Aufmarschgebiet

Aufmarschgebiet (Deutsch)

Substantiv, n

Singular Plural
Nominativ das Aufmarschgebiet die Aufmarschgebiete
Genitiv des Aufmarschgebietes
des Aufmarschgebiets
der Aufmarschgebiete
Dativ dem Aufmarschgebiet
dem Aufmarschgebiete
den Aufmarschgebieten
Akkusativ das Aufmarschgebiet die Aufmarschgebiete

Worttrennung:

Auf·marsch·ge·biet, Plural: Auf·marsch·ge·bie·te

Aussprache:

IPA: [ˈaʊ̯fmaʁʃɡəˌbiːt]
Hörbeispiele:  Aufmarschgebiet (Info)

Bedeutungen:

[1] Militär: Gebiet, in dem Truppen und Material zusammengezogen werden, um einen Angriff/eine militärische Operation vorzubereiten
[2] Fläche, die von Kräften (beispielsweise in einem Polizeigroßeinsatz) als Sammelgebiet genutzt wird

Herkunft:

Determinativkompositum (Zusammensetzung) aus den Substantiven Aufmarsch und Gebiet

Oberbegriffe:

[1, 2] Gebiet

Beispiele:

[1] [Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine 2022:] „Für seine Invasion nutzt der Kreml auch den belarussischen Staat als Aufmarschgebiet, […].“[1]
[1] [Belarus:] „Das russische Militär nutzt das Nachbarland als Aufmarschgebiet und als Basis für Angriffe auf die Ukraine.“[2]
[1] „»Gleichzeitig sind bis zu 1 Million Soldaten nach Polen verlegt worden, das war ja das Aufmarschgebiet für die Heeresgruppe Mitte, Richtung Moskau.«“[3]
[1] [3. Juni 1941:] „Das finnische Oberkommando erteilt dem deutschen Generalstab die Erlaubnis, Nordfinnland als Aufmarschgebiet für den geplanten Angriff auf die Sowjetunion zu benutzen.“[4]
[1] „Deutschland gilt aufgrund seiner geografischen Lage als Aufmarschgebiet und zentrale Drehscheibe für Truppenverlegungen in Europa.“[5]
[1] „Nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen im Oktober 1794 blieb Brühl in den folgenden Jahren bis 1797 Aufmarschgebiet der französischen Armee.“[6]
[1] „1796 gehörte Auggen zum Aufmarschgebiet vor der Schlacht bei Schliengen.“[7]
[1] „Das Geheimnis, in das das Alliierten-Museum einweiht, ist von trauriger Aktualität: Der Wald ist für Soldaten aller Nationen militärisches Aufmarschgebiet und Übungsgelände.“[8]
[2] „Spielfeld (Steiermark) wird heute zum Aufmarschgebiet der Polizei. Am dortigen Grenzübergang zu Slowenien findet auf Initiative von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) eine Großübung der Exekutive statt.“[9]
[2] „Mirjam Blumenthal wurde 1989 mit 16 Jahren das erste Mal von Neonazis zusammengeschlagen. Damals war das südliche Neukölln offenes Aufmarschgebiet vieler rechtsextremer Skinheads.“[10]
[2] „Lange haben Politik und Behörden in Gera zugesehen, wie sich die Stadt zum regelmäßigen Aufmarschgebiet und zur Hochburg bekannter Rechtsextremisten entwickeln konnte.“[11]
[2] [Über das Dörfchen Borken:] „Normalerweise, so die Erfahrung der Rechtsextremen, die selber sagen, Vorpommern sei ihr Aufmarschgebiet, können die Neonazis dort ungestört feiern.“[12]
[2] „Dabei hatte Kretschmer noch betont, wie ernst die Lage sei: »Wir müssen verhindern, dass Chemnitz Aufmarschgebiet wird von Extremisten aus ganz Deutschland.«“[13]
[2] „Neonazis der sogenannten "Freien Kräfte Neuruppin / Westhavelland" wollen mit tatkräftiger Unterstützung der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) Neuruppin zum Aufmarschgebiet für ihre Aktivitäten machen.“[14]
[2] „2010 vertraten rund acht Prozent (insgesamt 6,4 Millionen) der Deutschen rechtsextreme Ansichten. Dazu haben auch NPD und rechtsextreme Kameradschaften beigetragen. Vorpommern mit der ehemaligen Kreisstadt Anklam haben sie zu ihrem Aufmarschgebiet erklärt.“[15]
[2] „Wie die Gesetze der meisten skandinavischen Länder gewährt auch das schwedische Strafrecht eine sehr weitreichende Pressefreiheit. Das macht diese Länder zu einem Brückenkopf des Vertriebes von Propagandamaterial sowie zum Aufmarschgebiet der Neonazis an ihren traditionellen „Gedenktagen“.“[16]
[2] „Fortan ist der Alte Garten Aufmarschgebiet der SED-Machthaber, Kampfgruppen, Erster-Mai-Demonstrationen, Jugendtreffen und Bauernkongresse beginnen auf dem Schweriner Platz.“[17]
[2] „Auf gar keinen Fall darf man die Bückeburg verwechseln mit dem Bückeberg – jenem liebsten Aufmarschgebiet der Nazis zu den pompösen Reichserntedankfesten, wo die gnädig zu spät Geborenen 70 Jahre brauchten, um sich auf ein Gedenken zu einigen.“[18]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Adjektiv: militärisches Aufmarschgebiet
[1] mit Substantiv: Aufmarschgebiet in Belarus / Deutschland / Irak
[1] mit Substantiv: Aufmarschgebiet der NATO / der NATO-Truppen
[1, 2] mit Verb: als Aufmarschgebiet dienen / genutzt werden
[2] mit Substantiv: Aufmarschgebiet der Polizei
[2] mit Substantiv: Aufmarschgebiet der Nazis / der Neonazis / der Rechtsextremisten

