agglomerieren

agglomerieren (Deutsch)

Verb

Person Wortform
Präsens ichagglomeriere
duagglomerierst
er, sie, esagglomeriert
Präteritum ichagglomerierte
Konjunktiv II ichagglomerierte
Imperativ Singularagglomerier!
agglomeriere!
Pluralagglomeriert!
PerfektPartizip IIHilfsverb
agglomeriert haben
Alle weiteren Formen: Flexion:agglomerieren

Worttrennung:

ag·glo·me·rie·ren, Präteritum: ag·glo·me·rier·te, Partizip II: ag·glo·me·riert

Aussprache:

IPA: [aɡlomeˈʁiːʁən]
Hörbeispiele:  agglomerieren (Info)
Reime: -iːʁən

Bedeutungen:

[1] transitiv, Hilfsverb haben, bildungssprachlich: anhäufen, zu einer festen Masse ballen
[2] intransitiv, Hilfsverb sein, auch reflexiv, bildungssprachlich: sich anhäufen, sich zu einer festen Masse ballen
[3] transitiv, Hilfsverb haben, Technik, besonders Verfahrenstechnik: lose Bestandteile zu einem festen Verbund zusammenfügen

Herkunft:

Entlehnung aus dem Lateinischen vom Verb agglomerare → la „zu einem Knäuel zu einer festen Masse ballen“[1] Das lateinische Verb ist eine Derivation des Verbs glomerare → la „zu einem Knäuel ballen“, zum Substantiv glomus → la „Knäuel“, mit dem Präfix ag- → la, da die Präposition ad → la „zu“ vor dem Buchstaben „g“ umgebildet wird.[2]

Synonyme:

[1, 2] anhäufen, ansammeln, häufen, horten, zusammenballen

Oberbegriffe:

[1–3] verdichten

Unterbegriffe:

[2] verklumpen
[3] brikettieren, flocken, koagulieren, pelletieren, pelletisieren, sintern

Beispiele:

[1] Sie hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert.[3]
[1] Neben den sich ständig verändernden Märkten stehen die Unternehmen aber immer mehr vor der Herausforderung Wissen zu agglomerieren und an neue Mitarbeiter weiterzugeben.[4]
[2] Der Quarz ist agglomeriert oder zu Subkörnern zerkleinert und löscht undulös aus.[5]
[2] Da Nanopartikel auf Grund ihrer großen spezifischen Oberfläche sehr stark agglomerieren wurden spezielle Desagglomerationsmethoden verwendet, um möglichst hohe Transmissionsgrade zu erzielen.[6]
[2] Die Partikel haben sich ungewollt agglomeriert.
[3] Zur Herstellung des Hartmetalls wird ein Pulvergemisch aus dem metallischen Hartstoff und dem Bindermetall gemahlen, durch Sprühtrocknen agglomeriert und anschließend gesintert, so dass ein gesintertes Hartmetallpulver mit kugeliger Kornform entsteht.[7]
[3] Das Hartmetallpulver ist agglomeriert und gesintert, wobei die Primärkorngröße des Wolframkarbids in einem Bereich von 1 bis 5 µm liegt.[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[3] Briketts, Pellets, Tabletten agglomerieren

Wortbildungen:

Konversionen: Agglomerieren, agglomerierend, agglomeriert
Substantive: Agglomerat

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „agglomerieren“
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [dwdsxl] Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „agglomerieren“
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „agglomerieren“
[1, 2] Duden online „agglomerieren“
[3] Wikipedia-Artikel „Agglomerieren (Verfahrenstechnik)“

Quellen:

  1. ↑ Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-04164-0, Seite 55, Eintrag „agglomerieren“.
  2. ↑ Wahrig Herkunftswörterbuch „Agglomerat“ auf wissen.de
  3. ↑ Karl Marx: Manifest der Kommunistischen Partei. In: Projekt Gutenberg-DE. Band 4, Dietz Verlag, Kapitel I: Bourgeois und Proletarier (URL, abgerufen am 2. Mai 2021). Alte Version im Internet-Archiv abrufbar. *
  4. ↑ Rudolf Zwicker: Der Werkzeugbau auf dem Weg zum agilen Unternehmen. Abgerufen am 2. Mai 2021 (Beitrag im Download einsehbar).
  5. ↑ Uran im Grundwasser. www.dafne.at, 2019, abgerufen am 2. Mai 2021.
  6. ↑ Roland Zengerle (Herausgeber): Mikrosystemtechnik-Kongress 2005. 10. bis 12. Oktober 2005 in Freiburg. Margret Schneider, 2005, ISBN 9783800729265, Seite 578 (zitiert nach Google Books, abgerufen am 2. Mai 2021).
  7. 1 2 Gesinterter Reibwerkstoff für einen Reibbelag. patents.google.com, 21. Dezember 2017, abgerufen am 2. Mai 2021 (Patentanmeldung DE102016111122A1).