Spökenkieker

Spökenkieker (Deutsch)

Substantiv, m

Singular Plural
Nominativ der Spökenkieker die Spökenkieker
Genitiv des Spökenkiekers der Spökenkieker
Dativ dem Spökenkieker den Spökenkiekern
Akkusativ den Spökenkieker die Spökenkieker

Worttrennung:

Spö·ken·kie·ker, Plural: Spö·ken·kie·ker

Aussprache:

IPA: [ˈʃpøːkŋ̩ˌkiːkɐ]
Hörbeispiele:  Spökenkieker (Info)

Bedeutungen:

[1] norddeutsch: (Wörtlich etwa: „Geisterseher“) ein Mensch, der die übersinnliche Befähigung zu besitzen scheint, zukünftige, vor allem unliebsame, Ereignisse und genaue Begleitumstände davon vorherzusehen, beispielsweise Stadtbrände, plötzliche Todesfälle
[2] von [1] abgeleitet selten, ironisch, abwertend: Mensch, der an Übersinnliches oder auch an Verschwörungen, UFOs oder dergleichen glaubt

Herkunft:

aus dem Plattdeutschen, von kieken = gucken und Spöök (Pl. Spöken) = Spuk, Spukgestalt

Sinnverwandte Wörter:

[1] Seher
[2] Esoteriker, Okkultist

Beispiele:

[1] Der Vorschauer sieht Leichenzüge, Hochzeiten, Heereskolonnen, Feuersbrünste usw. Oft erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten treffen die geschauten Ereignisse ein. Nach ihren (Annette von Droste-Hülshoffs) Beobachtungen (…) zeigt sich bei ihm keine Spur von Überspannung. Im vorigen Jahrhundert gab es noch ganze "Spökenkieker"-Familien. Die heute noch lebenden Vorschauer finden sich in allen Ständen. Früher waren es hauptsächlich Schäfer, die mit den Geheimnissen der Natur innig vertraut waren.[1]
[1] "Lotte, ich werde Dir den „Spökenkieker" kommen lassen." Die junge Bäuerin war feuerroth geworden, dann sehr blaß. Auch sie mochte wohl an dieses Mittel gedacht haben. (1858) [2]
[1] Unser Dorf hatte auch Spökenkieker, Menschen mit der medialen Fähigkeit des zweiten Gesichtes. [3]
[2] Der Meyer is so'n richtiger Spökenkieker.

Wortbildungen:

Spökenkiekerei (plattdeutsch: Spökenkiekeree)

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Spökenkieker“
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Spökenkieker“
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1583, Eintrag „Spökenkieker“

Quellen:

  1. ↑ Walter Vogt: Die Spökenkieker - Das Gequälte Geschlecht. In: „Wegbegleiter“. Juli 1997, Seite 198 ff, abgerufen am 1. April 2011 (Ausgabe der Zeitschrift vom Juli 1997, Nr. 4, II. Jahrgang).
  2. ↑ Westermanns Monatshefte, Band 4, von George Westermann. Abgerufen am 2. Februar 2016.
  3. ↑ Besessenheit und Exorzismus, Kurt E. Koch. Abgerufen am 2. Februar 2016.