Ägyptischer Nationalismus
Der ägyptische Nationalismus (ägyptisch-arabisch قوميه مصريه Qawmeya Masreya) bezieht sich auf einen spezifischen Nationalismus der Ägypter und der ägyptischen Kultur. Die arabische Sprache, die in Ägypten heute mehrheitlich gesprochen wird, ist mit der ägyptischen Sprache, die im 18. Jahrhundert ausstarb, verwandt.
Ägyptischer Nationalismus ist typischerweise ein Patriotismus, der die Einheit aller Ägypter ungeachtet der Ethnizität oder Religion anstrebt. Er manifestierte sich seit dem 19. Jahrhundert im Pharaonismus, der Ägypten als eine unverwechselbare und unabhängige politische Einheit in der Welt seit der Ära der Pharaonen im Alten Ägypten betrachtet. Die Ideologie gewann in den 1920er und 1930er Jahren in Ägypten an Bedeutung. Diese Variante des ägyptischen Nationalismus vertritt die Ansicht, dass es eine ägyptische nationale Kontinuität von der Antike bis in die Neuzeit gibt, und betont die Rolle des alten Ägyptens, wobei sie antikoloniale Gefühle einbezog. Der bekannteste Vertreter des Pharaonismus war Taha Hussein. Seit 2020 wird in Ägypten die Ideologie staatlich gefördert und auch als Neo-Pharaonismus bezeichnet.
- 1 2 3 Alexander J. Motyl (Hrsg.): Encyclopedia of Nationalism. Band 2, Academic Press, San Diego 2001, ISBN 0-12-227230-7, S. 138f.
- ↑ David P. Silverman: Ancient Egypt. Oxford University Press, New York 1997. S. 234.
- ↑ Harley Lietzelman: Pharaonism: Decolonizing Historical Identity. In: prizedwriting.ucdavis.edu. 2015, abgerufen am 25. Dezember 2023.
- ↑ Kyle J. Anderson: "Egypt's grandiose neo-Pharaonism and strongman politics". The New Arab. In: newarab.com. 18. Oktober 2023, abgerufen am 2. Januar 2024.