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Aufmarschgebiet
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [dwdsxl] Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „Aufmarschgebiet
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalAufmarschgebiet
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Aufmarschgebiet

Quellen:

  1. Anja Perowa: Im Schienenkrieg gegen Putin. dekoder.org, Dekoder-gGmbH, Syke, Deutschland, 8. Juli 2022, abgerufen am 12. Dezember 2025 (Übersetzung von Maria Rajer (gekürzt)).
  2. Die Rolle von Belarus im Ukraine-Krieg. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 17. März 2022 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  3. „Da schaut uns das deutsche Muster an“. In: taz.de. 22. März 2023, ISSN 2626-5761 (Interview mit Hannes Heer, Historiker, das Interview führte Harff-Peter Schönherr, URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  4. wissen.de – Kalender „3. Juni 1941 - Das finnische Oberkommando erteilt dem …, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  5. Bundeswehr – Nächtliche Militärkonvois – "Red Storm Bravo" in Hamburg. In: Zeit Online. 2025-09-22, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  6. Wikipedia-Artikel „Kanton Brühl“ (Stabilversion), Version vom 30. September 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  7. Wikipedia-Artikel „Auggen“ (Stabilversion), Version vom 29. September 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  8. Brigitte Werneburg: Museen im Grünen – Grüne Überraschungen. In: taz.de. 6. Oktober 2023, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  9. Polizei übt Großeinsatz in Spielfeld. newsv2.orf.at, Österreichischer Rundfunk, Stiftung öffentlichen Rechts, Wien, Österreich, 25. Juni 2018, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  10. Erik Peter, Gareth Joswig: Rechte Anschlagserie in Berlin-Neukölln – Ein perfektes Feindbild. In: taz.de. 16. Juni 2022, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  11. Silvio Duwe, Anne Grandjean, Chris Humbs, Daniel Laufer, Markus Pohl: Gera: Eine gefallene Stadt?. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 22. Februar 2024 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  12. Almuth Knigge: Sterbende Dörfer – Fest in rechter Hand. In: Deutschlandradio. 2015-07-18 (Deutschlandfunk/Köln, Sendereihe: Hintergrund, URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  13. Kay-Alexander Scholz: Was tun gegen Rechtsradikalismus?. In: Deutsche Welle. 29. August 2018 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  14. Uwe Hessler: "Buntes Neuruppin" - Eine Stadt wehrt sich gegen Neonazis. In: Deutsche Welle. 20. November 2011 (Redaktion: Blagorodna Grigorova, URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  15. Almut Knigge: Erschreckende Normalität – Rechtsextremismus im ostdeutschen Alltag. In: Bayerischer Rundfunk. 8. April 2012 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  16. Wikipedia-Artikel „Rechtsextremismus“ (Stabilversion), Version vom 7. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  17. Pomp, Paraden und Proteste - Der Alte Garten in Schwerin und seine Geschichte. In: Norddeutscher Rundfunk. 30. September 2008 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).
  18. Nadine Conti: Einkaufen im Schloss Bückeburg – Wo der Unternehmer-Fürst Hof hält. In: taz.de. 10. Juni 2023, ISSN 2626-5761 (URL, abgerufen am 12. Dezember 2025).