)
- Sei eine Lösung
des Differentialgleichungsproblems
(1)

- mit der reellanalytischen rechten Seite
(2)

- bzw.
(3)

- mit
(4)

- gegeben. Dann ist
reellanalytisch in
.
Beweis
Mit den oben eingeführten Bezeichnungen gehen wir aus von einer Lösung
des Differentialgleichungssystems
(5)

in

.
Wir betrachten das Cauchysche Anfangswertproblem
(6)

zum Parameter
. Hierbei ist
eine geeignete offene Menge mit
. Gemäß §4 hat (6) eine lokal eindeutige Lösung
, da die charakteristischen Kurven der Differentialgleichung aus
herausführen. Wir bemerken, dass die Lösung differenzierbar vom Parameter
abhängt. Es sei nun
. Wir können nun den Operator

auf die Differentialgleichung in (6) anwenden. Wir erhalten dann für die Funktion

das Differentialgleichungssystem
(7)

in

.
Offenbar ist wegen (6)
(8)

in

richtig. Weiter berechnen wir mit (6) und (5)



in

,
also
(9)

in

.
Das homogene Cauchysche Anfangswertproblem (7)–(9) ist eindeutig lösbar durch
in
und es folgt
(10)

in

.
2. Wir setzen nun
von
auf
fort. Dazu lösen wir das Cauchysche Anfangswertproblem
(11)

Die Lösung hängt differenzierbar von den Parametern
ab und höhere Regularität folgt wieder wie in §4. Wir betrachten zunächst die Funktion

Diese genügt wegen (11) dem hyperbolischen System
(12)

in

und erfüllt wegen (10) die Anfangsbedingungen
(13)

in

und
(14)

in

.
Aus (12) – (14) folgt
in
bzw.
(15)

in

.
Schließlich untersuchen wir die Funktion

welche wegen (11) dem folgenden Differentialgleichungssystem genügt:
(16)

in

.
Wir berechnen für
die Anfangsbedingungen
(17)

in

und
(18)

in

,
wobei wir (11) und (5) benutzt haben. Gleichung (5) gilt nämlich wegen (10) auch in
. Aus (16) – (18) schließen wir nun
in
bzw.
(19)

in

.
Wir haben also die Lösung
von (5) zu einer Funktion
fortgesetzt, die wegen (15) und (19) holomorph in den Variablen
und
ist. Somit ist

reell analytisch in
und
.
q.e.d.