etwas in den falschen Hals bekommen

etwas in den falschen Hals bekommen (Deutsch)

Redewendung

Nebenformen:

etwas in den falschen Hals kriegen
etwas in den verkehrten Hals bekommen

Worttrennung:

et·was in den fal·schen Hals be·kom·men

Aussprache:

IPA: []
Hörbeispiele:  etwas in den falschen Hals bekommen (Info)

Bedeutungen:

[1] einen Sachverhalt falsch interpretieren und deshalb negative Gefühle entwickeln
[2] unangenehmes Eintreten flüssigen oder festen Stoffes in die Luftröhre statt, wie es sein soll, in den Schlund[1]

Herkunft:

heftige körperliche Abwehrreaktion auf das Eindringen von Speise/Trank in die Luftröhre, den ‚falschen/verkehrten Hals[2] ([2]) als Metapher für die negativen Gefühle in der übertragenen Bedeutung [1], schon im 19. Jahrhundert belegt,[3] niederdeutsche Wendung mit ‚unrechtem Hals‘ und kregen=kriegen in der Bedeutung [1] aus dem 19. Jahrhundert[4]
bis ins 19. Jahrhundert hinein ‚unrechter Hals‘ Bezeichnung für die Luftröhre[5][6]

Beispiele:

[1] Das Treffen mit der alten Schulfreundin bekam seine Ehefrau in den falschen Hals.
[2] „Trotzdem sind Babys im Zweifelsfall darauf angewiesen, dass Mama oder Papa ihnen schnell und beherzt auf den Rücken klopfen, wenn sie doch mal etwas in den falschen Hals bekommen.“[7]

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Redensarten-Index „etwas in den falschen Hals bekommen
[1, 2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „etw. in den falschen Hals bekommen
[1] Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Band 11, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2020, ISBN 978-3-411-91305-3, Stichwort „Hals“, Seite 315.

Quellen:

  1. Wikipedia-Artikel „Aspiration (Lunge), dort auch Verweis auf die Redewendung
  2. Beispiel von 1871: (alte Rechtschreibung:) „Die fremdartige Reizung, welche dieses Ereigniß [(Nahrung gerät in die Luftröhre)] in der Luftröhre veranlaßt, erregt nämlich augenblicklich ein heftiges Husten, […]. Man sagt dann: ‚man habe sich verschluckt‘ oder es sei [‚]etwas in den falschen Hals gekommen‘.“ in: G. Hermann Meyer: Stimm- und Sprachbildung. In: Rudolf von Virchow, Fr. von Holtzendorff (Herausgeber): Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge. VI. Serie, Heft 121-144, C. G. Lüderitz'sche Verlagsbuchhandlung Carl Habel, Berlin 1871, Seite 271 (Google Books, abgerufen am 28. Oktober 2025).
  3. Hals. In: WortSchätze. Institut für Germanistik der Universität Graz, abgerufen am 28. Oktober 2025.
  4. Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon „Hals, Nummern 97, 125 „He hett et in'n unrechten Hals krêgen“.
  5. Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 „Hals.
  6. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 „Hals, 11).
  7. Nora Imlau: Mein kompetentes Baby. Wie Kinder zeigen, was sie brauchen. Kösel-Verlag, München 2016, ISBN 978-3-641-18235-9, DNB 1112443681 (Google Books, abgerufen am 28. Oktober 2025).