Unwesen

Unwesen (Deutsch)

Substantiv, n

Singular Plural
Nominativ das Unwesen
Genitiv des Unwesens
Dativ dem Unwesen
Akkusativ das Unwesen

Worttrennung:

Un·we·sen, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈʊnˌveːzn̩]
Hörbeispiele:  Unwesen (Info)

Bedeutungen:

[1] verwerfliches Handeln

Herkunft:

mittelhochdeutsch unwesen; heutige Bedeutung ab dem 16. Jahrhundert[1]
Ableitung zu Wesen mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) un-

Unterbegriffe:

[1] Bandenunwesen, Banditenunwesen, Behördenunwesen, Dirnenunwesen, Gangsterunwesen, Seeräuberunwesen, Titelunwesen

Beispiele:

[1] „Aber sie war für einen Hafen geeignet, von dem aus man die vielen Piraten in Schach halten konnte, die im Südchinesischen Meer ihr Unwesen trieben.“[2]
[1] „In Teilen von Neukölln, Spandau und Lichtenberg trieben rivalisierende Banden und Bürgerwehren ihr Unwesen, weil der Staat weder die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten noch deren Sicherheit garantieren konnte.“[3]
[1] „Kohlhase konnte sein Unwesen deshalb so lange treiben, weil der Kurfürst von Brandenburg das Marodieren auf dem Territorium des Kurfürsten von Sachsen duldete.“[4]
[1] „Sie verstand nicht, was er mit den Worten Konterrevolution und Diversanten meinte, und begriff nur, dass in Polen und in Ungarn Staatsfeinde und Banditen ein gefährliches Unwesen auf den Straßen trieben und von der Polizei und der Armee daran gehindert werden mussten, das Aufbauwerk der Patrioten und Pioniere zu zerstören.“[5]

Redewendungen:

sein Unwesen treiben

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Wikipedia-Suchergebnisse für „Unwesen
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Unwesen
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „Unwesen
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalUnwesen
[1] The Free Dictionary „Unwesen
[1] Duden online „Unwesen

Quellen:

  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Stichwort: „Unwesen“, Seite 944.
  2. Björn Berge: Atlas der verschwundenen Länder. Weltgeschichte in 50 Briefmarken. dtv, München 2018 (übersetzt von Günter Frauenlob, Frank Zuber), ISBN 978-3-423-28160-7, Seite 28. Norwegisches Original 2016.
  3. Bernhard Kegel: Gras. Dörlemann, Zürich 2023, ISBN 978-3-03820-138-0, Seite 164—165.
  4. Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit. 7. Auflage. Galiani, Berlin 2016, ISBN 978-3-86971-126-3, Seite 71.
  5. Christoph Hein: Das Narrenschiff. Roman. 7. Auflage. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43226-6, Seite 370. 1. Auflage 2025.