Tell Abu Hureyra
Tell Abu Hureyra war eine epipaläolithisch-neolithische Siedlung im heutigen Syrien. Sie lag etwa 120 km östlich von Aleppo am rechten, südlichen Ufer des Euphrat. Die Siedlungsreste wurden 1972/1973 von Andrew Moore in einer Notgrabung freigelegt, unmittelbar vor ihrer Überflutung durch den Assad-Stausee.
Hier konnten mehrere Siedlungsphasen nachgewiesen werden:
- Schichten des Natufien, 11500–10.000 BP (Abu Hureyra 1). Die Siedlung in der insgesamt kaum mehr als 100 bis 200 Menschen gelebt haben dürften, bestand aus wenigen eingetieften runden Hütten aus Holz und anderem vergänglichen Material. Diese wurden später durch ebenerdige Bauten ersetzt. Die Siedlung scheint das ganze Jahr über bewohnt gewesen zu sein. Die Bewohner waren anfangs noch Jäger und Sammler und ernährten sich zum Großteil von Gazellen sowie Wildgetreide. Gesammelt wurden unter anderem Nüsse und die Samen von Binsen (Scirpus maritimus/tuberosus), wilde Linsen, wilde Pistazien (Pistacia atlantica) und Gänsefußgewächsen.
Das Abwandern von Wildtieren und das Verschwinden vieler Pflanzen beim Klimawechsel (Jüngere Dryas) zwang die Bewohner vielleicht dazu, Pflanzen wie Roggen (Secale cereale L. subsp. vavilovii (Grossh.) Zhuk. oder S. iranicum Kobyl.) zu domestizieren, der zuvor nicht angebaut wurde. Die Körner wurden AMS-datiert. Damit begann die Jungsteinzeit in der Levante. - Zwischenperiode, 10.000–9.400 BP mit leicht gebauten Häusern, die denen von Abu Hureyra 1 ähnelten.
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