Urbild

Urbild (Deutsch)

Substantiv, n

Singular Plural
Nominativ das Urbild die Urbilder
Genitiv des Urbilds
des Urbildes
der Urbilder
Dativ dem Urbild
dem Urbilde
den Urbildern
Akkusativ das Urbild die Urbilder

Anmerkung:

Mathematik:
  • Ein Urbild eines Elements wird auch als Faser bezeichnet.
  • Falls es nicht symbolisch ausgedrückt wird, wird das Urbild von unter oder Urbild von bezüglich genannt (analog für das Urbild eines Elements).[1]
  • Nach heutigen Definitionen ist das Urbild meist eine Menge.[2] [3] Üblicherweise existiert zu jeder Menge (oder zu jedem Element) also auch nur ein Urbild.
  • Um welche der beiden Bedeutung es sich in einem konkreten Fall handelt, lässt sich am Artikelgebrauch und am Kontext erkennen.

Worttrennung:

Ur·bild, Plural: Ur·bil·der

Aussprache:

IPA: [ˈuːɐ̯ˌbɪlt]
Hörbeispiele:  Urbild (Info)
Reime: -uːɐ̯bɪlt

Bedeutungen:

[1] ursprüngliches, als Vorlage für eine künstlerische Wiedergabe dienendes Werk
[2] ideales Vorbild mit typischen Merkmalen, Verkörperung eines Ideals
[3] Mathematik, bei Abbildungen, selten: Element aus der Definitionsmenge, dem ein bestimmtes Element aus der Zielmenge zugeordnet wird
[4] Mathematik, bei Abbildungen: Teilmenge der Definitionsmenge, deren Elemente auf eine bestimmte Teilmenge der Zielmenge oder ein bestimmtes Element aus der Zielmenge abgebildet werden

Herkunft:

Das Wort ist seit dem 17. Jahrhundert belegt.[4]

Synonyme:

[2] Archetyp/Archetypus
[3] Original

Sinnverwandte Wörter:

[2] Vorbild

Gegenwörter:

[3] Bild

Oberbegriffe:

[3] Element
[4] Menge

Unterbegriffe:

[4] Faser

Beispiele:

[1]
[2] „Urbild stiller Verläßlichkeit und selbstverständlicher Redlichkeit, hatte er in über fünfzehn Jahren nicht einen einzigen Tag die Arbeit versäumt.“[5]
[2] „Der Bauer verabschiedet uns unter dem Kreuzeszeichen: ein alter Mann mit weißem Haar, das Urbild eines Patriarchen.“[6]
[2] „Es hatte eine Zeit gegeben, da war Thomas Lieven das Urbild eines ordentlichen Bürgers, abhold jeder Intrige, zugeneigt einem Leben voll Sicherheit, Ruhe und Bequemlichkeit.“[7]
[3] Finden Sie alle Urbilder von bezüglich !
[3] Sei eine Abbildung. Dann sind die Elemente und Urbilder des Elements unter .
[4] Sei eine Abbildung. Dann ist die Menge das Urbild der Menge (oder des Elements ) unter .

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[2] Wikipedia-Artikel „Urbild
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Urbild
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalUrbild
[2] The Free Dictionary „Urbild
[1, 2] Duden online „Urbild
[3] Walter Gellert, Herbert Kästner, Dr. Siegfried Neuber (Herausgeber): Lexikon der Mathematik. 3. Auflage. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, Leipzig 1981, Seite 9, Stichwort „Abbildung“
[4] Wikipedia-Artikel „Urbild (Mathematik)

Quellen:

  1. Wikipedia-Artikel „Urbild (Mathematik)
  2. Lukas Mürmann: Abbildungen. In: Vorkurks Mathematik SoSe 2022, TU Dortmund. „Das Urbild ist immer eine Menge“, abgerufen am 9. Februar 2026.
  3. Urbild einer Menge. In: Lexikon der Mathematik, Spektrum. Abgerufen am 9. Februar 2026.
  4. Wolfgang Pfeifer [Leitung]: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1993, ISBN 3-423-03358-4, Stichwort „Bild“.
  5. Ralph Giordano: Die Bertinis. Roman. 22. Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2008, ISBN 978-3-596-25961-8, Seite 167.
  6. Christian Graf von Krockow: Die Stunde der Frauen. Bericht aus Pommern 1944 bis 1947. Nach einer Erzählung von Libussa Fritz-Krockow. 11. Auflage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2000, ISBN 3-421-06396-6, Seite 78. Erstauflage 1988.
  7. Johannes Mario Simmel: Es muß nicht immer Kaviar sein. Mit auserlesenen Kochrezepten des Geheimagenten wider Willen. Nikol, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86820-292-2, Seite 9. Erstveröffentlichung Zürich 1960.