Fischkopp
Fischkopp (Deutsch)
Substantiv, m
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Fischkopp | die Fischköppe |
| Genitiv | des Fischkopps | der Fischköppe |
| Dativ | dem Fischkopp | den Fischköppen |
| Akkusativ | den Fischkopp | die Fischköppe |
Nebenformen:
- [2] Fischkopf
Worttrennung:
- Fisch·kopp, Plural: Fisch·köp·pe
Aussprache:
- IPA: [ˈfɪʃˌkop]
- Hörbeispiele: Fischkopp (Info)
Bedeutungen:
- [1] umgangssprachlich, übertragen, stereotypisch, scherzhaft oder spöttisch, auch Eigenbezeichnung: Person aus Norddeutschland, insbesondere aus küstennahen Gebieten an Nord- und Ostsee
- [2] norddeutsch: Kopf eines Fisches
Herkunft:
- Determinativkompositum aus den Substantiven Fisch und Kopp
Synonyme:
- [1] Norddeutscher, Muschelschubser, Krabbenschubser, Nordlicht
Beispiele:
- [1] „Also: Fischköppe sind höchstens 5km weit von der Küste geboren. Warum ausgerechnet fünf - mein Geburtsort liegt etwa 5.000 m vom Greifswalder Bodden entfernt. Und ich bin mit Herz und Verstand ein Fischkopp. Lieber ein Fischkopp als ein Holtkopp (niederdeutsch für Holzkopf) oder ein Piepenkopp (niederdeutsch für Pfeifenkopf), sage ich immer. Und – einmal Fischkopp – immer Fischkopp.“[1]
- [1] (Fußball:) „Nach den Reden und ein paar Bier kommt ein Fan zu Wirsing: ‚Ist ja alles schön und gut, wenn wir in Berlin gewinnen. Aber wenn wir verlieren, kriegt der erste Fischkopp, der mich anmacht, auf die Fresse.‘ Wirsing kontert: ‚Dann musst du aber erst mir eine reinhauen.‘“[2]
- [1] „Plötzlich stand der Fremde auf und sagte: ‚Halt endlich deine Schnauze, du dreckiger Fischkopp!‘“[3]
- [1] (Murat Topal:) „‚Ich hab halt nicht nur Deutsch gesprochen, sondern ich hab da halt mit norddeutschem Akzent, also Hamburgisch gesprochen.‘ Spontan-Aktion des Komikers: Döner-Türke spielt hanseatischen Fischkopp. ‚So, hieääh komm’ ma rann hieääh, die Annaaanass, zwei-Stück-für-oin-Oiro, hieääh, weiss Beschoid, komm hieääh Vitaminä A bis Z, zweineunundsiebzig, jo. Und das ist natürlich schon ne geile Situation.‘“[4]
- [1] „[Der Liedermacher Wolf] Biermann sagte, er sei zwar ein „Hamburger Fischkopp“, aber er habe in Berlin an der Humboldt-Universität studiert und am Berliner Ensemble gearbeitet.“[5]
- [1] (Schlagzeile:) „Comedy – Worüber Fischköppe lachen – Humor in der norddeutschen Tiefebene“[6]
- [1] (Rezension:) „Ein netter Track mit gutem Groove und sinnfreiem Text, aber ausreichend abgehangen. Ganz so, wie man es von den netten Fischköppen [der Band „Fettes Brot“ aus Hamburg] erwarten konnte.“[7]
- [1] „Sag mir ein Bundesland, wo der Umbruch nach der Wende so tief wie bei uns war? Die Fischköppe haben Natur, Sachsen Industrie, Fleiß, Thüringen Kultur …“[8]
- [1] „Tatsächlich werden im Allgemeinen die norddeutschen Küstenbewohner als ‚Fischköppe‘ bezeichnet – […]“[9]
- [1] „Ein Hamburger Autor wirft wie ein Fischkopp anderen bei redaktionellen und gestalterischen Überarbeitungen ‚Lass den Quatsch‘ vor, wobei er mit seinem eigenen Gestaltungsquatsch falsch liegt und sich selbst bei Überarbeitungen nicht an die (redaktionellen) Richtlinien hält.“
- [2]
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] mit Ort: Hamburger/Husumer Fischkopp, norddeutscher Fischkopp
Übersetzungen
[1] Norddeutscher
[2] Kopf eines Fisches
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Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Fischkopp“
- [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Fischkopp“
- [1] The Free Dictionary „Fischkopp“
- [1, 2] Deutsche Welle, Wort der Woche: Hanna Grimm: Der Fischkopp. In: Deutsche Welle. 14. Juli 2014 (Text und Audio, Dauer: 01:38 mm:ss, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- [1] Solvejg Hoffmann: Ein Fischkopf sein – Vom Fischkopf zum Fischkopp. In: geo.de (Online). Abgerufen am 28. Mai 2023.
- [1] Stefanie Jürgensen: Typisch norddeutsch: Diese 10 Wörter müsst ihr kennen – 8. Fischkopp. In: nord24.de (Online – Nordsee-Zeitung). 26. Februar 2018, abgerufen am 28. Mai 2023.
- [1] Günther Fuchs, Hans-Ulrich Lüdemann: Das Mecklenburgisch-Vorpommersche Schimpfwörterbuch. EDITION digital, 2012, ISBN 9783863948641, Seite 179 (Zitiert nach Google Books)
- [*] Fischkopp – Synonyme, Bedeutung und Verwendung. In: deutschesynonyme.com (Online). Abgerufen am 28. Mai 2023.
Quellen:
- ↑ Hans-Ulrich Lüdemann: Kapstadt und so weiter: Happy Rolliday II. EDITION digital, 2012, ISBN 9783863948863, Seite 4 (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Marcus Bark: DFB-Pokal - Die Sportfreunde Lotte und der BVB. In: Deutschlandradio. 27. Februar 2017 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Sport Aktuell, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- ↑ C. U. Wiesner: Das Möwennest. EDITION digital, 2013, ISBN 9783863943936, Seite 179 (Zitiert nach Google Books).
- ↑ Arthur Dittlmann: Landgang extra - Bildung. In: Deutschlandradio. 30. Mai 2008 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Länderreport, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- ↑ Kultur - Biermann schimpft weiter. In: Deutsche Welle. 26. März 2007 (URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- ↑ Rainer Link: Comedy - Worüber Fischköppe lachen - Humor in der norddeutschen Tiefebene. In: Deutschlandradio. 21. Mai 2014 (Deutschlandfunk / Köln, Sendereihe: Querköpfe, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- ↑ Joerg Utecht: Fettes Brot - Am Wasser gebaut. Plattentests.de, c/o Armin Linder, München, Deutschland, 21. März 2005, abgerufen am 28. Juni 2018.
- ↑ Harald Selke, Andreas Kampa: 60 Jahre deutsche Länder - Das Land Sachsen-Anhalt. In: Deutschlandradio. 2. Oktober 2006 (Deutschlandfunk Kultur / Berlin, Sendereihe: Länderreport, URL, abgerufen am 28. Juni 2018).
- ↑ Solvejg Hoffmann: Ein Fischkopf sein – Vom Fischkopf zum Fischkopp. In: geo.de (Online). Abgerufen am 28. Mai 2023.