Afrikafeldzug

Afrikafeldzug
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Datum 9. September 1940 bis 13. Mai 1943
Ort Libyen, Ägypten, Tunesien
Ausgang Sieg der Alliierten, Kapitulation der Achsentruppen in Nordafrika
Konfliktparteien

Italien 1861 Königreich Italien
Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich und Commonwealth
Freies Frankreich Freies Frankreich
Ab November 1942:
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten

Befehlshaber

Italien 1861 Rodolfo Graziani
Italien 1861 Ettore Bastico
Italien 1861 Giovanni Messe
Deutsches Reich NS Erwin Rommel
Deutsches Reich NS Albert Kesselring
Deutsches Reich NS Hans-Jürgen von Arnim

Vereinigtes Konigreich Archibald Wavell
Vereinigtes Konigreich Claude Auchinleck
Vereinigtes Konigreich Bernard Montgomery
Vereinigtes Konigreich Harold Alexander
Vereinigtes Konigreich Neil Ritchie
Vereinigte Staaten 48 Dwight D. Eisenhower
Freies Frankreich Marie-Pierre Kœnig
Freies Frankreich Jacques-Philippe Leclerc
Frankreich François Darlan
Frankreich Henri Giraud
Frankreich Alphonse Juin

Verluste

Deutsches Reich: ~22.000 Gefallene und Vermisste, 130.000 in Gefangenschaft geraten
Italien: ähnliche, wenn auch geringere Verluste

zusammen ~42.000 Gefallene

Der Afrikafeldzug, in der englischen und italienischen Sprache (zur Unterscheidung vom Ostafrikafeldzug) als Nordafrikafeldzug (englisch North African campaign, italienisch Campagna del Nordafrica) bezeichnet, fand zwischen September 1940 und Mai 1943 im Rahmen des Zweiten Weltkriegs in Nordafrika statt.

Der Krieg begann im Königreich Ägypten mit der italienischen Invasion Ägyptens im September 1940, wurde aber durch den britischen Gegenangriff, Operation Compass, bis Januar 1941 tief nach Italienisch-Libyen verschoben. Nachdem im Februar 1941 im Rahmen des Unternehmens Sonnenblume die Expeditionstruppen der deutschen Wehrmacht, das Deutsche Afrikakorps, nach Libyen verlegt worden war, wurden die Alliierten wieder bis an den Ostrand Ägyptens zurückgedrängt. Nachdem eingekesselte alliierte Truppen mehrere Monate lang der Belagerung von Tobruk standgehalten hatten und die Alliierten im Rahmen der Operation Battleaxe im Juni 1941 an einem Entsatzangriff gescheitert waren, gelang es den britischen Truppen mit der Operation Crusader zum Jahreswechsel 1941/42 erneut, in Nordafrika die Initiative zu übernehmen, Tobruk zu entsetzen und die Achsenmächte wiederum nach Westlibyen zurückzudrängen.

Die Achsenmächte gingen im Januar 1942 im Rahmen des Unternehmens Theseus jedoch ein weiteres Mal zu einer Großoffensive über, drängten die Alliierten durch Libyen nach Ägypten zurück und konnten Tobruk diesmal im Handstreich erobern. In Nordwestägypten brachten die britischen Truppen die Achsenmächte in der Ersten Schlacht von El Alamein und der Schlacht von Alam Halfa zwischen Juli und September 1942 zunächst zum Stehen und errangen dann im Rahmen der Zweiten Schlacht von El Alamein Ende Oktober 1942 einen großen Sieg, welcher wiederum einen Initiativwechsel in Nordafrika einleitete.

Während sich die Achsenmächte nach der Niederlage bei El Alamein westwärts aus Ägypten zurückzogen, landeten westalliierte Truppen Anfang November 1942 im Rahmen der Operation Torch in Französisch-Nordafrika und weiteten damit den Kriegsschauplatz zunächst auf Marokko und Algerien und später auf Tunesien aus. Als Teil der Operation Torch landeten auch erstmals Großverbände der US-amerikanischen Streitkräfte, die sich seit Dezember 1941 mit Deutschland und Italien im Krieg befanden, auf dem europäisch-nordafrikanischen Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkriegs.

Die jetzt aus zwei Richtungen bedrängten Streitkräfte der Achsenmächte zogen sich nach Französisch-Tunesien zurück und versuchten bis ins Frühjahr 1943, die Stadt Tunis als Brückenkopf zu halten. Der Tunesienfeldzug stellt die letzte Phase des Kriegs in Nordafrika dar; am 13. Mai 1943 ergaben sich die letzten Truppen der Achsenmächte in Nordafrika. Nach der Eroberung der afrikanischen Nordküste konnten die Westalliierten in den nächsten Schritten zur Landung auf Sizilien sowie später zur Invasion Italiens übergehen.