Asteroidengürtel
Der Asteroidengürtel, Planetoidengürtel oder Hauptgürtel ist ein Bereich im Sonnensystem mit einer gehäuften Ansammlung von Asteroiden. Dort befinden sich überdurchschnittlich viele Kleinstobjekte (Meteoroiden) neben den sehr großen, durch Teleskope sichtbaren Asteroiden sowie seinem einzigen Zwergplaneten Ceres.
Er befindet sich zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter. Der Gesamtbereich der einzelnen Umlaufbahnen wird heute mit etwa 2,0 bis 3,4 AE angegeben; schon in den 1880er Jahren berechnete ihn Johann Palisa mit 2,2 bis 3,6 AE.
Der Asteroidengürtel ist trotz des Eigennamens nicht der einzige „Asteroidengürtel“ (Zirkumstellare Scheibe) im Sonnensystem und nach dem Kuipergürtel auch nur der zweitgrößte (abgesehen von den geometrischen Dimensionen auch in Bezug auf Anzahl sowie Gesamtmasse der Objekte), aber ein Großteil der bisher bekannten Asteroiden des Sonnensystems befindet sich im Asteroidengürtel. Mehr als 600.000 Objekte wurden dort bereits erfasst, ihre Gesamtzahl wird auf 1,1 Millionen bis 1,9 Millionen geschätzt. Die Gesamtmasse aller Asteroiden des Hauptgürtels wurde lange überschätzt: sie beträgt nur etwa 5 Prozent der Masse des Erdmondes und entspricht der des größten Uranusmondes Titania oder einem Drittel von Pluto.
Lange Zeit gab es die Hypothese, in der Lücke zwischen den Planeten Mars und Jupiter hätte es einen Planeten gegeben, den man „Phaeton“ nach dem Sohn von Helios getauft hatte. Dieser sollte jedoch durch einen kataklysmischen Zusammenstoß mit einem anderen Planetoiden vernichtet worden sein, und den Asteroidengürtel zurückgelassen haben. Inzwischen geht man davon aus, dass sich aufgrund der enormen Gravitation von Jupiter niemals aus der protoplanetaren Materie ein Planet bilden konnte, und der Asteroidengürtel ein sehr stark ausgedünntes Überbleibsel der protoplanetaren Scheibe ist.
- ↑ New study reveals twice as many asteroids as previously believed, Veröffentlichung der ESA, abgerufen am 14. März 2025.