Einleitung
Diese Lernresource behandelt ein Beispiel für einen
-normierbaren Raum und kann kann als Wiki2Reveal Folien angezeigt werden.
Einzelne Abschnitte werden als Folien betrachtet und Änderungen an den Folien wirken sich sofort auf den Inhalt der Folien aus.
Zielsetzung
In endlichdimensionalen topologischen Vektorräumen kann man ebenfalls
-Normen definieren. Die erzeugte Topologie ist allerdings äquivalent zu einer durch eine Norm definierten topologischen Vektor. Diese Lernressource in der Wikiversity hat das Ziel, eine Potenzreihenvektorraum als Beispiel für einen unendlichdimensionalen Vektorraum zu behandeln, dessen Topologie durch eine
-Norm erzeugt wird.
Potenzreihenvektorraum mit reelen Koeffizienten
Sei
die Menge aller Potenzreihen mit Koeffizienten in
der Form

Beispiel - Konvergenzradius Potenzreihe
Für ein
hat die folgende Reihe

den Konvergenzradius
Bemerkung - Konvergenz der Potenzreihen
Dabei müssen die Potenzreihen
nicht konvergent sein. Die folgende Potenzreihe

hat z.B. keinen positiven Konvergenzradius, weil die Folge der Koeffizienten
keine Nullfolge ist. Wir betrachten nun eine Teilmenge
des Raumes beliebiger Potenzreihen mit reellen Koeffizienten.
Definition des Vektorraums
Wir definieren nun den Vektorraum
als Teilmenge aller Potenzreihen mit reellen Koeffizienten wie folgt mit
. Diese
definiert später die
-Homogenität der p-Norm:

Damit der Vektorraum
definiert.
Bemerkung
Zunächst einmal ist das oben definierte Funktional
lediglich eine Abbildung, die jeder Potenzreihen
eine nicht-negative reelle Zahl zuordnet. Für diese Abbildung müssen nun die Eigenschaften einer p-Norm nachgewiesen werden.
Aufgabe für Studierende
Zeigen Sie, dass die obige definierte Funktional
die ersten drei Eigenschaften
-Norm auf
erfüllt:
- (PN1)

- (PN2)

- (PN3)

Dabei ist
das Nullpolynom aus
ist.
Bemerkung zu PN4
Für den Beweis der folgende Eigenschaft (PN4) für eine p-Norm ist noch eine Vorbereitung mit dem #Lemma - Subadditivität p-Konvexität notwendig
- (PN4)

Lemma - Subadditivität p-Konvexität
Sei
ein Körper mit (
) und
, dann gilt für alle

Beweis
Der Beweis erfolgt ohne Einschränkung über eine Fallunterscheidung bzgl.
- Fall 1:
und
- Fall 2:

Beweis - Fall 1
Für
folgt die Behauptung unmittelbar und es gilt sogar die Gleichheit mit:

Beweis - Fall 2.1
Für
formuliert man die Behauptung

durch Multiplikation mit
wie folgt um:

Beweis - Fall 2.2 - Streng monotone Funktion
Weil die Funktion
mit
ein streng monotone Funktion auf
ist und die Dreiecksungleichung auf
gilt erhält man für
:

und damit gilt
.
Beweis - Fall 2.3 - Betrachtung nicht-negativer Skalare
Weil die folgende Ungleichung nach 2.2 gilt,

benötigt man nun noch den Beweis der Abschätzung

Beweis - Fall 2.4 - Betrachtung nicht-negativer Skalare
Weil
gilt, braucht man nur den letzten Term für nicht-negative Skalare
abzuschätzen und man zeigt dann
.
Beweis - Fall 2.5 - Definition einer beschränkten Funktion
Man formt die Ungleichung
zu
und definiert den linken Term als differenzierbare Funktion
mit
.
Beweis - Fall 2.6 - Monotonieverhalten der Funktion
Durch die Betrachtung der Ableitung erhält man Informationen über das Monotonieverhalten der Funktion:

Beweis - Fall 2.7 - Monotonieverhalten der Funktion
Mit
gilt
und damit
. Damit ist
für alle
monoton fallend. Zusammen mit dem Anfangswert und
und
für alle
gilt
für alle
. Damit folgt die Behauptung.
Aufgaben für Studierende
- Zeigen Sie nun die Dreieckungleichung für die p-Norm über den Beweis der folgende Eigenschaft (PN4) und der Anwendung des Lemmas zur Subadditivität bzgl. p-Konvexität:
- (PN4)

- Verwenden Sie die Cauchy-Multiplikation auf dem Raum der Potenzreihen auf
. Ist die Cauchy-Multiplikation eine innere Verknüpfung auf
(d.h. für
gilt auch
.
- Ist die oben definierte p-Norm auf der Potenzreihenalgebra bzgl. der Cauchy-Multiplikation submultiplikativ (d.h. für
gilt auch
.
Quellennachweise
- Köthe, G. (1966). Topologische lineare Räume - Springer-Verlag - Berlin, Heidelberg, New York, 15.10, S.162-166.
Siehe auch
Diese Lernresource können Sie als Wiki2Reveal-Foliensatz darstellen.
Wiki2Reveal
Dieser Wiki2Reveal Foliensatz wurde für den Lerneinheit Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien' erstellt der Link für die Wiki2Reveal-Folien wurde mit dem Wiki2Reveal-Linkgenerator erstellt.