PISA-Schock

PISA-Schock (Deutsch)

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der PISA-Schock
Genitiv des PISA-Schocks
Dativ dem PISA-Schock
Akkusativ den PISA-Schock

Alternative Schreibweisen:

Pisa-Schock

Worttrennung:

PISA-Schock, Plural: PISA-Schocks

Aussprache:

IPA: [ˈpiːzaˌʃɔk]
Hörbeispiele:  PISA-Schock (Info)

Bedeutungen:

[1] Bildung: in der Öffentlichkeit/in den Medien geäußerte Sorge über das mäßige Abschneiden deutscher Schüler und Schülerinnen nach Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studie 2000 im Jahr 2001

Herkunft:

Determinativkompositum (Zusammensetzung) aus dem Akronym PISA (englisch für: Program for International Student Assessment, Deutsch: Programm für internationale Studenten/Schüler-Bewertung), einem Bindestrich - und dem Substantiv Schock

Oberbegriffe:

[1] Schock

Beispiele:

[1] „Der „PISA-Schock“ 2001 machte erneut sichtbar, dass soziale Herkunft in Deutschland stärker als anderswo über den Bildungserfolg entscheidet.“[1]
[1] „Seit dem PISA-Schock im Jahr 2001 erfahren die Ergebnisse internationaler Schulleistungsstudien große öffentliche Aufmerksamkeit.“[2]
[1] „Die mäßigen Ergebnisse, die die deutschen Schülerinnen und Schüler bei der ersten Untersuchung im Jahr 2000 erzielten, lösten den bereits angesprochenen "PISA-Schock" aus: In allen drei Leistungsbereichen lagen die deutschen Schülerinnen und Schüler jeweils unterhalb des OECD-Durchschnitts; sie landeten auf dem 20. oder 21. Rangplatz und waren damit weit entfernt von Spitzenländern wie Finnland, Japan oder Kanada.“[2]
[1] „Der PISA-Schock vor sechs Jahren sitzt so tief, dass jede neue Studie fast schon mit Angst erwartet wird. Sind wir besser geworden oder nicht?“[3]
[1] „Überlastete Lehrer, marode Schulgebäude, massive Bildungsungleichheit: Seit dem PISA-Schock vor über 20 Jahren häufen sich die Warnsignale. Doch warum ändert sich so wenig?“[4]
[1] „Bund und Länder haben aus dem PISA-Schock die richtigen Lehren gezogen und Reformen angeschoben.“[5]
[1] „Empirische Bildungsforschung hat ihre Wurzeln in den 1960er Jahren und erfuhr einen deutlichen Aufschwung nach dem PISA-Schock im Jahr 2000.“[6]
[1] „Nach Einführung der Bildungsstandards für das Schulfach Deutsch infolge des PISA-Schocks nach 2000 wurde aus dem Grammatikunterricht der Kompetenzbereich Sprache und Sprachgebrauch untersuchen.“[7]
[1] „In der Bildung gibt es ein großes Gefälle zwischen Stadtstaaten und Flächenländern und vor allem zwischen Nord und Süd. Das zeigt der neue "nationale Bildungsbericht" unter Neuntklässlern und er erhärtet, was wir seit dem ersten PISA-Schock wissen.“[8]
[1] „Dem sogenannten "Pisa-Schock" im Jahr 2000 ist es zu verdanken, dass es in Deutschland immer mehr Ganztagsschulen gibt.“[9]
[1] „Nach dem PISA-Schock will der Freistaat mehr Mathe- und Deutschunterricht an Bayerns Grundschulen realisieren, um die Basiskompetenzen wie Rechnen oder Lesen zu stärken.“[10]
[1] „[Marcus] Pindur: Zwanzig Jahre nach dem PISA-Schock: nennen Sie mal drei Dinge, die tatsächlich an deutschen Schulen heutzutage gut funktionieren.“[11]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Verb: einen PISA-Schock auslösen

Wortbildungen:

[1] PISA-Schock-Debatte, PISA-Schock-Effekt, PISA-Schock-Folgen

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [dwdsxl] Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „PISA-Schock
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalPISA-Schock
[1] Duden online „PISA-Schock

Quellen:

  1. Geschichte der Schule – Auslese im Klassenzimmer. In: Deutschlandradio. 2025-09-02 (Deutschlandfunk/Köln, URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  2. 1 2 Klaus-Jürgen Tillmann: PISA & Co. – eine kritische Bilanz. bpb.de, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, Deutschland, 19. Juni 2015, abgerufen am 7. Januar 2026.
  3. Status der Eltern nach wie vor für Lernerfolg der Kinder entscheidend. In: Norddeutscher Rundfunk. 15. März 2008 (tagesschau.de, URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  4. Durchgefallen – Wie Schule uns als Gesellschaft spaltet. In: Südwestrundfunk. 31. Januar 2025 (URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  5. Interview – Bildungsforscher Hurrelmann bewertet PISA-Ergebnisse – "Von den Finnen können wir lernen. In: Norddeutscher Rundfunk. 3. Dezember 2013 (tagesschau.de, Interview mit Klaus Hurrelmann, Bildungsforscher, das Interview führte Simone von Stosch, URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  6. Wikipedia-Artikel „Empirische Bildungsforschung“ (Stabilversion), Version vom 7. August 2025, 23:26 Uhr, abgerufen am 7. Januar 2026.
  7. Wikipedia-Artikel „Grammatikunterricht“ (Stabilversion), Version vom 7. September 2025, abgerufen am 7. Januar 2026.
  8. Kristin Joachim: Pisa-Nachfolgestudie: Schüler in südlichen Bundesländern erneut vorn. In: Norddeutscher Rundfunk. 23. Juni 2010 (URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  9. Daniel Peter: Ifo-Studie: Ganztagsschulen bringen Vorteile für Kinder. In: Bayerischer Rundfunk. 27. Oktober 2025 (URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  10. Sarah Beham: Bildungssystem "am Anschlag": Das sind die Baustellen. In: Bayerischer Rundfunk. 17. Juni 2024 (URL, abgerufen am 7. Januar 2026).
  11. Schulen nach dem PISA-Schock – Unser Bildungssystem bleibt mittelmäßig. In: Deutschlandradio. (Deutschlandfunk Kultur/Berlin, Interview mit Ludger Wößmann, Bildungsforscher, das Interview führte Marcus Pindur, URL, abgerufen am 7. Januar 2026).