(4446) Carolyn
| Asteroid (4446) Carolyn | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,982 AE |
| Exzentrizität | 0,280 |
| Perihel – Aphel | 2,866 AE – 5,098 AE |
| Neigung der Bahnebene | 7,245° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 188,9° |
| Argument der Periapsis | 117,4° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 4. Juli 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 345 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 14,63 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 28,6 km ± 0,5 km |
| Albedo | 0,09 |
| Rotationsperiode | 1 d 6 h |
| Absolute Helligkeit | 11,3 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Edward L. G. Bowell |
| Datum der Entdeckung | 15. Oktober 1985 |
| Andere Bezeichnung | 1977 RC6, 1985 TT |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(4446) Carolyn ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 15. Oktober 1985 vom US-amerikanischen Astronomen Edward L. G. Bowell an der Anderson Mesa Station des Lowell-Observatoriums in Arizona bei einer Helligkeit von 16,8 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 9. und 18. September 1977 sowie am 20. und 22. September 1985 am Krim-Observatorium in Nautschnyj fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren der US-amerikanischen Astronomin Carolyn Shoemaker (1929–2021), der Entdeckerin von Kometen und Asteroiden. Shoemaker begann 1980 mit der Suche nach Asteroiden und nutzte dafür Aufnahmen des britischen Schmidt-Teleskops an Siding-Spring-Observatorium in Australien. Sie trug maßgeblich zur Entwicklung eines neuen fotografischen Durchmusterungsprogramms bei, das die 0,46-m-Schmidt-Kamera am Palomar-Observatorium in Kalifornien und ein neu entwickeltes Stereomikroskop einsetzte, wodurch die Effizienz des Filmscannens deutlich gesteigert wurde. 1983 entdeckte Shoemaker ihren ersten erdnahen Asteroiden, das Amor-Typ-Objekt (3199) Nefertiti, und später im selben Jahr ihren ersten Kometen, C/1983 R1 (Shoemaker). Bis Februar 1991 hatte sie 22 Kometen entdeckt, etwa einen pro 100 Scanstunden. Bezüglich der im Namen der Kometen verewigten Entdeckungen übertraf sie damit die Anzahl von William Robert Brooks (1844–1921) und belegte hinter Jean-Louis Pons (1761–1831) den zweiten Platz in der ewigen Bestenliste. Zum Zeitpunkt dieser Benennung Anfang 1991 hielt Shoemaker bereits den Rekord für die Entdeckung neun neuer periodischer Kometen.
(4446) Carolyn wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Durch die große Exzentrizität ihrer Umlaufbahn ist (4446) Carolyn am sonnenfernsten Punkt (Aphel) ihrer Bahn derzeit weiter von der Sonne entfernt als Jupiter in seinem sonnennächsten Punkt (Perihel), der Asteroid ist damit ein Jupiterbahnstreifer. Dieser Zustand, der seit etwa 4700 Jahren besteht, wird noch etwa für weitere 570 Jahre anhalten. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (4446) Carolyn mit einer Periodizität von etwa 7500 Jahren zwischen 0,10 und 0,64 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 2,23 AE (333 Mio. km).
- ↑ A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (englisch).