Wichtige Personen, die den Begriff Tensor geprägt haben:
-
Woldemar Voigt (1850 - 1919) deutscher Physiker
-
Gregorio Ricci-Curbastro (1853 - 1925) italienischer Mathematiker
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Tullio Levi-Civita (1873 - 1941) italienischer Mathematiker und Physiker
-
Albert Einstein (1879 - 1955) theoretischer Physiker
Hier wird nur kurz auf die Tensorrechnung eingegangen. Ausführlicher soll das im 5. Band dieser Buchreihe erfolgen, da insbesondere für die Tensoranalysis Grundkenntnisse der Vektoranalysis erforderlich sind.
Tensoren n-ter Stufe
Man unterscheidet
- Tensoren 0. Stufe: Skalare
- Tensoren 1. Stufe: Vektoren
- Tensoren 2. Stufe: Dyaden (
-Matrizen)
- Tensoren 3. Stufe: Triaden
- etc.
Schreibweisen
- Symbolische Darstellung
- Indexschreibweise:
etc.
Fast jeder Autor verwendet seine eigene Schreibweise für die symbolische Darstellung. Wir werden hier folgende verwenden, die sich an Schade, Neemann: Tensoranalysis; 3. Aufl., de Gruyter, 2009 anlehnt:
- Skalar:

- Tensor 1. Stufe:

- Tensor 2. Stufe:

- Tensor n. Stufe:

Einsteinsche Summationskonvention
Tritt in einem Glied ein laufender Index doppelt auf, soll über seinen Wertevorrat summiert werden, ohne dass das durch ein Summenzeichen gekennzeichnet wird. Z.B.
Ein laufender Index darf in einem Glied nicht mehr als zweimal auftreten.
ist also nicht definiert.
Übung: Schreiben Sie den Ausdruck
für
aus.
Soll die Summationskonvention ausnahmsweise einmal nicht gelten, so wird ein entspechender Index unterstrichen, z.B.
. Andere Autoren streichen die Indizes durch, z.B.
Beispiel:
- Summationskonvention gilt:

- Summationskonvention gilt nicht:

Siehe auch Einsteinsche Summenkonvention
Symbole
Kronecker-Delta
Das Kronecker-Delta entspricht der Einheitsmatrix
:
Ausblendeigenschaft des Kronecker-Deltas:
Z.B. für
:
Permutationssymbol (Levi-Civita-Symbol)
Von Wikipedia übernommen ( Levi-Civita-Symbol):
Übungen: Berechnen Sie für


Rechenregeln
Falksches Schema
Es gilt dasselbe, was bereits in der Matrizenrechnung zu diesem Thema gesagt wurde.
Multiplikation von Tensoren
Skalarprodukt
Das Skalarprodukt zweier Vektoren haben wir schon in Ing_Mathematik:_Vektoren#Skalarprodukt kennengelernt.
Vektorprodukt
Das Vektorprodukt kennen wir schon aus Ing_Mathematik:_Vektoren#Vektorprodukt.
Dyadisches Produkt
Neu ist das dyadische Produkt. Siehe dazu auch Dyadisches Produkt. Es sei hier folgendermaßen geschrieben:
.
Berechnen lässt es sich z.B. mit dem falkschen Schema (Zeile * Spalte).
Verjüngung
Gegeben sei
. Setzt man 2 Indizes gleich, so ergibt sich die Verjüngung
.
Siehe auch Tensorverjüngung.
Überschiebung
- Einfache Überschiebung

- Doppelte Überschiebung

Polarer und axialer Vektor
Ein polarer Vektor ist das, was wir bisher als Vektor betrachtet haben. Er ist durch Länge und Richtung gegeben.
Ein axialer Vektor (Pseudo- oder Drehvektor) ist ein Vektor, der auch einen Drehsinn hat. Das Kreuzprodukt zweier polarer Vektoren ist ein solcher axialer Vektor. Das Kreuzprodukt aus einem axialen und einem polaren Vektor ist allerdings ein polarer Vektor, z.B. bekannt aus der Kinematik
.
ist ein axialer Vektor,
und
sind polare Vektoren.
Siehe auch Axialer Vektor und Kreuzprodukt#Polare_und_axiale_Vektoren
Kugeltensor und Deviator
Wir führen diese Begriffe hier anhand eines Beispiels aus der Elastizitätstheorie ein.
mit
folgt
Der Kugeltensor beschreibt hier den hydrostatischen Spannungszustand. Deviator heißt so viel wie "Abweichler".
Genaueres dazu lässt sich z.B. aus Gross, Hauger, Wriggers: Technische Mechanik 4; Springer, 9. Aufl., 2014, Seite 85f entnehmen.
Siehe auch Kugeltensor und Deviator.
Siehe allgemein für die Tensorrechnung z.B. auch Tensor, Formelsammlung Tensoralgebra und Einführung in die Tensorrechnung.