urchig
urchig (Deutsch)
Adjektiv
| Positiv | Komparativ | Superlativ | ||
|---|---|---|---|---|
| urchig | urchiger | am urchigsten | ||
| Alle weiteren Formen: Flexion:urchig | ||||
Worttrennung:
- ur·chig, Komparativ: ur·chi·ger, Superlativ: am ur·chigs·ten
Aussprache:
- IPA: [ˈʊʁçɪɡ]
- Hörbeispiele: —
Bedeutungen:
- [1] schweizerisch: bodenständig, urtümlich, urwüchsig
Herkunft:
- Laut Duden soll urchig eine alemannische Form von urig sein,[1] das allerdings laut Kluge-Seebold eine junge Wortbildung und „im einzelnen unklar“ ist.[2] Laut Pfeifer ist urchig „nicht verwandt“ mit urig.[3] Das Schweizerische Idiotikon stellt das Wort zu althochdeutsch erkan, erchan ‚echt, ausgezeichnet‘. Die Grundformen urich und urche, urchin, von denen urchig abgeleitet ist, kann es mit der Bedeutung ‚rein, lauter, unvermischt‘ ab 1259 beziehungsweise ab dem 16. Jahrhundert belegen, die heute geläufigste Bedeutung ‚echt, ursprünglich, urwüchsig, urkräftig, ausbündig, kernhaft, eigentümlich‘ hingegen nicht vor 1800.[4]
Sinnverwandte Wörter:
- [1] bodenständig, deftig, derb, grob, kernig, naturbelassen, natürlich, markig, ungekünstelt, unverfälscht, ursprünglich, urtümlich, urwüchsig, währschaft
Beispiele:
- [1] „Im Gegenteil verdichtete sich die xenophobe Energie, je urchiger, bodenständiger und patriotischer die Szenerie wurde.“[5]
- [1] „Ladisiasens schneller haarwuchs, ein capillarer reichtum, der nur seine noch immer elegante glatze zu scheuen schien, hatte sich bereits über hände, brust und Oberschenkel verbreitet – animalisch dicht, urchig wuchernd, rotbraun dschungelig, eine pelzige urwaldwiese von der hohen stirne bis hinab zu den sauber pedikürten zehen.“[6]
Übersetzungen
[1] schweizerisch: bodenständig, urwüchsig
Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Duden online „urchig“
- [1] Ulrich Ammon et al. (Herausgeber): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 978-3-11-016574-6, DNB 972128115, Seite 822.
- [1] Kurt Meyer: Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2006, ISBN 978-3-7193-1382-1, Seite 271.
- [1] Hans Bickel, Christoph Landolt; Schweizerischer Verein für die deutsche Sprache (Herausgeber): Duden, Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-411-70418-7, Seite 85.
Quellen:
- ↑ Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Deutsches Universalwörterbuch. Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2007, ISBN 978-3-411-05506-7, Seite 1784, Eintrag „urchig“.
- ↑ Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937, Seite 945, Eintrag „urchig“.
- ↑ Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-423-03358-4, Seite 1490.
- ↑ Friedrich Staub [Leitung], Ludwig Tober et al.: Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der ANTIQUARISCHEN GESELLSCHAFT IN ZÜRICH unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 1. Band: A, E, I, O, U, F/V, Huber, Frauenfeld 1881, DNB 948901764 (Digitalisat), Spalten 434–463, Eintrag „urchen“; zu althochdeutsch erkan (mit ebenfalls „dunkler Etymologie“ siehe Albert L. Lloyd, Rosemarie Lühr, Otto Springer, Karen K. Purdy: Althochdeutsches Etymologisches Wörterbuch. Band II: bî – ezzo. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen/Zürich 1998, Spalten 1140–1142.
- ↑ Catalin Dorian Florescu und Martin R. Dean: Welche Schweiz wir wollen. Ein Land vor der Wahl: Die Schriftsteller Catalin Dorian Florescu und Martin R. Dean schreiben, was sie am Politbetrieb stört und was sie der Eidgenossenschaft wünschen.. In: Zeit Online. Nummer 42, 13. Oktober 2011, ISSN 0044-2070 (Kultur, Literatur, Schriftsteller-Aufruf: Seite 1, letzter Absatz. Schweiz; Minarett; Robin Hood; Afghanistan; Alpen; Baden-Württemberg., „urchiger“ URL, abgerufen am 18. November 2013).
- ↑ H. C. Artmann: How much Schatzi?. Eine Erzählung. In: Zeit Online. Nummer 12, 19. März 1971, ISSN 0044-2070 (Kultur: Seite 3, 6. Absatz. Erzählung; Suhrkamp-Verlag; Tango; Bali; Schweden; Niederrhein., „urchig“ URL, abgerufen am 18. November 2013).