distanzieren

distanzieren (Deutsch)

Verb

Person Wortform
Präsens ichdistanziere
dudistanzierst
er, sie, esdistanziert
Präteritum ichdistanzierte
Konjunktiv II ichdistanzierte
Imperativ Singulardistanzier!
distanziere!
Pluraldistanziert!
PerfektPartizip IIHilfsverb
distanziert haben
Alle weiteren Formen: Flexion:distanzieren

Worttrennung:

di·s·tan·zie·ren, Präteritum: di·s·tan·zier·te, Partizip II: di·s·tan·ziert

Aussprache:

IPA: [dɪstanˈt͡siːʁən]
Hörbeispiele:  distanzieren (Info),  distanzieren (Info)
Reime: -iːʁən

Bedeutungen:

[1] Sport, transitiv: jemanden im Wettkampf weit überholen, hinter sich lassen, überbieten
[2] reflexiv: sich abgrenzen, abrücken von, nichts zu tun haben wollen mit etwas oder jemandem, jemandes Verhalten nicht billigen

Herkunft:

etymologisch: abgeleitet vom lateinischen distantia → la „Entfernung, Abstand“, daneben auch vom französischen distance → fr, abgeleitet von lateinisch dīstāre → la „voneinander wegstehen“; das Verb wurde im 20. Jahrhundert bei Pferderennen vom englischen distance → en und französischen distancer → fr für „deutlich hinter sich lassen“ verwendet, danach für alle sportlichen Wettkämpfe[1]
strukturell: Derivation (Ableitung) zum Substantiv Distanz mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ier und der Flexionsendung -en[2]

Synonyme:

[1] abhängen, ausstechen, überbieten, überholen, übertrumpfen, weit hinter sich lassen, metaphrastisch: alt aussehen lassen
[2] abrücken, ablehnen, sich abgrenzen, sich abwenden, sich entfernen, nichts zu tun haben wollen

Gegenwörter:

[1] unterliegen, zurückbleiben
[2] sich annähern, sich einverstanden erklären, zustimmen

Oberbegriffe:

[1] besiegen
[2] ablehnen

Beispiele:

[1] Vorige Saison feierte der FC Bayern am 31. Spieltag die vorzeitige Meisterschaft. Samstag geht es für die Münchner darum, einen Rivalen zu distanzieren.[3]
[1] Beim Weltcup-Auftakt der Mountainbiker in Pietermaritzburg/Südafrika distanzierte die 23-Jährige Tirolerin auf der 26,5 km langen Konkurrenz nach 1:40:50 Stunden die zweitplatzierte russische Olympia-Dritte Irina Kalentjewa um gleich 2:07 Minuten.[4]
[2] Denn mit der Pubertät distanzieren sich junge Frauen immer weiter von den von ihnen als "männertypisch" eingeschätzten Feldern.[5]
[2] Doch in letzter Zeit sieht es so aus, als würde sich Medwedjew immer mehr von Putin distanzieren.[6]
[2] „Somit wolle er sich auch von der Sprachkritik eines Sebastian Sick distanzieren, der an sprachlichen Fehltritten jeglicher Art herumkrittele.“[7]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] Gegner, Konkurrenten, Mitbewerber distanzieren
[2] sich ausdrücklich, eindeutig, entschieden, vorbehaltlos distanzieren
[2] sich von Aussagen, Äußerungen, Gewalt, Taten distanzieren

Wortbildungen:

Distanzieren, distanziert, Distanzierung

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „distanzieren“
[1, 2] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „distanzieren“
[1, 2] Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7

Quellen:

  1. ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 6. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2003, ISBN 3-423-32511-9, Seite 232
  2. ↑ Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „distanzieren“
  3. ↑ Anja Schramm: Bayern hat keine Zeit für die Manager-Suche. In: Welt Online. 3. April 2009, ISSN 0173-8437 (URL, abgerufen am 30. August 2012).
  4. ↑ APA: Mountainbikerin Osl feierte ersten Weltcup-Sieg. In: DiePresse.com. ISSN 1563-5449 (URL, abgerufen am 30. August 2012).
  5. ↑ Parvin Sadigh: Prinzessin, Designerin und Krankenschwester. Girls' Day. In: Zeit Online. 24. April 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 30. August 2012).
  6. ↑ Ann-Dorit Boy: Musterschüler Medwedjew schärft sein Profil. Russland. In: Zeit Online. 2. März 2009, ISSN 0044-2070 (URL, abgerufen am 30. August 2012).
  7. ↑ Stefanie Frieling: Linguisten im Beruf II. In: Der Sprachdienst. Nummer Heft 1, 2013, Seite 30-32, Zitat Seite 30.