beschreien

beschreien (Deutsch)

Verb

Person Wortform
Präsens ichbeschreie
dubeschreist
er, sie, esbeschreit
Präteritum ichbeschrie
Konjunktiv II ichbeschrie
Imperativ Singularbeschrei!
beschreie!
Pluralbeschreit!
PerfektPartizip IIHilfsverb
beschrien
beschrieen
haben
Alle weiteren Formen: Flexion:beschreien

Anmerkung:

Das alternative Partizip Perfekt „beschrieen“ ist seit der Rechtschreibreform 1996 nicht mehr gültig (Amtliches Regelwerk 2006: §19). Die Schreibung mit Doppel-e ist jedoch bisweilen als Hinweis zur Aussprache erforderlich, insbesondere in poetischen Texten.

Worttrennung:

be·schrei·en, Präteritum: be·schrie, Partizip II: be·schri·en

Aussprache:

IPA: [bəˈʃʁaɪ̯ən]
Hörbeispiele:  beschreien (Info)
Reime: -aɪ̯ən

Bedeutungen:

[1] Aberglaube: vor der Zeit über (den Erfolg) einer geplanten Sache reden (und dadurch für den Misserfolg verantwortlich sein)

Herkunft:

etymologisch: eine der Grundbedeutungen von beschreien war früher neben anschreien auch berühmen und bezaubern; das Beschreien sah man als „hexerische Bindung“, wenn nämlich einem Lob – wie zum Beispiel „das ist ein liebes Kind“ – kein Gedeihungswunsch – wie zum Beispiel „Gott behüte es“ – hinzugefügt wurde[1]
strukturell: Derivation (Ableitung) zum Verb schreien mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) be-


Sinnverwandte Wörter:

[1] berufen, verschreien

Beispiele:

[1] „»Aber anscheinend können wir auch ein ganz normales Leben führen.« »Beschrei es nicht«, warnte Antonia.“[2]
[1] „Aber wir dürfen noch nichts beschreien. Peer läuft ganz zum Schluss, da ist noch alles drin. Verdient hätte er es allemal, nach dem letzten schlechten Jahr.“[3]
[1] „Es mag mir einer sagen, was er will: es ist berufen, die alte Hexe hat es beschrieen.“ (1796)[4]
[1] „Junges Vieh soll in den ersten drei Tagen nach der Geburt niemand sehen, damit es nicht beschrieen wird.“ (1895)[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] etwas nicht beschreien wollen/dürfen; beschrei es nicht!

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „beschreien“
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch „beschreien“
[*] The Free Dictionary „beschreien“
[1] Duden online „beschreien“

Quellen:

  1. ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „beschreien“
  2. ↑ Dr. Laurin Nr. 2: Zufall? Es war Schicksal!, Patricia Vandenberg. Abgerufen am 15. April 2017.
  3. ↑ Eis bricht langsam, Dima von Seelenburg. Abgerufen am 15. April 2017.
  4. ↑ Natur, Menschenleben und Vorsehung, für allerley Leser, Band 4. Abgerufen am 15. April 2017.
  5. ↑ Niederlausitzer Mittheilungen: Zeitschrift der Neiderlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde, Bände 4-5. Abgerufen am 15. April 2017.

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen: beschreiten
Anagramme: beschrieen, Brecheisen, Eisbechern, Erbscheine