Zufallsvariablen
Diskrete Zufallsvariable und Bild
Gegeben sei ein endlicher W-Raum
(zugehörig zu einem ZE). Eine Funktion
, die jedem möglichen Ergebnis eine reelle Zahl zuordnet, heißt diskrete Zufallsvariable (ZV).
Die Menge
aller Werte (Realisationen), die die ZV
annehmen kann, nennt man das Bild von
.
Ist
eine ZV, so schreibt man für eine Zahl
auch

(Man beachte, dass
und folglich
ist, falls
ist.)
Wahrscheinlichkeitsverteilung
Um eine diskrete ZV
zu untersuchen, kann man oft auf eine Beschreibung des W-Raumes
verzichten und nur das Bild
sowie die Wahrscheinlichkeiten
für
angeben. Zusammen nennt man dies die Wahrscheinlichkeitsverteilung (W-Verteilung) von
.
Es gilt stets: 
(Eine Beschreibung des W-Raumes kann aber manchmal helfen, um die Wahrscheinlichkeiten
überhaupt zu bestimmen.)
W-Verteilung und Modelle
Wahrschienlichkeitsverteilungen, unabhängig davon, ob sie stetig oder diskret sind, sind immer Modelle, welche die Realität mehr oder weniger gut abbilden.
Beispiele
Beispiel I
Die ZV
gibt die Augenzahl eines Würfels an. Dann hat man
und
. Also:
und
Beispiel II
Die ZV
gibt die das Quadrat der Augenzahl eines Würfels an. Dann hat man
und
. Also:
und

Beispiel III
Die ZV
beschreibt die Augensumme zweier Würfel. Dann hat man
und
. Also:
und
Beispiel IV
Bei einem Glücksspiel befinden sich
rote,
schwarze und
weiße Kugeln in einer Lostrommel.
- Man darf eine Kugel ziehen. Zieht man die Rote gewinnt man
Euro, zieht man eine Schwarze gewinnt man
Euro, zieht man eine Weiße gewinnt man nichts. Die ZV
, die den Gewinn beschreibt, hat als Bild
und es gilt: 
Beispiel V
- Nun darf man zwei Kugeln mit Zurücklegen ziehen. Die ZV
beschreibt den Gesamtgewinn. Man berechnet
und:
Beispiel VI
- Nun darf man zwei Kugeln ohne Zurücklegen ziehen. Die ZV
beschreibt den Gesamtgewinn. Man berechnet
und:

(Die angegebenen Wahrscheinlichkeiten können durch die Aufstellung eines geeigneten W-Raums bestimmt werden, man kann aber auch anders vorgehen, z.B. mittels Erstellung von Baumdiagrammen.)
Erwartungswert und Standardabweichung einer diskreten ZV
Sei
ein endlicher oder abzählbarer W-Raum und
eine (diskrete) ZV auf
. Dann heißen:
Verschiebungssatz
Für die Varianz gilt ebenso wie für die empirische Varianz der Verschiebungssatz: Für eine endliche ZV
, die die Werte
annehmen kann, gilt stets:
Beispiele
(vergleiche Beispiele)
Beispiel I
Für die ZV
gilt:
- Der Erwartungswert von
ist:
Die Varianz von
ist:
Daraus ergibt sich
.
- Der Erwartungswert von
ist:
Die Varianz von
ist:

Daraus ergibt sich
.
Beispiel II
- Der Erwartungswert von
ist:
Die Varianz von
ist:

Daraus ergibt sich
.
Beispiel III
Für die ZV
gilt:
, 
, 
, 
Anmerkung
Der Erwartungswert gibt den " im Durchschnitt zu erwartenden Wert einer ZV " an, die Varianz gibt die " im Durchschnitt zu erwartende quadratische Abweichung vom Erwartungswert " an. Die Standardabweichung ist ein Maß für die "zu erwartende Schwankung (Streuung) ".
Aufgabe
Geben Sie im Folgenden die angegebenen Informationen und die gesuchten Werte als Wahrscheinlichkeiten
bzw. als bedingte Wahrscheinlichkeiten
an:
Jeder vierte Bewohner eines Ortes besitzt einen Garten.
der Gartenbesitzer haben ein Haustier, von den Übrigen haben nur
ein Haustier.
- Wie hoch ist der Anteil der Bewohner, die ein Haustier besitzen?
- Wie hoch ist der Anteil der Gartenbesitzer unter denen, die ein Haustier besitzen? Wie hoch ist der Anteil der Gartenbesitzer unter denen, die kein Haustier besitzen?
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