Wohnungslosigkeit

Wohnungslosigkeit (Deutsch)

Substantiv, f

Singular Plural
Nominativ die Wohnungslosigkeit
Genitiv der Wohnungslosigkeit
Dativ der Wohnungslosigkeit
Akkusativ die Wohnungslosigkeit

Worttrennung:

Woh·nungs·lo·sig·keit, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈvoːnʊŋsˌloːzɪçkaɪ̯t], [ˈvoːnʊŋsˌloːzɪkkaɪ̯t]
Hörbeispiele:  Wohnungslosigkeit (Info)

Bedeutungen:

[1] Umstände von Personen, die in nicht abgesicherten Wohnverhältnissen leben müssen, also beispielsweise keinen Mietvertrag für eine Unterkunft haben oder Eigentümer einer Wohnimmobilie sind

Herkunft:

Ableitung des Substantivs vom Substantiv wohnungslos mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -igkeit

Sinnverwandte Wörter:

[1] Obdachlosigkeit

Beispiele:

[1] Wohnungslosigkeit ist nicht nur ein materielles Problem, sondern oft mit gesellschaftlichem Stigma verbunden.
[1] „«Wohnungslosigkeit ist mitunter das Bitterste, was Menschen erfahren können», sagt Ruf.“[1]
[1] „Viele Betroffene wollen aus Scham auch selbst ihre Wohnungslosigkeit vor der Öffentlichkeit verbergen. Deshalb wird in diesem Zusammenhang oftmals von „verdeckter“ oder „versteckter Wohnungslosigkeit“ gesprochen.“[2]
[1] „Wohnungslosigkeit ist in Deutschland ein wachsendes Problem.“[3]
[1] „Wie viele Menschen in Deutschland von Wohnungslosigkeit betroffen sind, lässt sich tatsächlich erst seit 2022 in konkrete Zahlen fassen. Zuvor gab es keine belastbaren Statistiken zu dem Thema, […].“[4]
[1] „[…] zum Ausmass der Wohnungslosigkeit in der Schweiz gibt es keine belastbaren Zahlen.“[5]
[1] „Laut der Arbeitsgemeinschaft waren im Verlauf des letzten Jahres 1.029.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen.“[6]
[1] „Die Mieten steigen, Wohnraum ist vielerorts knapp. Manchen Menschen mit kleinen Renten oder Einkommen droht die Wohnungslosigkeit.[7]
[1] „Krankheit, Scheidung, Jobverlust – das sind häufige Ursachen für Wohnungslosigkeit.[8]
[1] „Zu den häufigsten Auslösern von Wohnungslosigkeit zählen neben Trennung und Konflikten besonders Miet- und Energieschulden“[6]
[1] „So sind vor Eintritt in die Wohnungslosigkeit häufig schon massive Probleme vorhanden, die bei einem kritischen Lebensereignis wie Trennung, Arbeitsplatzverlust oder Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung dann am Ende eines langen Wegs zu einem Verlust der Wohnung oder Wohnmöglichkeit führen.“[9]
[1] „»Bei Wohnungslosigkeit liegt auch immer ein sehr, sehr hoher Anteil von psychiatrischer Erkrankung vor.«“[10]
[1] „Von der Obdachlosigkeit ist die Wohnungslosigkeit zu unterscheiden.“[2]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] mit Substantiv: Entstehung / Überwindung / Zunahme der Wohnungslosigkeit
[1] mit Substantiv: Gründe / Ursachen für Wohnungslosigkeit
[1] mit Adjektiv: drohende / verdeckte / versteckte Wohnungslosigkeit
[1] mit Verb: die Wohnungslosigkeit bekämpfen / überwinden
[1] von Wohnungslosigkeit bedroht / betroffen

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Wohnungslosigkeit
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Wohnungslosigkeit
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [dwdsxl] Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „Wohnungslosigkeit
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalWohnungslosigkeit
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Wohnungslosigkeit

Quellen:

  1. Notschlafstelle Weinfelden - Auch auf dem Land sind Notschlafstellen enorm gefragt. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 26. Februar 2021 (URL, abgerufen am 18. November 2025).
  2. 1 2 Wikipedia-Artikel „Obdachlosigkeit“ (Stabilversion), Version vom 30. Oktober 2025, 08:06 Uhr, abgerufen am 18. November 2025.
  3. Wohnraum-Mangel – Mehr als eine halbe Million Menschen hat keine Wohnung. In: Mitteldeutscher Rundfunk. 11. September 2025 (URL, abgerufen am 18. November 2025).
  4. wissen.de – Artikel „Wie lebt es sich als Wohnungsloser in Deutschland?, 11. September 2023, abgerufen am 18. November 2025.
  5. Amir Ali: Obdachlos in der Schweiz - Gestern Mittelstand, heute mittellos. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 10. Dezember 2017 (URL, abgerufen am 18. November 2025).
  6. 1 2 Pia Wieners: Wohnstatistik 2024 – Über eine Million Menschen sind mittlerweile wohnungslos. In: taz.de. 17. November 2025, ISSN 2626-5761 (Bildunterschrift, URL, abgerufen am 18. November 2025).
  7. Beate Greindl: Zwingt der Mietmarkt mehr Menschen in die Wohnungslosigkeit?. In: Bayerischer Rundfunk. 16. Oktober 2024 (URL, abgerufen am 18. November 2025).
  8. Tom Fleckenstein: Immer mehr Menschen wohnungslos - auch auf dem Land. In: Bayerischer Rundfunk. 7. Dezember 2023 (URL, abgerufen am 18. November 2025).
  9. Susanne Gerull: Wohnungslosigkeit in Deutschland. bpb.de, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, Deutschland, 5. Mai 2014, abgerufen am 17. November 2025 (aus APuZ - Aus Politik und Zeitgeschichte).
  10. Juri Sonnenholzner: Zahlen erneut gestiegen – "Besorgniserregende Zunahme der Wohnungslosigkeit". In: Norddeutscher Rundfunk. 17. November 2025 (tagesschau.de, URL, abgerufen am 18. November 2025).