(2959) Scholl

Asteroid
(2959) Scholl
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 3,958 AE
Exzentrizität 0,271
Perihel – Aphel 2,884 AE  5,032 AE
Perihel  Aphel  AE   AE
Neigung der Bahnebene 5,229°
Länge des aufsteigenden Knotens 121,0°
Argument der Periapsis 283,8°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 4. Oktober 2023
Siderische Umlaufperiode 7 a 319 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 14,69 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 32,8 km ± 0,5 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,05
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 4 h 22 min
Absolute Helligkeit 11,2 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Edward L. G. Bowell
Datum der Entdeckung 4. September 1983
Andere Bezeichnung 1968 UB3, 1977 UK, 1978 EY1, 1983 RE2
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(2959) Scholl ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 4. September 1983 vom US-amerikanischen Astronomen Edward L. G. Bowell an der Anderson Mesa Station des Lowell-Observatoriums in Arizona bei einer Helligkeit von 16,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 23. Oktober 1968 und 1978 am Krim-Observatorium in Nautschnyj, 1977 am La-Silla-Observatorium in Chile sowie in den drei Wochen vor seiner Entdeckung mehrfach am La-Silla- und am Lowell-Observatorium fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Hans Scholl (* 1942), ehemaligem Astronomen am Astronomischen Rechen-Institut Heidelberg, später tätig am Observatoire de Nice in Frankreich. Scholl ist bekannt für seine theoretischen Arbeiten zu den Umlaufbahnen von Kleinplaneten. Er untersuchte Resonanzbewegungen im äußeren Asteroidengürtel und erforschte eine Vielzahl besonders interessanter Umlaufbahnen, darunter die von (2062) Aten und (2060) Chiron. Sein breites Forschungsspektrum im Bereich der Kleinplaneten umfasste auch Fragestellungen von der Massenbestimmung über Asteroidenmissionen bis hin zu Libration und Massenverarmung.

(2959) Scholl wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Durch die große Exzentrizität seiner Umlaufbahn ist (2959) Scholl am sonnenfernsten Punkt (Aphel) seiner Bahn derzeit weiter von der Sonne entfernt als Jupiter in seinem sonnennächsten Punkt (Perihel), der Asteroid ist damit ein Jupiterbahnstreifer. Dieser Zustand, der seit etwa 350 Jahren besteht, wird noch etwa für weitere 1300 Jahre anhalten. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (2959) Scholl mit einer Periodizität von etwa 2400 Jahren zwischen 0,37 und 0,55 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,97 AE (294 Mio. km).

  1. C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).
  2. A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (englisch).