Ossi

Ossi (Deutsch)

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Ossi die Ossis
Genitiv des Ossis der Ossis
Dativ dem Ossi den Ossis
Akkusativ den Ossi die Ossis

Worttrennung:

Os·si, Plural: Os·sis

Aussprache:

IPA: [ˈɔsi]
Hörbeispiele:  Ossi (Info)
Reime: -ɔsi

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, meist selbstironisch, oft abwertend: Bewohner der ehemaligen DDR

Herkunft:

Kurzwort zu Ostdeutscher mit Derivatem (Ableitungsmorphem) -i, Verschleifung -st- zu -ss- möglicherweise wegen der Euphonie (Wohlklang)[1]

Synonyme:

[1] Ostdeutscher

Gegenwörter:

[1] Wessi, Wossi

Beispiele:

[1] „Gemeint ist nicht, dass Ossis mehr jammern als andere, sondern, dass sie jammern, obwohl sie nicht - in Gegensatz zu den Wessis - das Recht dazu haben.“[2]
[1] „Bei den Bankkonten waren die Ossis die Verlierer, auf den Matratzen aber die Gewinner.“[3]
[1] „Vor allem die Wessis sahen sich gern als Erlöser der Ossis.“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] gelernter Ossi

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Ossi
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ossi
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Schlüsselwörter der Wendezeit „Ossi, „Ossi, Wessi“.
[1] Duden online „Ossi (Ostdeutscher)
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalOssi
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Die deutsche Rechtschreibung. In: Der Duden in zwölf Bänden. 24. Auflage. Band 1, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-70924-3.

Quellen:

  1. Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Schlüsselwörter der Wendezeit „Ossi, „Ossi, Wessi“.
  2. Eric T. Hansen: Nörgeln! Des Deutschen größte Lust. Unter Mitarbeit von Astrid Ule. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 2010, Seite 80. ISBN 978-3-596-17859-9.
  3. Pascale Hugues: Deutschland à la française. Rowohlt, Reinbek 2017, ISBN 978-3-498-03032-2, Seite 156. Französisches Original 2017.
  4. Eric T. Hansen mit Astrid Ule: Die ängstliche Supermacht. Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Lübbe, Köln 2013, ISBN 978-3-431-03874-3, Seite 51.

Substantiv, f

Singular Plural
Nominativ die Ossi die Ossis
Genitiv der Ossi der Ossis
Dativ der Ossi den Ossis
Akkusativ die Ossi die Ossis

Worttrennung:

Os·si, Plural: Os·sis

Aussprache:

IPA: [ˈɔsi]
Hörbeispiele:  Ossi (Info)
Reime: -ɔsi

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich, meist selbstironisch, oft abwertend: weibliche Person aus der ehemaligen DDR

Herkunft:

Kurzwort zu Ostdeutsche, ansonsten siehe Herkunft zu Ossi, Substantiv, m

Synonyme:

[1] Ostdeutsche

Gegenwörter:

[1] Wessi, Wossi

Beispiele:

[1] „[…] ›Na wahrscheinlich liegen deine Bewilligungen [für ein Forschungsprojekt] auch daran, dass du zur DDR forschst.‹ Hallo? […] Kann eine Ossi nicht einfach nur gut sein?“[1]
[1] „[…] ich habe eine Vorgesetzte, eine Ossi, die glaubt, sie müsste die ganze Welt umdrehen. […]“[2]
[1] „Und Alice Schwarzer analysiert, warum es kein Zufall ist, dass die erste deutsche Kanzlerin eine Ossi ist – und eine Wessi das niemals gewagt hätte.“[3]
[1] „Sie haben jetzt ‚Menschen mit ostdeutschem Hintergrund‘ gesagt, ich habe eben das Schlagwort ‚Ossi‘ benutzt, auch mit der Frage im Hinterkopf, wer eigentlich ein oder eine Ossi ist? Der oder die aus dem Osten kommt, dort geboren ist, dort wohnt oder die DDR miterlebt hat?“[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] gelernte Ossi

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Ossi
[1] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – Schlüsselwörter der Wendezeit „Ossi, „Ossi, Wessi“.
[1] Duden online „Ossi (Ostdeutsche)

Quellen:

  1. Ingrid Miethe: Statistisch gesehen gibt es mich eigentlich nicht. In: Laura Behrmann, Markus Gamper, Hanna Haag (Herausgeber): Vergessene Ungleichheiten. Biographische Erzählungen ostdeutscher Professor*innen [sic]. transcript, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8394-6419-9, Seite 243, DNB 1343484022 (Google Books, abgerufen am 16. Dezember 2025).
  2. Rosa Theresia Arenz: Ria - eine starke Frau. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7357-4003-8, Seite 146, DNB 1052964400 (Google Books, abgerufen am 16. Dezember 2025).
  3. Ostfrauen verändern die Politik. In: EMMA. 30. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2025 (aktualisiert am 2. 9. 2019).
  4. Marieke Reimann: „Als etwas dümmliche Masse wahrgenommen“. Deutschlandfunk, 28. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2025 (Gespräch mit Sebastian Wellendorf).